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Ausstellung

24.10.2013

Wo die kleinen Schweine tanzen

Kunstfertig ausgefeilte, dramatische Landschaftsaufnahmen zeigt Jürgen Oliver Blank.
Bild: Nue Ammann

Produzentenausstellung „Das kleine Format“

 Eine Rotte ausgelassen tanzender Schweine schmückt nicht nur das diesjährige Plakat zur Kunstausstellung „Das Kleine Format“, nein, die kleinen Bronzen von Ilse Bill tanzen auch im Ausstellungsraum im Blauen Haus in Dießen. Dorthin lädt Kuratorin Annunciata Foresti alle Kunstinteressierten ein, um Arbeiten von 33 Künstlern aus München und dem Fünf-Seen-Land kennenzulernen.

Zur Eröffnung wurde diesmal auch Dießens Hauptstraße miteinbezogen, vom Rathaus, wo der Dießens Bürgermeister als Schirmherr der Ausstellung abgeholt wurde, bis zum Blauen Haus, rund 600 Meter weiter, zogen die Künstler gemeinsam mit vier Schauspielern der Jugendgruppe der Stelzer aus Landsberg. Die Performance lockte Passanten in die Ausstellung, die im Anschluss an die Straßenaktion von Bürgermeister Herbert Kirsch, dem kulturpolitischen Sprecher der Grünen im Landtag Dr. Sepp Dürr und der Initiatorin Annunciata Foresti eröffnet wurde.

Neben Marmorskulpturen in Form von Kinderspielzeug aus gefaltetem Papier von Verena Mayer-Tasch, finden sich in der Werkschau beispielsweise auch kunstfertig ausgefeilte, dramatische Landschaftsaufnahmen von Jürgen Oliver Blank, farbintensive Acryl-Gemälde mit sich tummelnde Wohnwägen von Ilse Renner, mit feinen Linien gezeichnete Portraits von Alexander Kowarzyk oder übermalte Röntgenbilder von Axel Wagner. Wie jedes Jahr wurde auch heuer vom Publikum ein Künstler unter den 33 teilnehmenden gewählt, aus dessen Werk die Gemeinde Dießen eine Arbeit ankaufen wird. Die Wahl fiel auf Lukas Schramm aus München, der eine Installation mit Fotografien aus seiner Serie „Atlas und Amazone“ zeigt. In sechs formal gleichwertigen Bildern, die nackte Rücken junger Frauen abbilden, schafft er durch eine nebeneinander angeordnete Präsentation einen regelrechten Farbverlauf der Hauttöne von weiß bis schwarz.

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Geschnitzte Figuren unter der Glasglocke

Auffallend ist in diesem Jahr die Häufigkeit von humorvollen Aspekten in den Aussagen verschiedener Arbeiten.

Nicola von Thurn beispielsweise, lässt eine Herde weißer Kunststoffgeißlein auf ein gezeichnetes Abbild einer Kleepflanze starren; Kristina Johlige Tolstoy präsentiert unter Glasglocken geschnitzte Figuren, die sie mit natürlichen Materialien ausstaffiert und deren Titel als Wortspiele mit den Form gewordenen Arbeiten korrespondieren; Angelika Högerl nutzt alltägliche Materialien aus dem Deko- und Haushaltsbereich um daraus Wandskulpturen mit architektonischer Anmutung zu kreieren und die aus dem Schwarzwald stammende Barbara Hartmann bietet einen Bayerisch-Kurs in sechs Lektionen als Videodokumentation. Niki Dimbath untersucht mittels Malerei die Charaktereigenschaften der Farbe Weiß, Hajo Düchting vereint Farb-Malerei mit Collage-Elementen, Dieter Finzel präsentiert abstrakte Spachtelarbeiten in Acryl, Annuciata Foresti zeigt eine Auswahl an Engel-Zeichnungen und Reinhard Fritz beschäftigt sich mit Malerei als Energiespender.

Jürgen Ghebrezgiabher sammelt mit der Kamera Eindrücke und Augenblicke, Steffanie Grewel widmet sich in ihren Fotografien zufällig entstanden Strukturen und Johannes Karl hält in seinen Bildern das Zeitgeschehen malerisch fest. Ulrike Kreutzer und Nina Munker präsentieren Trickfilme, die in ihrer On-Off-Werkstatt in Zusammenarbeit mit Kindern entstanden; Fotomontagen zweier 100 Jahre auseinanderliegender Marokkoreisen zeigt Susanne Kohler, Mica Knorr-Borrocco Portraits mehrere Nutz- und Haustiere.

Gabi Meyer-Brühl liefert mit ihren Fotos Raum zum Innehalten, Ute Rossow bietet Radierungen mit Bildthemen rings um den Ammersee, Katharina Schellenberger zeigt eine Auswahl der kleinformatiger Gemälde der Serie „Traumbilder-Seelenlandschaften“, Axel Wagner auf Röntgenbilder gemalte Fisch-Konterfeis und Egon Stöckle beschreibt mit seinen kleinen Skulpturen den Kraftakt der Kunst aus flüssigem Metall entstehen zu lassen.

Geöffnet ist die 6. Produzentenausstellung im Blauen Haus in der Prinz-Ludwig-Straße 23 in Dießen noch bis 10. November, jeweils freitags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr.

Im Internet

www.das-kleine-format.de

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