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Landsberg

12.05.2020

Wird der neue Lechsteg später fertig?

Blick vom Widerlager auf der Ostseite in Richtung Westen: Die Stahlbetonarbeiten an der neuen Fußgänger- und Radfahrerbrücke über den Lech sind im Zeitplan. Wann die Stahlbauarbeiten beginnen, ist noch offen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Die Fußgänger- und Radfahrerbrücke über den Lech soll künftig das neue Landsberger Stadtviertel am Papierbach mit der Altstadt verbinden. Das Projekt ist umstritten und jetzt gibt es auch noch Verzögerungen.

Der neue Lechsteg unweit des Mutterturms ist in Landsberg durchaus umstritten. Für die einen ist er reine Geldverschwendung, für die anderen eine sichere, autofreie Verbindung zwischen dem Westen der Stadt, dem neuen Stadtviertel „Urbanes Leben am Papierbach“ und der Altstadt. Und so war die 8,6 Millionen Euro teure Fußgänger- und Radfahrerbrücke auch politisch ein heißes Eisen. Dass Mathias Neuner ( CSU) in der Stichwahl als Oberbürgermeister abgewählt wurde, führen viele auf seinen Einsatz für den Bau des Lady-Herkomer-Stegs zurück. Und jetzt verzögert sich die Maßnahme auch noch.

Auf den Bautafeln auf der Ost- und auf der Westseite des Lechs ist zu lesen, dass die Arbeiten am Lechsteg im September abgeschlossen sein soll. Mittlerweile teilt die Pressestelle der Stadt auf Nachfrage mit, dass Tiefbauamtschef Hans Huttenloher einen späteren Zeitpunkt anvisiert. „Wenn alles gut läuft, die Witterungsbedingungen es zulassen und es kein außerordentliches Hochwasser gibt, könnte die Brücke noch in diesem Jahr fertig sein“, wird Huttenloher zitiert.

Genaue Gründe werden nicht genannt

Gründe für die Verzögerung werden vonseiten der Stadt nicht genannt. Nach Informationen unserer Zeitung gab es mehrere Gespräche mit der Firma, die für die Stahlarbeiten zuständig ist. Zuletzt tagten der Ferienausschuss und der neu gewählte Stadtrat nicht öffentlich zu dem Thema. Doch weder Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) noch der Pressesprecher der Stadt, Andreas Létang, äußern sich dazu konkret. Man stehe mit allen Beteiligten in Kontakt und sei bei Problemen an einer Lösungsfindung orientiert, lautet deren Aussage.

Mit den Stahlbauarbeiten ist das Hochbauunternehmen GLS Bau und Montage aus Perg in Oberösterreich beauftragt. Es soll laut Informationen unserer Zeitung für die Herstellung der Stahlbauelemente einen Subunternehmer aus Tschechien beauftragt haben und Mehrkosten in Höhe von einer Million Euro geltend machen. Im Raum stand deswegen wohl auch eine Kündigung des Auftrags.

Doch so weit wollte der Stadtrat offenbar nicht gehen. Wie Pressesprecher Létang sagt, arbeite die Firma GLS aktuell an einem umsetzbaren Zeitplan für den Brückenbau, der der Stadt in der nächsten Woche zugehen soll. „Dann können wir weitere Informationen dazu geben.“ Auch Milenko Savic, Bereichsleiter Stahlbau bei GLS, will zu dem Thema keine Stellungnahme abgeben: „Unser Vertragspartner ist die Stadt, ich möchte Sie bitten, für etwaige Fragen sich direkt an die Stadt Landsberg zu wenden“, teilt er mit.

Die neue Brücke ist 125 Meter lang

Das Bauvorhaben war in zwei Losen ausgeschrieben worden. Für jedes Los wurden zwei Angebote abgegeben, die günstigeren Bieter erhielten den Zuschlag: Die Tiefbau-, Stahlbeton- und Landschaftsarbeiten führt eine Bietergemeinschaft aus Landsberg aus, die Stahlbauarbeiten die Firma GLS. Wie die weiteren Arbeiten ablaufen sollen, stellt Hans Huttenloher kurz vor.

Die 125 Meter lange und maximal sieben Meter breite Brücke wird mit fünf Brückenteilen vor Ort zusammengebaut. Dazu werden die einzelnen Teile mit 500-Tonnen-Schwerlastkränen auf die Widerlager auf der Ost- und Westseite, den Pfeiler in der Mitte und zwei Zwischenstücke gehoben.

Da die einzelnen Brückenteile zu groß für einen Transport von Österreich nach Deutschland sind, werden sie jeweils in drei Einzelteilen nach Landsberg gebracht und vor Ort zu einem Teil zusammengeschweißt.

Es musste eine große Plattform im Lech errichtet werden

Beginnen werde man wahrscheinlich mit dem Brückenteil über dem Pfeiler, danach folge das Teil direkt am östlichen Widerlager. Danach werde das Brückenteil am westlichen Widerlager eingesetzt und zum Schluss die beiden Zwischenstücke jeweils östlich und westlich des Pfeilers. Danach werden die Beschichtung der Geh- beziehungsweise Radwegoberfläche aufgebracht und das Geländer einschließlich der Beleuchtung montiert.

Trotz Corona-Krise geht es weiter auf Landsbergs Großbaustellen, aber auch im Kleinen bewegt sich was.
59 Bilder
Auf Landsbergs Baustellen wird fleißig gearbeitet
Bild: Thorsten Jordan

Die Erschließung des östlichen Widerlagers und auch der Pfeilerbaustelle erfolgt über die Lechstraße, über die Fläche mit den Fahrradständern und den nördlichen Floßgassenweg direkt zum Lech. Für das Widerlager an der Von-Kühlmann-Straße wurde eine große Plattform errichtet. Von dort können Fußgänger und Radfahrer künftig über eine noch herzustellende Querungshilfe die Straße zum künftigen Europa-Platz im neuen Stadtviertel erreichen.

Aktuell stehen das Widerlager Ost und der Pfeiler zu Abnahme, das Widerlager im Westen ist laut Stadtverwaltung fast fertiggestellt.

Lesen Sie dazu auch:Schwarzbuch der Steuerzahler: Landsberg ist diesmal nicht dabei

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