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Landsberg

08.12.2019

Wo in Landsberg bis 2030 neue Wohnungen gebaut werden

Eine der großen Baustellen, wo in den nächsten Jahren Wohnungen in Landsberg entstehen werden: das Papierbach-Gelände.
Bild: Thorsten Jordan

Plus In Landsberg wird in den nächsten Jahren viel Geld in städtebauliche Planungen investiert. Wo im nächsten Jahrzehnt neue Bauflächen ausgewiesen werden und wie diese mit den Wachstumszielen des Stadtrats zusammenpassen.

Wie stark soll Landsbergs Einwohnerzahl wachsen, und wo sollen die künftigen Bürger wohnen? Diese Fragen haben den Finanzausschuss des Stadtrats einmal mehr in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt. Im Rahmen der Haushaltsberatung stellte Mathias Rothdach vom Referat Stadtplanung und Umwelt einen Fahrplan für das nächste Jahrzehnt vor. Die spannende Frage dabei: Passt das mit dem Wachstumsziel des Stadtrats von einem Prozent pro Jahr zusammen?

Allein im Entwurf des Haushalts für das kommende Jahr findet sich mehr als eine Million Euro für Bebauungspläne, den neuen Flächennutzungsplan mit Verkehrsentwicklungsplan, aber auch, um Gutachten, Projekte und Studien sowie das Quartiersmanagement im Landsberger Westen auf den Weg zu bringen.

Auch die Landsberger brauchen mehr Wohnraum

Die Vorlage Rothdachs ging freilich weit über das nächste Jahr hinaus und richtete den Blick darauf, wie viele zusätzliche Wohneinheiten es innerhalb von zwölf Jahren bis 2030 geben könnte. Es sind insgesamt 2510 neue Wohnungen, pro Jahr gerechnet etwa 210. Das wäre Wohnraum (geht man von den derzeitigen durchschnittlichen Haushaltsgrößen von rund zwei Personen aus) für gut 400 Personen. Allerdings werden in die neuen Wohnungen nicht nur Neubürger einziehen, wie in der Sitzung deutlich wurde. Einen Teil des neuen Wohnraums würden auch bereits bislang in Landsberg ansässige Personen in Anspruch nehmen. Die Haushaltsgrößen werden sich laut der Bevölkerungsprognose des Stadtplanungsbüros Planwerk bis Anfang der 2030er-Jahre von derzeit 2,1 auf 1,97 Personen verkleinern. Allein deshalb, so Rothdach, wären bis dahin rund 900 Wohneinheiten erforderlich, also mehr als ein Drittel des voraussichtlichen Wohnungszuwachses. Demnach werde das Einwohnerwachstum eher deutlich unter dem vom Stadtrat per Grundsatzbeschluss angestrebten einem Prozent pro Jahr bleiben.

Wo in Landsberg bis 2030 neue Wohnungen gebaut werden

Wo werden die Entwicklungsschwerpunkte liegen?

Papierbach: Das größte Einzelvorhaben wird das „Urbane Leben am Papierbach“ sein. 630 Wohneinheiten (davon 30 Prozent Sozialwohnungen) sind dort laut Vertrag zwischen Investor und Stadt möglich, diese sollen bis 2024 gebaut werden.

Reischer Talweg: Weiter in die Zukunft gerichtet ist der Blick auf eine Bebauung am Reischer Talweg: Als Realisierungszeitraum für 300 Einheiten nannte Rothdach 2026 bis 2030, denn: „Im Osten haben wir erhebliche Entwässerungsprobleme, die nicht auf die Schnelle geklärt werden können.“ Anders als im Westen der Stadt mit Kiesböden finden sich im Osten schwere Böden, die wenig wasserdurchlässig sind. Für die Straßenerschließung seien auch noch Grundstücksabtretungen erforderlich.

Schneller vorangehen sollen die Wohngebiete im Westen.

Wiesengrund: Die Bebauung des Wiesengrunds mit insgesamt 200 Wohneinheiten plant Rothdach für die Jahre 2021 bis 2024. Hier ist ein 40-prozentiger Anteil von Sozialwohnungen und sozial gefördertem Wohnraum vorgesehen. Strittig ist jedoch, ob dort die Stadt selber tätig werden oder die Fläche an Investoren verkauft werden soll.

Geplanter Wohnungsbau in Landsberg bis 2030.

Staufenstraße: Die Staufenstraße soll laut Stadtplanung zwischen 2022 und 2027 bebaut werden und jährlich 40 Wohneinheiten (insgesamt 240, davon 40 Prozent Sozialwohnungen) beisteuern.

Pfettenstraße: Zur Pfettenstraße kündigte Rothdach einen demnächst startenden Planungswettbewerb an. Die neue staatliche Wohnungsbaugesellschaft BayernHeim werde „wahrscheinlich schnell vorangehen“. Die vorgesehenen 240 Sozialwohnungen sollen 2023 bis 2026 auf den Markt kommen.

Nachverdichtung: Zu diesen fünf Siedlungsschwerpunkten würden aber noch Wohneinheiten durch Nachverdichtung kommen, machte Dr. Wolfgang Weisensee (Landsberger Mitte) aufmerksam. Diese werden bis zum Jahr 2030 auf 900 beziffert, erläuterte Rothdach. Weisensee wies auch auf die Kosten hin, die durch die zusätzlichen Einwohner für die Daseinsvorsorge aufgewendet werden müssen. Er sprach von 1500 bis 2300 Euro pro Person und Jahr. Diesen Kosten, wandte Christian Hettmer (CSU) ein, müssten aber auch zusätzliche Einnahmen für die Stadt gegenübergestellt werden, etwa durch den Einkommensteueranteil der künftigen Einwohner, und ein höheres Gewerbesteueraufkommen, denn für mehr Einwohner müssten zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden.

Auch die Bürger sind gefragt

Außer neuen Wohngebieten will sich die Stadtplanung im nächsten Jahr auch noch mit weiteren Projekten befassen. Die Vorhaben der Dorfentwicklung in den vier Dörfern Ellighofen, Erpfting, Pitzling und Reisch sollen mit jeweils 10.000 Euro vorangebracht werden. In der Kernstadt sind für die Aufwertung der nördlichen Altstadt und die damit verbundene Bürgerbeteiligung und für einen neuen Altstadtzugang am Inselbad jeweils 100.000 Euro vorgesehen. Rund 150.000 Euro (inklusive erstmaliger Personalkosten) dürfte es kosten, im Landsberger Westen unter dem Titel „Soziale Stadt“ ein Quartiersmanagement einzurichten.

Lesen Sie dazu auch unseren Kommentar: Wachstum ist nicht das größte Problem

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