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Landsberg

15.10.2017

Wo Tradition auf Moderne trifft

„Tradition trifft auf Moderne“ war das Motto  beim Tag der offenen Tür im Agrarbildungszentrum in Landsberg.
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„Tradition trifft auf Moderne“ war das Motto  beim Tag der offenen Tür im Agrarbildungszentrum in Landsberg.
Bild: Thorsten Jordan

Beim Tag der offenen Tür gibt es im runderneuerten Agrarbildungszentrum in Landsberg viel zu sehen. Verwaltungschef Wolfgang Rupp hat die Bauarbeiten begleitet und viel zu erzählen.

Für Wolfgang Rupp war es ein besonderer Tag. Als Verwaltungsleiter hat er die Arbeiten im Agrarbildungszentrum in Landsberg 16 Jahre lang begleitet. Die Feier zum Abschluss der Modernisierung erlebte er aber als Rentner. Seit Anfang Oktober ist der 66-Jährige, der in der Stadt lebt, im Ruhestand. Ob das ein komisches Gefühl ist? Nein, sagt er. Es habe Spaß gemacht etwas zu entwickeln, und es freue ihn, dass die Schüler es schätzen, in einem historischen Gebäude wohnen und lernen zu dürfen, das jetzt technisch und energetisch auf dem neuesten Stand sei.

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Am Rande der offiziellen Feierlichkeiten mit Reden und einer Führung durch die Gebäude blickte Wolfgang Rupp im Gespräch mit unserer Zeitung auf die Anfänge im Jahr 2001 zurück: „Wir haben uns damals gefragt, ob die Schule noch eine Zukunft hat.“ Und weil er gerne etwas bewegt, wollte er, anstatt den Mangel zu verwalten, aktiv gestalten. Was das im Falle des Agrarbildungszentrums – alteingesessene Landsberger reden immer noch von der Ackerbauschule – bedeutete, das skizzierte Bezirkstagspräsident Josef Mederer in seiner Rede.

Mehrere Millionen wurden in den Standort investiert

Die Ausbildung Agrartechnischer Assistenten und Techniker für Agrarwirtschaft ist eine der Aufgaben des Bezirks Oberbayern, der rund 8,2 Millionen Euro investierte, um den Standort in Landsberg zu modernisieren. Zunächst wurden 2010 in der Schule und im Internat Brandschutz und Sicherheit auf den neuesten Stand gebracht, es folgten die Labore, die Küche und der Speisesaal. Zuletzt wurden im Internat alle Zimmer mit neuer Elektro- und Kommunikationstechnik ausgetauscht, neue Türen sorgten für mehr Ruhe im Haus. „Tradition trifft auf Moderne“ lautet das Motto, wie Mederer sagte.

Beim Rundgang konnten sich die Gäste der Feier davon überzeugen. Die Gebäude sind jetzt barrierefrei zu erreichen, dafür wurde eigens ein Aufzug eingerichtet. Wolfgang Rupp führte eine der Gruppen durch die neuen Räume. Den grünen Boden im Labor habe er gegen etlichen Widerstand durchgesetzt, jetzt finde er überwiegend Gefallen. Ins Erzählen kommt er auch im Tagungsraum im alten Zehentstadel mit seinem historischen Dachstuhl. Warum die Jesuiten so viele Balken eingezogen haben? Vielleicht wollten sie ein Observatorium bauen? Es seien spannende Gespräche mit Denkmalschützern und Historikern gewesen. Überhaupt die Denkmalpflege. Der Zehentstadel stammt aus dem Jahr 1554, das Gebäude, das daran anschließt, wurde zwischen 1597 und 1598 errichtet.

Bei den Arbeiten wurden Knochen gefunden

Bei den Umbauarbeiten kamen mitunter interessante Fundstücke ans Tageslicht. Josef Mederer berichtete von Knochen, Keramiken und einem Kanal aus Formziegeln aus dem 16. Jahrhundert. Architekt Martin Hirner erinnerte sich an eine tragende Säule, die völlig unerwartet ohne Fundament auf dem bloßen Lehm gestanden habe, und an das Gebälk, das teilweise so angegriffen gewesen sei, dass es grundlegend saniert werden musste.

Gerade das historische Gebälk ist immer noch sichtbar. Im Internat, in den Einzel- oder Doppelzimmern, aber auch im Flur, liegen die Balken offen. Florian Albrecht, einer der Klassensprecher bei den Technikern, ist begeistert. Der junge Mann aus Benediktbeuern kennt das Agrarbildungszentrum von früheren Kursen. Seit September besucht er die Technikerschule und findet Gefallen an der Symbiose aus Tradition und Moderne. Solche Aussagen freuen dann auch Wolfgang Rupp. Das zeige ihm, dass sich die viele Arbeit gelohnt habe. Der ehemalige Verwaltungsleiter bleibt dem Standort weiterhin verbunden. Noch ist er Geschäftsführer des mit Waldhackschnitzel befeuerten Heizkraftwerks auf dem Areal in der Epfenhauser Straße, schräg gegenüber der alten Ackerbauschule.

Beim Tag der offenen Tür am Samstag und Sonntag konnte das Heizkraftwerk ebenso besichtigt werden wie die modernisierten Gebäude innerhalb der Stadtmauer. Im neuen Areal, auf dem Technikerschule, Landmaschinenschule und Haushaltstechnik beheimatet sind, gab es viel zu sehen. Unter anderem landwirtschaftliches Gerät, einen vollautomatischen Melkstand und einen vernetzten Kühlschrank. Die Kinder freuten sich an großen und kleinen Traktoren. Für Letztere konnten sie sogar einen Führerschein machen.

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