Newsticker

USA: Fünf Millionen gemeldete Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Windach: So soll der Verkehr ausgebremst werden

Windach

09.02.2020

Windach: So soll der Verkehr ausgebremst werden

In der Hauptstraße in Schöffelding weisen Smileys die Autofahrer auf ihre Geschwindigkeit hin.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus In Hechenwang und Schöffelding gibt es immer wieder Klagen, dass zu schnell gefahren wird. Jetzt gibt es ein Verkehrskonzept für Windach und seine Ortsteile.

Vor knapp einem Jahr hat der Gemeinderat Windach ein vom Planungsbüro „Stadt Land Verkehr“ ausgearbeitetes und vorgestelltes Verkehrskonzept für Windach und die Ortsteile angenommen. Dazu wurden in der jüngsten Gemeinderatssitzung erste Beschlüsse gefasst. Veränderungen könnte es in Hechenwang und Schöffelding geben, zudem werden bald an den Ortseinfahrten Smileys aufgestellt, die die Geschwindigkeit der Fahrzeuge messen und anzeigen sollen.

In den vergangenen Jahren war der Verkehr immer wieder Thema in Ratssitzungen. Diskussionen verliefen oft kontrovers, Entscheidungen waren knapp. Auch dieses Mal taten sich die Räte schwer bei ihren Entscheidungen. Zur Debatte stand zunächst die Dorfstraße in Hechenwang. Die gewünschte Anordnung „Streckenverbot 30“ – also Tempo 30 – sei rechtlich nicht möglich, sagte Bürgermeister Richard Michl. Grund sei, dass die erforderlichen Sichtdreiecke bei Straßeneinmündungen jeweils nach einer Seite gegeben seien und nach der anderen Seite freigeschnitten werden könnten. Diskutiert wurden Verkehrsinseln. Diese seien relativ leicht und mit geringem Kostenaufwand einzurichten. Diese Möglichkeit soll die Verwaltung nun prüfen.

In der Dorfstraße in Hechenwang ist Tempo 30 rechtlich nicht möglich.
Bild: Julian Leitenstorfer

Etwas schwieriger stellt sich die Situation in Schöffelding dar. Vorschlag des Planungsbüros war gewesen, eine Tempo-30-Zone für das gesamte Ortsgebiet zu erlassen. Im September hatte der Gemeinderat hierzu nach längerer Diskussion beschlossen, die Bürger zu einem runden Tisch einzuladen. 68 Schöffeldinger waren der Einladung seinerzeit gefolgt. Bei einer Meinungsabfrage während der Veranstaltung hatten sich 31 Bürger dafür ausgesprochen, dass alles so bleibt, wie es ist. Lediglich elf Personen waren für eine Tempo-30-Zone mit der gesetzlich vorgeschriebenen Vorfahrtsregelung. Der Rest wollte Tempo-30-Zonen mit der Hauptstraße als Vorfahrtsstraße.

Windach: So soll der Verkehr ausgebremst werden

Querungshilfen und Verkehrsinseln

Am Sitzungstag war bei Bürgermeister Michl eine Liste mit rund 100 Unterschriften abgegeben worden. Die Unterzeichner sprachen sich für die Einrichtung von Tempo 30 im gesamten Ort aus. Für diese Regelung ist auch Richard Michl. Nur die Hauptstraße sollte übergeordnet bleiben. „Dafür müssten wir drei Vorfahrtsschilder aufstellen.“ Bei der (namentlichen) Abstimmung waren nur vier Gemeinderäte für diesen Vorschlag. Beschlossen wurde, ein Streckenverbot Hauptstraße prüfen zu lassen. Weiter sollen auch bauliche Maßnahmen wie Querungshilfen und Verkehrsinseln einer Prüfung unterzogen werden. In der Ramsacher Straße, die nach Ansicht des Landratsamts nicht mit Tempo 30 belegt werden kann, weil sie Teil des Vorfahrtsstraßennetzes in Nordsüdrichtung darstellt, könnten Hindernisse wie Pflanztröge zur Reduzierung der Geschwindigkeit aufgestellt werden.

Wie berichtet, hatte die Gemeinde auf den Wunsch zahlreicher Bürger hin im August 2014 eigenmächtig drei Tempo-30-Schilder an Schöffeldings Hauptstraße aufgestellt. Das Landratsamt kritisierte diesen Alleingang und forderte, die Schilder wieder abzubauen. Gegen diese Weisung hatte die Gemeinde Klage eingereicht. Das Verwaltungsgericht München wies die Klage Mitte Juli 2016 zurück, weil die Gemeinde kein eigenes Verkehrskonzept vorweisen könne.

Smileys an allen Ortseinfahrten

Eine Maßnahme zur Verkehrsberuhigung ist auch die Installation von sogenannten Smileys, die die Geschwindigkeit messen und anzeigen. Dazu war ein Antrag der Wählergemeinschaft Hechenwang bei der Gemeinde eingegangen. Gewünscht wurde die Anschaffung und Aufstellung von fest installierten Geräten an den Ortseinfahrten aller Ortsteile. Der Gemeinderat beschloss in der jüngsten Sitzung, zwölf Messgeräte mit Verkehrsdatenerfassung zu kaufen. Die Kosten in Höhe von rund 20000 Euro werden in den Haushalt eingestellt.

Zur Verkehrsberuhigung könnten auch Mitfahrerbänke beitragen – so sie ihrer Entsprechung gemäß genutzt werden. Der Gemeinderat beschloss den Kauf von zwei Mitfahrerbänken und drei Richtungsaufstellern. Die Bänke mit Richtungsaufstellern sollen in Windach am Von-Pfetten-Füll-Platz 1 und in Schöffelding an der Ecke Hauptstraße/Peter-Endres-Straße installiert werden. Für die Ecke Dorfstraße/Kapellenweg ist ein Richtungsaufsteller vorgesehen. Dort steht bereits eine Bank.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

09.02.2020

Was der Herr Michl z.T. Hechenwang sagt, ist natürlich falsch. Wenn an einer solchen Strasse kein Tempo 30 möglich wäre, warum haben dann fast alle Orte jenseits der A96 genau diese Tempo 30 in ihren Ortsdurchfahrten. Der Gesetzgeber hat hier den Ordnungsbehörden, hier dem Landratsamt, einen Gestaltungsspielraum eingeräumt.
Damit das Landratsamt diesen zu Gunsten der Einwohner nutzt, müsste man allerdings in eine konstruktive Diskussion einsteigen und nicht selbstherrlich einfach irgendwo Schilder aufstellen, die dann wieder eingesammelt werden müssen.....

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren