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Landsberg

27.11.2019

Winterdienst: Die orange Flotte gegen die weiße Pracht steht

Die Winterdienste sind bereit. Georg Unsin vom Kreisbauhof in Pürgen kontrolliert die Ladefläche eines Fahrzeugs, ob genügend Streusalz aufgeladen ist.
Bild: Thorsten Jordan

Plus In den Bauhöfen ist man startbereit. Der Schnee ist weniger ein Thema als die Straßenglätte. In der Stadt Landsberg haben die Schneepflugfahrer an vielen Stellen noch ganz andere Probleme.

Wird es nun am Wochenende was mit dem ersten Schnee? In den Nächten auf Samstag und Montag könnten die ersten Flocken des Winters 2019/20 fallen. In jedem Fall ist man bei der Stadt und beim Landkreis für die ersten Winterdienst-Einsätze gerüstet – und zwar „bestens“, wie der Sprecher der Stadt Landsberg, Andreas Létang, betont. Doch nicht nur die Bauhöfe sollten bei einem Wintereinbruch vorbereitet sein, auch die Bürger müssen bei Eis und Schnee einiges beachten.

Genauso hört es sich beim Kreisbauhof in Pürgen an: „Wir rechnen, dass es am Wochenende losgeht. Wir sind bereit, alle sind eingeteilt und die Salzhallen sind voll“, sagt Leiter Jürgen Albert. Wobei die Frage, ob es schneit, für Albert und seine Kollegen gar nicht die wichtigste ist. Entscheidender sei, ob es nachts auf den Straßen gefriert. Der Kampf gegen die Glätte habe in Zeiten wärmerer Winter als früher die größere Bedeutung. Der Wechsel zwischen Plus-Graden am Tag und Minus-Graden in der Nacht könne zu mehr Arbeit führen als längere ununterbrochene Frostperioden.

Drei Mann pro Fahrzeug

Für über 200 Kilometer Straßen ist der Kreisbauhof im Landkreis zuständig. Eingesetzt werden können drei eigene Fahrzeuge. Jedes Fahrzeug ist dreifach besetzt: Ein Mitarbeiter macht die Frühschicht ab 3 Uhr, der andere die Spätschicht, die gegen 22 Uhr endet, der dritte Fahrer hat frei. Verstärkt wird die Schneepflug-Flotte des Landkreises von vier Fahrzeugen privater Dienstleister. Ganz wichtig für die Arbeit ist eine möglichst exakte Wettervorhersage. Dabei können der Kreisbauhof und die Straßenmeisterei des Staatlichen Bauamts nicht nur auf die Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes stützen. Im ganzen Land gibt es auch ein Netz sogenannter „Straßenwetterstationen“. Diese liefern Informationen über Fahrbahntemperatur, Niederschlag und Salzkonzentration. Auf sechs Messstellen (bei Schwabsoien, Epfach, Geltendorf, Engenried sowie am Zollhaus und auf dem Lechfeld) greift auch der Kreisbauhof zurück, so Albert.

Winterdienst: Die orange Flotte gegen die weiße Pracht steht

Der Wetterbericht, das ist für den stellvertretenden Leiter des städtischen Bauhofs in Landsberg, Wolfgang Kessler, so ein Reizwort. Insbesondere dann, wenn im Radio „Schneechaos“ angekündigt werde. „Können die nicht sagen, am Sonntag könnte es vielleicht schneien, ohne die ganze Welt verrückt zu machen?“, fragt Kessler. Was die Frage nach Schnee am Wochenende betrifft, ist er eh sehr skeptisch. „Ich vermute, dass noch gar nichts passiert.“

In Landsberg wird oft der Platz knapp

Ein anderes leidiges Thema – insbesondere für den Winterdienst in der Stadt – ist, wenn der Platz knapp wird: Deshalb bitten die Bauhof-Mitarbeiter darum, in den Wintermonaten keine Autos an den Rändern schmaler Straßen abzustellen. Um räumen und streuen zu können, sei eine Mindestbreite von 3,50 Metern erforderlich: Das hänge mit den Räumschildern zusammen, die teilweise deutlich breiter sind als die sonst erlaubte maximale Fahrzeugbreite von 2,50 Metern. Eng könne es bei Schnee auch an Stellen werden, an denen im Sommer genug Platz ist, und zwar dann, wenn die Autos nicht wie sonst ganz am Rand der Fahrbahn, sondern vor dem zur Seite geräumten Schnee abgestellt werden. Das Problem werde „in Zeiten der Nachverdichtung“ immer größer, sagt Kessler, und trete im Prinzip flächendeckend auf.

Das sind die klassischen Beschwerden

Der Winter sei eine Zeit, in der man im Bauhof sehr viel erlebe. Denn Beschwerden bleiben in Sachen Winterdienst nie aus. Zwei Klassiker verrät Kessler. Erstens: „Meine Einfahrt ist zugeräumt.“ Zweitens: „Unter der Woche wollen die Leute ihre Straße am liebsten um 5 Uhr geräumt haben, am Wochenende nicht vor 9.30 Uhr, weil sie auch mal ausschlafen wollen.“ Wirklich abhelfen könne man solchen Beschwerden in der Regel nicht: Irgendwo müsse der Schnee ja hingeräumt werden und am Wochenende habe man es mit dem gleich langen Straßennetz wie unter der Woche zu tun, sagt Kessler.

Solche Bilder sind im Landkreis Landsberg noch nicht der Fall.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Immer mehr Bedeutung gewinnt der Winterdienst auf Radwegen. Dafür sind die Stadt und die Gemeinden zuständig, erklärt Jürgen Albert vom Kreisbauhof. In Landsberg werden die Radwege nach Erpfting und Pürgen sowie entlang der Ummendorfer Straße bis zur Abzweigung nach Pitzling regelmäßig betreut, informiert die Stadt. Außen vor bleibt heuer der Weg durch den Wildpark, da dieser wegen Bauarbeiten gesperrt ist.

Splitt für den Privatgebrauch kann in der Stadt aus mehreren Kisten entnommen werden: Diese stehen am Danziger Platz, am Parkplatz am Altöttinger Weiher, am Fußgängerüberweg in der Ahornallee, am Wendeplatz im Schleifweg, am Bauhof in der Spitalfeldstraße 7a und am Südende der Pössinger Straße.

Und was ist, wenn der Winter auf sich warten lässt?

Falls der Winter, wie Wolfgang Kessler vom Bauhof vermutet, noch auf sich warten lässt, gibt es für die Bauhof-Mitarbeiter übrigens noch reichlich anderes zu tun: „Wir haben genug Arbeit und sind um jeden Tag froh, um noch Laub zu rechen oder die Gullys auszusagen.“

Im vergangenen Winter war auf den Straßen und Wegen übrigens wieder etwas mehr zu tun als in den Vorjahren: So kamen im Kreisbauhof im Winter 2018/19 rund 2800 Arbeitsstunden zusammen, 2017/18 waren es nur 2000 gewesen, berichtet Leiter Jürgen Albert.

Im vergangenen Winter hat das LT einen Schneepflugfahrer bei seiner Arbeit begleitet. Hier lesen Sie die Reportage: Herr Walleshauser und sein Gespür für Schnee und Pflug

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