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Landsberg

07.11.2017

Wo sich Kunst nicht festlegen lässt

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2 Bilder
„Einprägungen“ heißt diese Bildcollage von Joachim Giebelhausen. Die Arbeiten im Rahmen sind aus Ton. Diese und andere Werke sind bei der 83. Jahresausstellung der Künstlergilde Landsberg-Lech-Ammersee zu sehen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Die Jahresausstellung der Künstlergilde ist eine wunderbare Schau vielfältigster Arbeiten. Das LT hat einen Streifzug durch die Schau unternommen.

106 Mal Kunst als Malerei, Skulptur, Objekt, Collage von 43 Künstlern unterschiedlicher Ausprägung in einer Schau zusammengefasst. Ist es für den Besucher möglich, diese Flut zu betrachten und gedanklich zu verarbeiten? Ist es. Die aktuelle Jahresausstellung der Künstlergilde Landsberg-Lech-Ammersee, seit 1983 in Räumen der Beruflichen Schulen Landsberg, ist sehenswert. Zum 83. Mal bereits zeigen Gildemitglieder und etliche Gäste, wie produktiv sie übers Jahr waren. Dabei ist es für die Gilde heuer nach der Mottoschau „Alternativlos“ in der Säulenhalle und „Mal hier! Mal da!“ im Rathauskeller bereits die dritte Ausstellung, wie Vorsitzende Petra Ruffing bei der von Maria Ruf und Godwin Schmid musikalisch umrahmten Eröffnung der Schau berichtete.

Eine vielfältige Ideen- und Motivwahl

Das Künstlervolk zwischen Lech und Ammersee beziehungsweise bis nach München hinein ist allerdings so kreativ, ideenreich und fantasievoll, dass das kein Problem darstellte. Zudem ist die Präsentation der Kunst vieler Facetten gelungen. Die Ausstellung sei spannend, erklärte Sigrid Knollmüller, ehemalige Kulturbürgermeisterin der Stadt Landsberg, bei ihren einführenden Worten. Fest machte sie das zum einen an der „ewigen Jugend“ der Gilde, die daraus resultiere, dass immer wieder neue Mitglieder mit neuen Ideen und alternativen Techniken nachkommen. Weiterer Aspekt ist für Knollmüller die große Spannweite der Schau mit einer Vielfalt und Fülle, die reichlich Gelegenheit biete, verschiedenste Gestaltungsmöglichkeiten kennenzulernen. Dazu komme die Motiv- oder Ideenwahl.

Wie recht sie hat, die frühere Kulturbürgermeisterin. Da ist einmal ein großer Bereich, der unter einem weit gefassten Begriff „Heimat“ vereint werden kann. Der Landsberger Hans Dietrich ist da vor allem zu nennen, der immer wieder neue pittoreske Flecken in seiner Stadt ausfindig macht. Für Karl Ilg gilt das Gleiche. Er malt „sein“ Dießen in allen Facetten. Volker Kurz, Dietlind Sadowsky und Elisabeth Unglert weiten den Blick auf Bayern und Österreich. Mehrfach zu entdecken ist Verfremdung von Literatur, entweder als Malerei auf Textseiten, oder auch als direkte Bezugnahme zum Inhalt eines Buchs.

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„Ein Hauch von Politik“, so stufte Sigrid Knollmüller die beiden exzellenten, von Oliver Grüner mit Rötel auf Bütten geschaffenen „Sonntagsportraits“ von Max Mannheimer und Roman Herzog ein. Beeindruckend auch die fotografischen Collagen im Eingangsbereich des Schulanbaus, bei denen Heidi Gerhardinger die Augen ihrer Großmutter Porträts fremder Menschen „übertragen“ hat. Neben einem großformatigen Akt von Katinka Schneweis wirken sie wie streng beobachtend.

Lustig wird es für Paare

Perfekt platziert neben der Eingangstür: Schneweis’ „Tor zur Welt“, ein strahlend weißes Gebilde aus Draht, Stoff, Papier, Gips, Acryl. Eher düster, allerdings auch hoffnungsvoll muten die tönernen „Einprägungen“ von Joachim Giebelhausen an. Der mittlerweile 90-Jährige beschäftigt sich sehr mit dem, was nach dem irdischen Leben kommt und lässt seine Gedanken in berührende, ergreifende künstlerische Objekte fließen. Vergleichsweise heiter sind die „Stationen“ von Eberhard Dröber und Jutta Rösch: Der Betrachter kann eines der verliebten oder auch zankenden Paare aussuchen und sich mittels Spiegel daneben beamen. Nur einige der ausstellenden Künstler können hier genannt werden. Es ist aber noch viel mehr sehenswerte Kunst ausgestellt, fantastische Welten, Figürliches und Gegenstandsloses, mal heiter, mal düster – und eine Retrospektive auf den im Frühjahr bei einem Tauchunfall ums Leben gekommenen Zweiten Gildevorsitzenden Roland Müller.

Wie stets bei der Jahresschau der Künstlergilde dabei ist die Fotogruppe Landsberg, deren Mitglieder sich dem Thema „Bäume sind mehr als Holz“ fotografisch genähert haben.

Termin Die 83. Jahresausstellung der Künstlergilde Landsberg-Lech-Ammersee mit Gastaussteller Fotogruppe Landsberg in den Beruflichen Schulen Landsberg, Spitalfeldstraße 11; Öffnungszeiten an den Wochenenden vom 11. und 12. sowie 18. und 19. November, jeweils von 14 bis 17.30 Uhr.

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