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21.06.2009

Wo kommt das Wasser her, wo geht es hin?

Landsberg Persönlich begrüßt wurden die Besucher der Landsberger Kläranlage am Samstag von Werkleiter Norbert Köhler. "Ich bin froh, dass Leute da sind. Wenn nicht, wäre das sehr schlecht für die Motivation." Man sieht, die Landsberger interessieren sich dafür, was mit dem Wasser passiert, das sie täglich verbrauchen. Denn der größte Teil des Abwassers stammt aus dem häuslichen Bereich. Aus Toilettenspülungen und durch Körperpflege. Und jeder Deutsche verbraucht am Tag ca. 130 Liter des kostbaren Guts. Das erfährt man an der ersten der zwölf Stationen, die durch den Zyklus der Aufbereitung des Schmutzwassers führen. Doch nicht nur das Abwasser aus Landsberg landet hier.

Insgesamt hat das Kanalnetz 42 000 Anschlüsse, eine Länge von 325 700 Metern und wird über 23 Pumpstationen in die Kläranlage befördert. Das führt zu einem täglichen Abwasseranfall von 8000 bis 10 000 Kubikmetern (m³). Bei Regen sind es bis zu 40 000 m³. "Maximal 30 Prozent mechanische Klärung, mehr geht nicht raus", erklärt ein Mitarbeiter zu den ersten Reinigungsstufen Rechen, Sandfang und Vorklärung. Der anfallende Klärschlamm wird in die beiden Faultürme geleitet. Das Klärgas wird verdichtet, gereinigt und gespeichert. Es wird benutzt, um die Anlage mit Strom und Wärme zu versorgen. Im Blockheizkraftwerk werden jährlich 1,2 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugt. Das würde für die Versorgung von 300 Haushalten ausreichen. Ziel ist es, den Jahresbedarf von 1,5 Mio. kWh durch ständige Optimierung selbst erzeugen zu können.

In der Kläranlage wird mit modernster Technik gearbeitet. "Wir müssen die Anlage immer auf neuestem Stand halten, um die Abwasserabgabe zu vermeiden", erklärt Ulrich Heindl von den Städtischen Werken. In der Zentrifuge, die seit Juli 2008 in Betrieb ist, wird dem vergärten Klärschlamm Wasser entzogen. Mithilfe von Flockungsmitteln und Zentrifugalkräften wird das Wasser von den festen Stoffen getrennt. So wird eine Reduzierung des Wassergehalts von 95 auf 75 Prozent erreicht. Gleichzeitig bedeutet dies eine Volumenreduzierung von sogar 80 Prozent. Der entwässerte Schlamm kann weiter verwertet werden. Das Abwasser enthält nach der mechanischen Reinigung vor allem noch gelöste Kohlenstoff- und Stickstoffverbindungen. In der biologischen Reinigung werden diese Stoffe durch Mikroorganismen abgebaut. Über moderne Drehkolbengebläse werden die Becken mit Sauerstoff versorgt, um den Prozess aufrecht zu erhalten. Durch leicht lösliche Metallsalze werden in der chemischen Reinigung die noch im Wasser gelösten Phosphate gebunden und setzen sich im Nachklärbecken ab. Das Wasser wird in den Lech geleitet. "Wir erreichen einen Reinheitsgrad von 98 Prozent", erklärt ein Mitarbeiter den Besuchern. Um das Abwasser transportieren zu können, will das Kanalnetz gewartet und instand gesetzt werden. Die hierzu nötigen Gerätschaften waren auch zu sehen, wie ein Kanalspülfahrzeug oder ein Kanal-TV-Wagen. Vor allem für die kleinen Besucher interessant waren das Labor, in dem sie in der Welt der Mikroorganismen auf Entdeckungsreise gehen konnten und der eigens produzierte Film, der durch die Anlage führt. Alle Gäste konnten sich am Tag der offenen Tür in der Kläranlage auch anhand von Schautafeln informieren.

Weitere Bilder unter

www.landsberger-tagblatt.de/bilder

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