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Ansiedlung

16.01.2015

Wohin geht BMW?

Das ehemalige Gut Lechfeld, das zur Gemeinde Kleinaitingen im Landkreis Augsburg gehört, wird als Standort für das Versandlager von BMW gehandelt.
Bild: Pitt Schurian

Logistikzentrum soll in der Region gebaut werden. Auf den Zuschlag hoffen viele

Die Entscheidung, wo sich der Automobilkonzern BMW niederlässt, soll bereits Ende Januar, Anfang Februar fallen. Das hat der Augsburger Landrat Martin Sailer ( CSU) beim Auftakt der Haushaltsberatungen im Landkreis Augsburg mitgeteilt. Natürlich mit dem unausgesprochenen Wunsch, dass BMW das geplante Versandlager für Ersatzteile in Kleinaitingen auf dem Lechfeld bauen möge. „Wir stehen vor spannenden Wochen“, sagte er. Denn es gehe um etwa 250 Arbeitsplätze und den Bau einer etwa 500 Meter langen und 135 Meter breiten Halle.

Als aussichtsreicher Kandidat für die Ansiedlung mit rund 250 Arbeitsplätzen gilt die Gemeinde im Süden des Landkreises Augsburg. Neben Kleinaitingen sind auch Leipheim (Kreis Günzburg) und Ellwangen (Ostalbkreis) sowie ein mögliches Angebot aus dem Raum Landshut im Gespräch. Alle Kandidaten bieten die geforderte gute Fernstraßenanbindung. In Kleinaitingen soll die BMW-Ansiedlung auf das ehemalige Gut Lechfeld, das die Gemeinde vor zehn Jahren vom Freistaat gekauft hat. Falls Kleinaitingen den Zuschlag bekommt, soll der Bau noch 2015 beginnen.

Der Geschäftsführer des Zweckverbands Interkommunales Gewerbegebiet Landkreis Günzburg, Christian Zimmermann, rechnet damit, dass BMW seine Entscheidung im März bekannt geben wird. Er habe vom Automobilkonzern keinerlei Rückmeldung, wie der Standort Areal Pro, so der neue Name für das einstige Fliegerhorstgelände in Leipheim, im Rennen liegt. Er stuft die Chancen, dass das Areal Pro zum Zug kommt, aber nach wie vor als gut ein. „Nach Telefonaten der vergangenen Woche gehe ich jedenfalls nicht davon aus, dass der Zweckverband aus dem Rennen ist.“

Wie Zimmermann auf Nachfrage sagte, treffe BMW die Entscheidung, wo das Logistikzentrum gebaut wird. Der Automobilhersteller errichte das Versandlager aber nicht selbst, sondern miete es von einem Immobilien-Dienstleister an. Mehrere potenzielle Investoren, die das Werk bauen wollen, hätten sich beim Zweckverband über das Grundstück auf dem Areal Pro erkundigt. Bei BMW selbst gab es keine Informationen. Mathias Schmidt von der Konzernkommunikation bat um Verständnis, „dass wir zu einzelnen Projekten derzeit keine Stellung nehmen können.“

Die Region war schon einmal im Gespräch für den Bau einer neuen BMW-Niederlassung. Im Sommer 2000 hatte der Weltkonzern den Bau eines neuen Automobilwerkes ausgeschrieben. Neben der Stadt Landsberg trat das Unternehmen unter anderem mit dem Landkreis Augsburg und der Gemeinde Graben in Kontakt. Die Stadt Landsberg hatte damals dem Münchner Autobauer das ehemals von der Bundeswehr genutzte Gelände der Lechrainkaserne als Standort für ein neues Werk angeboten. Als einer von über 200 Bewerbern war Landsberg aber frühzeitig aus dem Rennen und kam nicht in die Endauswahl von 20 Standorten.

Auch die zunächst in Graben angepeilte Fläche erwies sich als auf Dauer zu klein. Der Landkreis Augsburg hielt das Interesse des Autokonzerns zwar noch eine Weile durch eine gemeinsame Bewerbung von Stadt und Landkreis Augsburg wach – angeboten wurde ein Standort zwischen Bobingen, Königsbrunn und Inningen. Am Ende bekam jedoch Leipzig den Zuschlag für das neue Werk.

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