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Böllerschützen

17.05.2015

„Wir schießen nicht, um Krach zu machen“

Entscheidend ist nicht, was man hört. Sondern das, was man sieht

„Wir schießen nicht, um Krach zu machen. Es kommt nicht darauf an, wie laut es ist“, versucht der Ludenhausener Schussmeister Ulrich Weinberger mit einem Vorurteil aufzuräumen, das den Böllerschützen zuweilen anhaftet.

Bei einem Großereignis wie in Ludenhausen ist am Ende jedenfalls nicht das entscheidend, was man hört – sondern vielmehr das, was man sieht: „Wenn die Böllerschützen in ihrer feschen Vereinstracht erscheinen, und wenn die Rauchfahnen am Ende ein schönes Bild ergeben, dann schaut das für den Zuschauer gut aus“, erklärt Weinberger, der auch erster Gauschussmeister im Sportschützengau Landsberg ist.

Auch die lange Tradition des Böllerschießens hat einen ganz anderen Hintergedanken als den, dass einfach nur laut in der Gegend herumgeknallt wird: „Wir schießen, um jemanden zu ehren, oder jemanden zu begrüßen“, erklärt Weinberger. Ob bei einem runden Geburtstag, bei Hochzeiten – oder auch bei Bestattungen zu Ehren des Verstorbenen.

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Mit Schwarzpulver geschossen wird vermutlich bereits seit fast 1000 Jahren. Wie das Brauchtum des Böllerns genau entstand, ist bis heute nicht schlüssig nachgewiesen. Fest steht jedoch: Das Böllern ist schon seit Jahrhunderten im deutschsprachigen Raum verbreitet. Die Nachweise gehen bis ins 14./15. Jahrhundert zurück.

Geböllert wurde früher aus den verschiedensten Gründen: um einen hohen Besuch zu begrüßen oder ein freudiges Ereignis kundzutun - aber auch, um vor Gefahren zu warnen oder gar böse Geister abzuwehren.

Bei den Ludenhausener Schützen waren es allerdings nicht die bösen Geister, die sie dazu bewegten, im Jahr 1998 eine Böllerschützengruppe ins Leben zu rufen: Vielmehr hatten sie von da ab niemanden mehr, der die vereinseigene Kanone schießen konnte.

Damit die Tradition des Böllerschießens in Ludenhausen fortgesetzt werden konnte, legten sieben Leute die Prüfung ab.

Diese ist Voraussetzung, um überhaupt schießen zu dürfen. Es wurden noch sechs Handböller angeschafft – und schon waren die Böllerschützen als Untergruppierung der Schützengesellschaft „Hubertus“ Ludenhausen gegründet. Mittlerweile ist die Gruppe auf 19 Handböllerschützen angewachsen.

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