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Wo beginnt Inklusion, wo endet sie?

Kommentar Von Alexandra Lutzenberger
23.11.2018

Welche Schulform macht für Kinder mit einer Behinderung wirklich Sinn - LT-Redaktionsleiterin Alexandra Lutzenberger mit einem Kommentar zu einem nachdenklichen Thema.

Inklusion ist ein wichtiges Thema und ein ernstes. Und Landrat Thomas Eichinger nimmt es auch ernst – nur hat er auch den Mut auf Missstände offen hinzuweisen und zwar ohne ein Blatt vor dem Mund zu nehmen. Die Wortwahl ist dabei drastisch, aber das was im Moment in Sachen Schulbegleiter passiert, ist auch, wenn man es näher bedenkt, eine sehr seltsame Geschichte. Denn keiner scheint mit dieser Lösung Schulbegleiter so wirklich glücklich zu sein. Es kostet viel Geld, sorgt an den Schulen für große Probleme und dürfte für alle Kinder auch noch belastend sein. Denn die Kinder, die begleitet werden, bekommen so erst recht mit, dass sie anders sind, und die anderen werden nicht mal richtig darüber aufgeklärt, warum sie alleine in die Schule gehen, die anderen Kinder aber nicht. Was bitte hat das mit Inklusion zu tun?

Mehr zum Thema: Schulbegleiter: Einigkeit im Beirat, Kritik an der Wortwahl des Landrats

Was ist das Beste für das Kind?

Viel besser wäre es, wenn man sich genau überlegt, was das beste für das Kind ist. Wenn es mehr gefördert werden muss, dann braucht es nicht nur einen Schulbegleiter, sondern auch einen speziell dafür ausgebildeten Lehrer. Nur so kann man versuchen, die Probleme zu überwinden und das funktioniert in Klassen, wo man gezielt auf diese Kinder Rücksicht nehmen kann. Das hat gar nichts mit Ausgrenzung zu tun, sondern mit Förderung und die sollte man für sein Kind nutzen. Warum manche Eltern das als Ausgrenzung sehen, verstehe wer will. Rücksichtnahme ist Integration.

Deshalb ist eine Schulsozialarbeit, vielleicht verbunden mit Klassen, in denen die Kinder speziell betreut werden, eine Lösung über die man nachdenken sollte. Wenn wir an unsere Schulzeit zurückdenken, wären wir gerne begleitet worden? Damit es keiner falsch versteht: Die Arbeit der Schulbegleiter ist gut, und man muss ihnen danken dafür. Nur ob, das Ganze wirklich so sinnvoll ist, diese Frage muss man stellen dürfen. Landrat Eichinger hat deshalb vollkommen Recht dieses Thema so deutlich anzusprechen.

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