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17.11.2018

Winterreifen: Jetzt wird’s aber Zeit

Auch beim Reifenhändler Gerhard Peischer in Oberbergen herrscht gerade Hochsaison.
Bild: Julian Leitenstorfer

Wegen der milden Temperaturen haben viele noch mit dem Wechseln ihrer Reifen gewartet. Doch für nächste Woche ist winterliches Wetter angesagt. Experten erzählen, wann und warum man seine Reifen wechseln sollte

Langsam wird es kalt draußen, mit Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Höchste Zeit also, die Winterreifen zu montieren. Wir haben dazu Expertenmeinungen aus verschiedenen Autohäusern eingeholt, wann und warum man seine Reifen wechseln sollte.

„Tendenziell haben schon über 75 Prozent unserer Kunden ihre Winterreifen montieren lassen“, sagt Martin Schaller, Serviceleiter des Autohauses Schaller in Landsberg. Sie hätten derzeit sehr viel Arbeit, weshalb man einen Termin zum Wechseln erst wieder in ein bis zwei Wochen bekommen könne. „Da es schon Temperaturen unter sieben Grad hatte, vor allem nachts, ist es empfehlenswert, jetzt seine Reifen zu wechseln.“ Derzeit hätten sie Reifen von ungefähr 500 Kunden eingelagert. Nachdem es nun auch am Tag deutlich kälter wird, fällt ein Nachteil der Winterreifen weg: Bei schnellen Fahrten bei warmen Temperaturen sei der Bremsweg länger.

Auch Peter Drexl, Serviceberater von Medele & Geyer in Landsberg, berichtet, in den vergangenen zwei bis drei Wochen sei sehr viel los gewesen. „Wir haben im Schnitt 20 Kunden am Tag, die zum Reifenwechseln kommen.“ Ungefähr 2000 Reifensätze sind bei Medele & Geyer für Kunden eingelagert. „Wir haben dieses Jahr sogar eine neue Halle gebaut.“ Auf die Frage, wann man seine alten Winterreifen wechseln sollte, meinte Drexl: „Jeder Reifen ist anders. Es kommt darauf an, wo das Auto steht und wie sehr es der Sonne ausgesetzt ist. Wenn Reifen alt sind, bekommen sie Risse und werden zu hart. Dann sollten sie erneuert werden.“ Außerdem sollten Autofahrer auf die Beschriftungen der Reifen achten. „Darauf ist vermerkt, wie schnell man mit ihnen fahren darf. Ein T bedeutet zum Beispiel, dass man nicht schneller als 160 Stundenkilometer fahren darf.“ Andernfalls könnten die Reifen heiß werden und platzen.

Im Autohaus Lukas in Dießen dauert das Wechseln der Reifen zwar nur 30 Minuten, so Kfz-Meister Rüdiger Treppesch. „Allerdings müssen sie auf einen Termin bei uns etwas länger warten, da wir die nächste Woche komplett ausgebucht sind.“ Es sei zwar nachvollziehbar, dass bei den warmen Temperaturen der vergangenen Wochen noch viele mit Sommerreifen gefahren seien, trotzdem sollte man so schnell wie möglich seine Winterreifen montieren lassen. „Dabei sollten diese meiner Meinung nach nicht älter als sechs Jahre sein.“

Kurzfristigere Termine zum Reifenwechseln bekommt man noch im Autohaus Huttner. „Das sah die letzten Wochen schon anders aus, als es den ersten Schnee gab“, so die Serviceassistentin Christina Maier. Auch Huttner bietet einen Reifenlagerservice im Haus: „Wir haben Platz für etwa 1000 Reifensätze.“ Außerdem habe man die gängigen Reifengrößen immer auf Lager, falls Kunden erst bei ihrem Termin merken, dass ihre Reifen nicht mehr fahrtauglich sind. „Gesetzlich ist vorgegeben, dass Reifen ab einer Profiltiefe von 1,6 Millimeter nicht mehr gefahren werden dürfen.“ Empfehlenswert sei jedoch, sich ab einer Profiltiefe von vier Millimetern neue Reifen zuzulegen“, sagt Maier. Der Juniorchef des Autohauses Schweiger in Utting, Ludwig Schweiger, erklärt, warum Winterreifen mit weniger Profiltiefe nicht mehr geeignet sind: „Durch Matsch und Schnee ist ein direkter Kontakt nicht mehr gegeben.“ Die Rillen des Reifens könnten den Schnee nicht mehr zur Seite schieben. So könne es zu einer Art Aquaplaning kommen.

In der Kfz-Werkstatt Peischer in Oberbergen hat man sich auch ein System überlegt, alle Besitzer werden rechtzeitig benachrichtig, wenn neue Reifen fällig sind. In einem großen Schuppen lagern die Reifen von rund 700 Fahrzeugen, im Nebengebäude noch die für Wohnmobile und SUV. Als es kurz geschneit hatte, sei auch Chaos ausgebrochen. „An einem Tag haben wir mal zu zweit an 35 Autos die Reifen gewechselt“, sagt Mitarbeiter Benjamin Fendt. Absagen von Terminen wegen des Wetters habe es nicht gegeben. „Es heißt ja von ,O’ bis ,O’, also Oktober bis Ostern“, sagt Gerhard Peischer, und da habe er genügend Kunden, die sich an diese Regel halten – egal, wie das Wetter sei. Damit bleiben Termine frei für die „Spätentschlossenen“.

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