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Landsberg

12.02.2020

Wo im Landkreis Landsberg noch Wahlhelfer gesucht werden

Bei der Kommunalwahl gibt es mehr zu tun als bei anderen Wahlen, denn es gibt viele Kandidaten und Listen und das Wahlsystem lässt viele Möglichkeiten zu, die Stimmen zu verteilen.
Bild: Bernhard Weizenegger/Symbolbild

Plus Die Kommunalwahl bedeutet für die Landkreisgemeinden viel Aufwand. Das Auszählen der Stimmen dauert bis tief in die Nacht. Wie die Kommunen von Apfeldorf bis Weil Helfer für den Dienst anlocken.

In den Rathäusern zwischen Lech und Ammersee laufen die Vorbereitungen für die Kommunalwahl am 15. März auf Hochtouren. Vor allem beim Auszählen der Wahlzettel kommt es auf freiwillige Helfer an. Doch die sind mancherorts noch spärlich gesät – zum Beispiel in der Stadt Landsberg. Dort greift man jetzt zu einem ungewöhnlichen Mittel.

Über 300 Helfer benötigt die Stadt Landsberg, um alle Wahllokale und Briefwahlbezirke zu besetzen, erklärt Stadtsprecher Andreas Létang. Etwa die Hälfte dieser rund 300 Personen wird sich dabei aus Mitarbeitern des Öffentlichen Dienstes zusammensetzen. Sie können sich die Stunden als Wahlhelfer in der Regel von ihrem Arbeitgeber freigeben lassen.

Viele Stimmen und noch viel mehr Kandidaten

Acht bis zehn Personen werden pro Wahllokal und Briefwahlbezirk benötigt. 35 gebe es, erklärt Létang. Die Wahlzeit von 8 bis 18 Uhr können sich die Teams teilen. Dabei ist darauf zu achten, dass stets mindestens drei Wahlhelfer anwesen sind. Ab 18 Uhr müssten aber dann alle ran, erklärt Létang: Dann werden die Stimmzettel ausgezählt, und das dauert bei der Kommunalwahl deutlich länger als bei einer Europa-, Bundes- oder Landtagswahl. Die OB- und die Landratswahl dürfte zwar schnell erledigt sein, Ausdauer ist dann aber bei der Stadtrats- und Kreistagswahl gefordert: Für den Stadtrat können die Wähler 30 Stimmen an 179 Kandidaten auf acht Listen verteilen. Und für den Kreistag hat jeder Wähler 60 Stimmen, die er auf 451 Kandidaten auf zehn Listen verteilen kann. Bis alle Stimmen ausgezählt sind, so Létang, könne es 1 oder 2 Uhr nachts werden.

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Für einen solchen langen Wahltag wie bei der Kommunalwahl hat die Stadt die Aufwandsentschädigung für die Wahlhelfer – im Amtsdeutsch auch „Erfrischungsgeld“ genannt – auf 100 Euro erhöht. Bei allen anderen Wahlen werden üblicherweise nur 50 Euro bezahlt. Während in Landsberg also noch Wahlhelfer gesucht werden, ist man in Dießen schon „weitestgehend safe“, wie es Geschäftsstellenleiter Karl Heinz Springer formuliert. In Dießen hatte man auf der Gemeinde-Homepage schon vor längerer Zeit nach Wahlhelfern gesucht – mit Erfolg: „Über ein Online-Formular haben sich 50 Leute gemeldet“, sagt Springer. Daneben greife die Marktgemeinde auf einen „Fundus“ langjähriger Wahlhelfer zurück.

Auf die Mischung kommt es an

Ein großes Reservoir potenzieller Wahlhelfer bieten auch die Kandidaten der Parteien und Wählergruppen. Und da ist in Dießen traditionell kein Mangel: 169 Bewerber wurden von acht Parteien und Wählergruppen aufgestellt. Diese 169 Personen entsprechen fast dem Gesamtbedarf von rund 190 Wahlhelfern. Dass Kandidaten Wahldienst machen, ist rechtlich übrigens kein Problem, betont Springer. Bei der Einteilung der Wahlvorstände in den Wahllokalen werde zudem darauf geachtet, dass sie politisch gemischt seien. „Die passen dann gegenseitig auf sich auf“, sagt Springer. Auch der Dießener Verwaltungschef rechnet mit einem langen Wahlabend. Denn er geht davon aus, dass bei sieben Bürgermeisterkandidaten die Wahlbeteiligung deutlich über den 55 Prozent im Jahr 2014 liegen werde. Er gehe dieses Mal von rund 80 Prozent aus.

Aus diesem Grund wurden in St. Georgen und Riederau zwei weitere Wahllokale und zwei zusätzliche Briefwahlvorstände eingerichtet, „in der Hoffnung, dass dann die Belastung für die Wahlhelfer nicht so groß ist“, wie Springer sagt. Auch in Dießen wurde das „Erfrischungsgeld“ deutlich angehoben – von 40 auf ebenfalls 100 Euro, berichtet Springer.

Wer aufhören will, muss sich um einen Ersatz kümmern

Ganz ohne Aufruf an die Bevölkerung konnten in der Verwaltungsgemeinschaft Pürgen die Wahlvorstände besetzt werden, berichtet Geschäftsstellenleiter Ernst Schilcher. „Unsere Wahlvorsteher arbeiten sehr selbstständig, die machen ihren Job schon lange und haben ein fast fixes Team. Und wenn jemand aufhört, dann heißt es, ’Du musst einen Nachfolger bringen’“, beschreibt Schilcher die Praxis in Hofstetten, Pürgen und Schwifting, den Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft (VG). In Pürgen gibt es ein gestaffeltes „Erfrischungsgeld“: Wer auch tagsüber im Wahllokal sitzt, erhält 100 Euro ausbezahlt, wer am Abend nur Stimmen auszählt, 80 Euro. Auch in der VG Pürgen sind unter den Wahlhelfern Gemeinderatsmitglieder und Kandidaten. Man achte aber darauf, dass sie nicht die Gemeinderatswahl auszählen und sich stattdessen mit der Kreistagswahl beschäftigen, erklärt Schilcher.

Besondere Voraussetzungen müssen Wahlhelfer nicht mitbringen. Ein Wahlhelfer muss EU-Bürger, mindestens 18 Jahre alt und in der jeweiligen Stadt oder Gemeinde wohnhaft sein.

Umfassend über die Kommunalwahl am 15. März informiert das Innenministerium auf seiner Website.

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