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Riederau

04.01.2018

Wo auch Jungs eifrig tanzen

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2 Bilder
Yeison Springhorn und Sabrina Kragler (links) treten mit ihren Gruppen auch bei den Heimspielen der Landsberger Basketballer auf.
Bild: Julian Leitenstorfer

Mit der Sea Dance School hat sich Sabrina Kragler einen Traum erfüllt. Ihr Partner Yeison Springhorn kennt die Vorurteile gegenüber tanzenden Jungs und Männern.

Freunde und Fans der Landsberger Basketballer konnten sich schon vom neuen „Pausenschmankerl“ bei Heimspielen überzeugen. Denn ab sofort treten neben den Cheerleadern der Landsberg Starlights auch die Mädchen und Buben der Sea Dance School Ammersee auf, um den Zuschauern die Pausenzeiten zu verkürzen. Das LT hat die Nachwuchs-Tänzer in ihrem Probenraum in Riederau besucht.

„Everybody dance now!“, schallt es aus dem Lautsprecher und zwölf Mädchen und Buben im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren beginnen vor einem großen Spiegel zu tanzen. Es ist „Teenie-Jazz“-Zeit in der Sea Dance School Ammersee. Beste Stimmung herrscht in der Tanzraum im Currypark bei der quirligen Teenie-Gruppe. So mancher von ihnen macht schon vor Trainingsbeginn mit akrobatischen Einlagen wie Handstand, Flickflack oder Spagat auf sich aufmerksam. Und steckt mit seinem Bewegungsdrang auch einige „Neulinge“ an, die heute zum ersten Mal ins Tanztraining schnuppern.

Früher hat der Lehrer noch heimlich getanzt

Etliche Jungs haben sich in der Tanzschule eingefunden. „Darüber freuen wir uns ganz besonders“, sagt Sabrina Kragler. „Am Anfang waren die Buben eher spärlich besetzt. Denen, die da waren, hat es aber wohl so gut bei uns gefallen, dass sie zum nächsten Training gleich ihre Freunde mitbrachten.“ Mittlerweile sei die Zahl Mädchen und Buben ziemlich ausgeglichen.

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Darauf ist auch Yeison Springhorn stolz, der gemeinsam mit Sabrina Kragler die Tanzschule leitet. „Als ich damals mit zwölf Jahren wieder angefangen habe zu tanzen, hab‘ ich das tatsächlich heimlich gemacht“, erinnert sich der 1996 in Kolumbien geborene und in Hamburg aufgewachsene Tänzer. „Damals gab es noch sehr viele Vorurteile und auch Anfeindungen“, weiß er.

Außer seinen Eltern hätten nicht einmal die Freunde von seiner Leidenschaft gewusst. Das sei aber viel besser geworden. Junge Burschen, denen das Tanzen, das Turnen oder die Akrobatik Spaß mache, müssten sich heute nicht mehr verstecken.

Und überhaupt liege Tanzen voll im Trend, was die beiden unter anderem auch dazu bewogen habe, ihre Tanzschule zu eröffnen. Die „kleinsten“ Kunden seien gerade mal drei Jahre alt und der älteste Teilnehmer schon 69. Dabei stehen nicht nur klassischer Tanz oder Ballett auf dem Stundenplan der Schule. „Gerade Jugendliche wollen nicht nur einfach tanzen, die wollen viel mehr auch ihre Fitness trainieren und ihren Körper formen“, sagt Yeison. Für die gibt es den Kurs „Teens fit“. In einer Art tänzerischem Fitnessstudio arbeitet Yeison mit in erster Linie jungen Männern. „Wir trainieren die Ausdauer und arbeiten an der Körperspannung bei cooler Musik“, erklärt Springhorn. „Den linken Arm nach oben, den rechten hinterher. Beide Arme nach unten, nach oben zum V und dann im großen Kreis schwingen...“, gibt Yeison seinen Schützlingen Anweisungen. Ein ums andere Mal werden die einzelnen Sequenzen mit den Kindern trainiert, die auch am späten Nachmittag noch voll bei der Sache sind.

Manchmal werden die Lehrer auch streng

„Hat jemand Fragen bis hier her?“, will Sabrina Kragler wissen. „Warum müssen wir denn die Ferse anheben und können den Fuß nicht einfach hinstellen?“, fragt eine der jungen Tänzerinnen. „Das wäre doch viel einfacher.“ Weil ein angehobener Fuß einfach graziler und schöner aussehe, erklärt Sabrina Kragler und Springhorn ergänzt: „Und weil die Choreografie eben so ist. Da gibt es nichts zu diskutieren.“

Ein bisschen Strenge muss eben auch sein, wenn die Trainingsstunde erfolgreich zu Ende gehen soll. „Disziplin und hartes Training sind in unserem Beruf sehr wichtig“, sind sich die beiden jungen Tanzlehrer einig. „Ich glaube sogar, dass hartes Training viel wichtiger ist als Talent zum Tanzen“, sagt Yeison, der seine Ausbildung zum Bühnentänzer und Tanzpädagogen bereits abgeschlossen hat und an den unterschiedlichsten Produktionen mitwirkte. Aktuell stehen bei ihm zwei Engagements an der Münchner Staatsoper auf dem Programm, erzählt der Absolvent der Iwanson International School of Contemporary Dance in München – und leitet seine Schützlinge weiter in die nächste Sequenz der Choreografie.

Fünf-, sechsmal wird jede Bewegung im „Trockenen“ einstudiert, bevor die Musik von „Gonna Make You Sweat“ von C+C Music Factory und Freedom Williams wieder aus den Boxen schallt – und alles mit Musik geübt wird.

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