Penzing

21.07.2016

Wo bleibt die Post?

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Barbara Drexl aus Untermühlhausen hat im Juni keine Post bekommen.
Bild: Thorsten Jordan

Warum es in den Ortsteilen  Untermühlhausen, Epfenhausen und Oberbergen Zustellungsprobleme gab. Auf einige Briefe warten die Bürger noch immer. Die Reaktion des Unternehmens fällt knapp aus.

Barbara Drexl war ziemlich verwundert. Die Untermühlhausenerin buchte vor einigen Wochen eine Reise und erhielt noch vor den dazugehörigen Unterlagen samt Rechnung eine Mahnung des Veranstalters. Aber die ursprünglichen Unterlagen mit Aufforderung zur Anzahlung hatte sie nie per Post erhalten. Das ist nur ein Fall von vielen, die sich in der jüngsten Zeit in den Penzinger Ortsteilen Epfenhausen, Untermühlhausen und Oberbergen zugetragen haben. Denn über einen längeren Zeitraum erhielten einige Haushalte keine Post. In einigen Fällen hat sich die Deutsche Post per Infoschreiben entschuldigt. „Die für Sie bestimmte Sendung wurde während der Beförderung entwendet und nun aufgefunden. Bitte entschuldigen Sie die dadurch entstandenen Unannehmlichkeiten“, heißt es darin. Aber einige Sendungen stehen wohl noch immer aus.

„Ich weiß von vielen Freunden, dass sie auch davon betroffen waren und zum Teil noch auf Post warten“, sagt Barbara Drexl. Die Vorsitzende der Sportfreunde Untermühlhausen wartet bis heute noch auf einen Urlaubsprospekt und einen Brief von der Bank – beides ist bis heute nicht gekommen. „Aber man weiß ja nicht, was sonst noch alles verloren gegangen ist. Da ist bei der Post wohl einiges schiefgegangen, was man so hört.“ Eine Woche lang sei der Briefkasten im Juni komplett leergeblieben, seit knapp zwei Wochen komme die reguläre Postbotin wieder und es laufe wieder nach Plan.

Auf Nachfrage des Landsberger Tagblatts bei der Deutschen Post erklärte Pressesprecher Erwin Nier gestern: „Im Juni gab es einige Tage durch Krankheit personelle Schwierigkeiten und Verzögerungen in der Zustellung.“ Ansonsten konnte der Sprecher keine näheren Gründe nennen, wie viele Haushalte betroffen waren, warum es Verzögerungen gab und offenbar noch immer gibt. Dafür spricht der Fall von Gerlinde Knerer. Die Frau aus Oberbergen wartete im Juni auf den Kfz-Schein eines Anhängers. Diesen hatte das Landratsamt per Post an sie adressiert. Täglich wartete die Frau auf den Brief und legte sich sogar auf die Lauer, um am Vormittag das Postauto abzupassen, wenn es durch Oberbergen fährt. Aber an zwei Tagen sei gar kein Auto gekommen. Die Seniorin ließ nicht locker. „Ich habe mehrfach telefoniert, wo der Schein bleibt. Da wurde mir gesagt, dass der Brief wegen Unzustellbarkeit ans Landratsamt zurückgegangen sei.“ Ein zweiter Versuch scheiterte ebenfalls.

Die Oberbergerin hakte daraufhin bei der Deutschen Post nach. Sie sei bei der zuständigen Stelle gefragt worden, ob es Änderungen bei der Anschrift gegeben habe und die Adresse noch richtig sei. „Da musste ich schon lachen. Denn ich wohne seit 42 Jahren hier“, so Knerer weiter. Mittlerweile hat sie den Kfz-Schein auf anderem Weg vom Landratsamt erhalten. Der zweite Brief ist immer noch auf dem Postweg unterwegs. „Die im Landratsamt haben gelacht und gesagt: Wenn der Schein in den nächsten zwei Jahre noch kommt, soll ich ihn halt einfach vorbeibringen.“

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