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20.08.2011

Wittmaack – und sonst niemand?

Als Kandidat für die Schondorfer Bürgermeisterwahl in neun Monaten hat sich bislang nur Amtsinhaber Peter Wittmaack selbst gemeldet.
Bild: Foto: Julian Leitenstorfer

In neun Monaten werden die Schondorfer zur Bürgermeisterwahl gerufen. Bislang sieht es danach aus, dass der Amtsinhaber keinen Gegenkandidaten fürchten muss

Schondorf In genau neun Monaten wird in Schondorf ein neuer Bürgermeister gewählt. Und nach dem bisherigen Stand der Dinge dürfte der neue Bürgermeister der Alte sein. Als Kandidat hat sich bislang nur der Amtsinhaber selbst gemeldet – er tat dies bei der Bürgerversammlung im Mai. Bei den übrigen Parteien und Wählergruppen hat sich bislang niemand aus der Deckung gewagt. Die anstehende Wahl war dem Vernehmen nach auch nur bei der CSU bislang Gesprächsgegenstand, jedoch ohne Ergebnis.

In jedem Fall dürfte es ein Herausforderer mit einem Amtsinhaber zu tun bekommen, der recht fest im Sattel sitzt. Mit fast zwei Dritteln der Stimmen hatten die Schondorfer Peter Wittmaack (SPD) am 23. Juli 2006 mit einem deutlichen Vertrauensvorschuss ausgestattet. Seither geht der frühere Kriminalbeamte auch recht zupackend zu Werke, mit dem Ergebnis, dass die Lebensqualität der Ammersee-Gemeinde den hohen Ansprüchen der Bevölkerung in der Regel gerecht wird. Zwar blieb in den vergangenen Jahren Kritik nicht aus. Sie entzündete sich beispielsweise an manchen baurechtlichen oder naturschutzfachlichen Themen oder an der Frage, wie die Seeanlage bebaut bzw. genutzt werden soll. Im Großen und Ganzen muss Wittmaack, der diese Woche urlaubt, jedoch keine Opposition fürchten. Auf der Habenseite kann der 58-Jährige beispielsweise auf die Sanierung und Erweiterung der Kindertagesstätte verweisen, daneben wurde ein Jugendhaus errichtet. Das Rathaus ist grundlegend saniert, derzeit folgt das Umfeld zwischen Verwaltung und Bahnhof, in Kürze werden die nördlichen Bahnübergänge zusammengelegt. Trotz alledem und dank reichlicher Steuern steht die Gemeinde finanziell recht gut da.

Der Gemeinderat folgt weitgehend einstimmig den Linien, die der Rathauschef vorgibt. Als „sachorientierte Zusammenarbeit“ bezeichnet dies CSU-Ortsvorsitzender Thomas Eichinger. Das ist wohl auch der Umstand, der es nicht unbedingt erleichtert, die Wähler von der Notwendigkeit eines Wechsels im Rathaus überzeugen zu wollen. Und einen reinen Zählkandidaten wolle die Partei nicht aufstellen, „wir wollen niemanden verheizen“, verdeutlicht Eichinger.

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Abgeschlossen seien die Überlegungen in der CSU noch nicht: „Wir halten die Augen bis zum Herbst offen“, erklärt Eichinger. „Wir brauchen einen wählbaren, aussichtsreichen Kandidaten, wenn wir den nicht haben, stellen wir niemanden auf.“ Der 37-jährige Eichinger selbst sieht „im Moment“ für sich keinen Anlass für eine Bewerbung. Eichinger hatte bereits 2002 einen Anlauf aufs Bürgermeisteramt genommen. Damals stellte ihn die CSU buchstäblich in letzter Minute, nämlich ein Tag vor Ablauf der Bewerbungsfrist noch auf. Bei der Wahl vereinte er dann immerhin 44,5 Prozent der Stimmen auf sich – gegen den bereits zwölf Jahre amtierenden Gerd Hoffmann.

Die Grünen waren bei der Gemeinderatswahl 2008 die Überraschung in Schondorf. Nach sechsjähriger Absenz brachten sie auf Anhieb drei Vertreter in den Gemeinderat. Sie stellen seither noch am ehesten kritische Nachfragen im Gemeinderat und verweigern Wittmaack auch gelegentlich die Gefolgschaft. Doch bei den Grünen war die Bürgermeisterwahl im nächsten Frühjahr noch überhaupt kein Thema, versichert Gemeinderätin Helga Gall, „und einen Gegenkandidaten sehe ich bei uns momentan nicht“, fügt sie an.

Ähnliches verlautet aus den Reihen der Freien Wählergemeinschaft, die mit Kurt Bergmaier den Zweiten Bürgermeister stellt. „Das Thema ist noch nicht diskutiert worden mangels geeigneter Kandidaten“, erklärt der aus beruflichen Gründen vor Kurzem zurückgetretene Gemeinderat Andreas Dhom. Aktuell stelle man sich bei den Freien die Frage, ob der erste Nachrücker Thomas Schneider das Amt annehmen wird oder nicht.

Amtszeit beträgt acht Jahre

Die Bürgermeisterwahl in Schondorf findet am 20. Mai 2012 statt. Und dabei bestimmen die Schondorfer nicht wie üblich für sechs, sondern für acht Jahre, wer die Geschicke ihrer Gemeinde lenken wird. Fällt das Ende der Amtszeit eines hauptamtlichen Bürgermeisters in die letzten zwei Jahre der Wahlzeit eines Gemeinderates, wird das Gemeindeoberhaupt bis zum Ende der nächsten Wahlzeit des Gemeinderates gewählt, also bis zum 30. April 2020. Das sieht die vor einiger Zeit geänderte Landkreis- und Gemeindewahlordnung vor. Jedoch kann ein während der Wahlperiode gewählter Bürgermeister beantragen, seine Amtszeit bereits mit der folgenden Gemeinderatswahl enden zu lassen. Davon will 2014 etwa Landsbergs OB Ingo Lehmann (SPD) Gebrauch machen. Er will sich mit dann 64 Jahren aus dem Amt zurückzuziehen.

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