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Geltendorf

04.12.2019

Wird die Parkplatzsuche am Bahnhof Geltendorf bald leichter?

Pendler wie Viktoria Ressel tun sich oft schwer, rund um den Geltendorfer Bahnhof einen Parkplatz zu finden. In den Wohngebieten gilt derzeit ein absolutes Halteverbot. Die Regelung wird aber wieder gelockert. 
Bild: Thorsten Jordan

Plus Im Wohngebiet entlang der Geltendorfer Bahnhofstraße wurden Halteverbote erlassen. Das trifft Pendler wie Viktoria Ressel. Jetzt werden die Schilder aber wieder ausgetauscht.

Manch einer, der am Geltendorfer Bahnhof einen freien Parkplatz gesucht und – zum Leidwesen der Anlieger – oft in den umliegenden Wohngebieten auch gefunden hat, hat sich gewundert, denn vor zwei Wochen wurde vom Heuweg bis zur Bergstraße bis 30. April 2020 ein zeitlich befristetes Zonenhalteverbot erlassen. Inzwischen hat die Gemeinde nachjustiert und wird aus dem absoluten ein eingeschränktes Halteverbot machen. Und das hat seinen Grund.

Viktoria Ressel aus Schwabmünchen kommt jeden Tag nach Geltendorf, weil sie von hier aus mit der Bahn zum Studium nach München fährt. Seit über einem Jahr macht sie das, und ebenso lange macht sie sich tagtäglich auf die Suche nach einem der raren freien Parkplätze für ihr Auto. Oft vergeblich. „Das ist schon immer nervig,“ klagt sie ihr Leid, das sie mit Tausenden anderen Bahnnutzern in Geltendorf teilt.

Nicht selten wird die Zeit bis zur Abfahrt des Zugs durch die vergebliche Parkplatzsuche knapp, und dann parkt man schon mal dort, wo es nicht unbedingt vorgesehen ist. So auch in der vergangenen Woche. „Ich suchte um 10.50 Uhr einen Parkplatz, was mir wieder nicht gelang“, erzählt die Lehramtsstudentin. Nicht einmal auf dem kostenpflichtigen Parkplatz. „Die 1,50 Euro pro Tag würde ich ja gerne in Kauf nehmen.“

Wird die Parkplatzsuche am Bahnhof Geltendorf bald leichter?

Hinter dem Scheibenwischer steckte ein Knöllchen

Da der Zug wartete, stellte sie ihr Auto schließlich halb auf einen Gehsteig, halb in die Wiese in der Bahnhofstraße. Als sie nachmittags zurückkam, klemmte ein Knöllchen in Höhe von 20 Euro hinter dem Scheibenwischer. Ihr Ärger war groß.

So wie Viktoria Ressel geht es vielen anderen, die ihr Auto unter anderem gerne im angrenzenden Wohngebiet abstellen. Damit aber sorgen sie für Verdruss bei den Anliegern. Alwin Reiter weiß ein Lied davon zu singen: „Das ist nicht nur im Winter ein Problem, sondern ganzjährig.“ Im Sommer weiß er von den Schwierigkeiten zu berichten, die zum Beispiel die Müllabfuhr mit ihren schweren Lastwagen hat, durch die zugeparkten Straßen zu kommen. Gerade im Winter könne es auf rutschigen Fahrbahnen gefährlich werden. „Schon einmal hat ein Getränkelaster seine Ladung im steilen Stück der Bergstraße verloren, da der Lkw ins Rutschen kam und sich im Berg quer stellte.“ Auch so manches Auto, das auf rutschiger Straße die Bergstraße hinabfuhr, habe sich quergestellt.

Umso wichtiger sei es, dass die Straßen geräumt werden können. Anwohner im Bereich um den „Grünen Hügel“ oberhalb des Bahnhofes müssen Winter für Winter mit ansehen, wie sich der Räumdienst durch die zugeparkten Straßen zwängen, um die Verkehrssicherheit zu gewähren. Besonders schlimm gestalte sich die Situation in der Bergstraße, egal ob vorne oder hinten. Es gehe dort überall steil bergab, was laut Alwin Reiter vor allem bei Glatteis oft sehr gefährlich sei.

Die Polizei darf abschleppen

Damit der Bauhof seiner Räumpflicht ordnungsgemäß nachkommen kann, ließ die Gemeinde Geltendorf ein Zonenhalteverbot einrichten. Wie Pascal Fritsch vom Bauamt Geltendorf dem LT mitteilt, „dient die verkehrsrechtliche Anordnung dem Winterdienst“. Das Zonenhalteverbot gilt seit dem 18. November und bis zum 30. April 2020. Wie Fritsch weiter mitteilt, können Fahrzeuge, die auf der Straße im Zonenhalteverbot stehen, von der Polizei abgeschleppt werden.

Robert Sedlmayr, Zweiter Bürgermeister von Geltendorf, erklärt, warum die Gemeinde dennoch vom absoluten Halteverbot schnell wieder abgerückt und dieses durch ein eingeschränktes Halteverbot ersetzt hat: „Wir wollen ja nicht die Anlieger belasten, indem sie vor ihren Häusern nicht einmal kurz halten dürfen.“ Die fünf neuen Zonenschilder seien bestellt und würden in Kürze montiert. Der Austausch kostet die Gemeinde 500 Euro.

Neue Buslinie soll die Situation entspannen

Eine zusätzliche Entspannung erhofft sich Sedlmayr von einer weiteren Maßnahme. Der Zweite Bürgermeister hatte sich für die Beteiligung an der Buslinie des MVV von Mammendorf nach Geltendorf-Bahnhof eingesetzt. „Ab 15. Dezember ist nun der Start“, freut er sich. Dann können vor allem Geltendorfer an den vier Haltestellen Alter Wirt, Dorfmitte, Schulstraße und Heuweg in den MVV-Bus 810 einsteigen, der im 40-Minuten-Takt täglich von 5.30 bis 20 Uhr unterwegs ist.

Robert Sedlmayr ist sich sicher: „Dadurch kann die Parksituation beim Bahnhof deutlich entlastet werden.“ Zumindest die Geltendorfer kämen so ohne lästige Parkplatzsuche bequem zum Bahnhof.

Lesen Sie dazu auch:Parken am Bahnhof: Jetzt auch noch mehr Halteverbote in Geltendorf

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