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Denklingen

20.02.2015

Wird der Gasthof Hirsch zum neuen Rathaus?

Die Denklinger Verwaltung könnte in den ehemaligen Gasthof einziehen. Im Moment wird geklärt, ob der Anbau abgerissen werden kann.
Bild: Frauke Vangierdegom

Aktuell wird ein Umzug der Verwaltung geprüft. Denn die Mängelliste im jetzigen Gebäude ist lang.

Ziehen der Denklinger Bürgermeister Michael Kießling und seine Verwaltung in absehbarer Zeit in die ehemalige Gaststätte Hirsch um? Mit dieser Frage beschäftigen sich Gemeinderat und Verwaltung in Denklingen derzeit. Das Gasthaus unterhalb der Pfarrkirche, das im vergangenen Jahr geschlossen worden war, steht zum Verkauf. In der Denklinger Verwaltung kann man sich durchaus vorstellen, das denkmalgeschützte Gebäude als neues Rathaus zu nutzen.

Ob das tatsächlich realisiert werden kann, hängt allerdings von einer wichtigen Entscheidung des Landesamts für Denkmalpflege ab. Bürgermeister Michael Kießling erläutert: „Zum Gasthof gehört ein Anbau, den wir in der gegebenen Form nicht nutzen können.“ Eine Machbarkeitsstudie habe ergeben, dass eine sinnvolle Nutzung des Gasthofs als Rathaus nur dann gegeben sei, wenn besagter Anbau abgerissen und ein neuer Anbau errichtet werden könne. Andernfalls stünden Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis.

Positive Zustimmung habe die Gemeinde in ihrem Ansinnen bereits aus der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landratsamts erhalten, sagte Bürgermeister Kießling im LT-Gespräch. „Wir würden es sehr begrüßen, wenn der Gasthof Hirsch in die öffentliche Hand übergehen würde und somit seine prägende Bedeutung langfristig gesichert wäre“, bestätigen Dr. Heide Weißhaar-Kiem sowie Andreas Heinz vom Landratsamt. „Damit würde ein Ensemble mit Kriegerdenkmal, Pfarrkirche, Rathaus und Vorplatz den Dorfmittelpunkt Denklingens betonen“, so die Kreisheimatpflegerin Weißhaar-Kiem. Zumal in schwäbischen Dörfern wie Denklingen aufgrund ihrer Anordnung entlang einer langen Hauptstraße ein typischer Dorfmittelpunkt schwer auszumachen sei.

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Zum Anbau des denkmalgeschützten Gebäudes meint die Kreisheimatpflegerin: „Dort befinden sich Mauern, die zum Teil aus dem 18. Jahrhundert stammen. Vor allem im Erdgeschoss und im Keller zeigen sich deutliche Spuren eines historischen Bauwerkes. Allerdings kann der Anbau in seiner jetzigen Form keiner sinnvollen Nutzung von wem auch immer zugeführt werden.“ Über einen von der Gemeinde gewünschten Teilabriss könne aber nur das Landesamt für Denkmalpflege entscheiden.

Dass die Mängelliste im derzeitigen Rathaus in Denklingen lang ist, steht fest. Nicht umsonst hatte sich bereits der vorherige Gemeinderat lange damit befasst, das Rathaus neu zu bauen. Allerdings waren viele Denklinger mit dem sehr modernen Entwurf nicht zufrieden. Nach einem Bürgerentscheid im vergangenen Jahr war das Thema erst einmal vom Tisch.

„Unser Rathaus ist nicht barrierefrei und der Platz sowie die technische Infrastruktur sind hier sehr begrenzt“, begründet Bürgermeister Kießling die Überlegungen im Gemeinderat sowie in der Verwaltung, wie es mit dem Rathaus weitergehen soll.

Im Haushalt 2015 sind sowohl Mittel für die Ertüchtigung des aktuellen Rathauses als auch für einen Umzug vorgesehen. Wer sich das kürzlich verabschiedete Zahlenwerk genauer ansieht, stellt fest, dass darin nicht nur 20000 Euro für eine Hochbaumaßnahme Rathaus aufgelistet sind, sondern auch 303000 Euro für „Grunderwerb, auch im Hinblick auf die zum Verkauf stehende Gaststätte“.

Das Gebäude am Buchweg 1 in Denklingen ist nicht nur nach Ansicht des Bürgermeisters ein prägendes Gebäude, welches es zu erhalten gilt. Das unter Denkmalschutz stehende Haus war laut Denkmaltopographie der Bundesrepublik Deutschland nach dem Brand des Vorgänger-Gebäudes 1668 errichtet worden. Um 1900 sei es unter dem Namen Peitscherwirt bekannt gewesen. 1974 hat ein weiterer Brand den Dachstuhl und die Giebelwände der Gaststätte zerstört.

In der Topographie ist weiter zu lesen: „Der stattliche, zweigeschossige Bau mit steilem Satteldach liegt traufseitig zur Hauptstraße. Die Schauseite ist dem davorliegenden Platz zugewandt. Nördlich schließt ein leicht zurückgesetzter, zweigeschossiger Anbau mit abgewalmtem Dach an. Die das Platzbild beherrschende Giebelfassade mit sechs Fensterachsen und leicht versetztem Gasthauseingang wird dominiert von der großen Wandfläche des Giebels mit drei übereinander angeordneten, durch Lisenen zusammengefasste Wandöffnungen für den dahinterliegenden Trockenspeicher.“

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