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Kaufering

29.06.2017

Wohin mit Kies und Erdreich?

Wohin mit dem Kies und dem Erdreich? Das ist derzeit in Kaufering die Frage. Der Haufen im Bild stammt noch vom Aushub der Realschule.
Bild: Thorsten Jordan

Bislang wird in der Gemeinde der Aushub von Baustellen an verschiedenen Stellen zwischengelagert. Das ist nicht immer erlaubt. Jetzt wird ein befestigter Lagerplatz gesucht.

Die Haufen sind im Ort gut verteilt. Die Zwischenlager für Baustellenaushub und verunreinigte Bodenschichten befinden sich an den Lechfeldwiesen, am Viehweideweg oder in der Viktor-Frankl-Straße. Jetzt muss das Material aufgrund gesetzlicher Vorgaben fachgerecht entsorgt und die Zwischenlager aufgelöst werden. Den Auftrag dazu hat der Kauferinger Marktgemeinderat für rund 144000 Euro an ein örtliches Unternehmen vergeben. Die Zeit drängt, weil das Landratsamt eine Frist gesetzt hat.

Wolfgang Müller, der Pressesprecher des Landratsamts, sagt, dass es immer wieder vorkommt, dass Gemeinden ihren Aushub länger lagern. Dabei gelte es zu beachten, dass für eine Zwischenlagerung von über 100 Tonnen Material bis zu einem Jahr eine rechtliche Genehmigung notwendig ist. Dem Landratsamt war das Zwischenlager am Viehweideweg aufgefallen. In der Sitzungsvorlage für die Marktgemeinderäte las sich die Sache so: „Die derzeit erfolgte Lagerung seit 2014/2015 ist in dieser Form verboten und muss nach Abstimmung mit dem Landratsamt bis Ende Juli endgültig aufgelöst sein.“

Doch das Zwischenlager am Viehweideweg ist nicht das einzige in Kaufering. Heuer stehen umfangreiche Entsorgungen von Aushubmaterial und kontaminierten Bodenschichten an, wie Tiefbauamtsleiter Andreas Giampa in der Sitzung des Marktgemeinderates sagte. Die Bodenmaterialien würden überwiegend aus dem Bereich Viktor-Frankl-Straße und aus verschiedenen Baustellen des Wasserleitungsbaus, der Sporthalle – jener Haufen am Viehweideweg – und dem Baugebiet „Lechfeldwiesen IV“ stammen. Alle Materialien seien beprobt und teilweise nachuntersucht worden. Jetzt könnten beziehungsweise müssten sie entsorgt werden.

Die Kosten dafür tun Giampa in der Seele weh, wie er sagte. Zu den reinen Entsorgungskosten müssten zudem auch der Transport zu den Zwischenlagern, die Bodenuntersuchungen und die Vorbereitungen der Ausschreibung bezahlt werden. Diese Kosten würden sich auf rund 20000 Euro belaufen. Werden Grundstücke im Gewerbegebiet verkauft, muss dort laut Giampa ein Großteil des entnommenen belasteten Materials wieder mit unbelastetem Material aufgefüllt werden. Doch Andreas Giampa hatte auch eine gute Nachricht. Die geschätzten Entsorgungskosten von rund 167000 Euro waren zu hoch. Laut Ausschreibung müssen 23000 Euro weniger bezahlt werden. „Wir brauchen dringend einen Zwischenlagerplatz für den Aushub“, sagte Giampa. Innerhalb der Baustellen sei in der Regel keine Lagerung möglich, und eine Beprobung im eingebauten Zustand gestalte sich meist schwierig. Gemeinderat Johann Drexl unterstützte den Tiefbauamtsleiter. Doch wo im Gemeindegebiet gibt es einen ordentlich befestigten Lagerplatz, der als Zwischenlager dienen könnte? Auf diese Frage gab es (noch) keine Antwort.

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