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Grübelanger

12.05.2015

Wohin mit dem Wasser?

Soll das geplante Baugebiet Grübelanger in Walleshausen in die Paar entwässert werden? Diese Frage wurde im Gemeinderat angesprochen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Pumpleitung, Sickerrigolen oder einfacher Kanal als Varianten in Walleshausen

Wohin mit dem Wasser? Kein einfaches Problem in Walleshausen, denn die Topografie ist in der Hinsicht ungünstig: Oberflächenwasser läuft von Nordwesten in Richtung des tief liegenden Dorfmittelpunkts. Im Zuge des geplanten Baugebiets Grübelanger hatte Ingenieur Thomas Glatz den Auftrag, die Wasserproblematik zu untersuchen. Ein Walleshauser Landwirt will – wie berichtet – aussiedeln und auf seinem Grund südlich der Pestenacker Straße und westlich der Wabener Straße soll ein Baugebiet mit Einfamilien- und Doppelhäusern entstehen. Noch gibt es kein Bebauungsplanverfahren, wie es in der jüngsten Gemeinderatssitzung hieß.

Glatz erläuterte, dass auf der über 16000 Quadratmeter großen Fläche durch die Wohnhäuser nicht mehr Versiegelung entstehe, als jetzt schon durch den landwirtschaftlichen Betrieb mit seinen Nebengebäuden. Bereits jetzt sei jedoch der Abfluss von Oberflächenwasser in dem von Nordwest her abfallenden Gelände in Walleshausen problematisch. „Der Kirchplatz ist der tiefste Punkt“, verdeutlichte Glatz.

Er stellte mehrere Lösungen für eine Entwässerung des Baugebiets vor und gab eine grobe Schätzung der Kosten. Gleich bleibt bei allen Varianten, dass zwei Regenwasserkanäle – im Baugebiet und im Außenbereich – gebaut werden müssen. Wird das Wasser dann über den Petermoosgraben abgeführt, kostet dies in einer Variante 811000 beziehungsweise 606000 Euro in einer zweiten. Eine Pumpanlage, die das Wasser zur Kläranlage bringt, beläuft sich auf 637000 Euro, eine zum Steinbichl auf 497000 Euro.

Möglich wäre auch eine Versickerung im Baugebiet. Laut Glatz stößt man in fünf Meter Tiefe auf wasserdurchlässige Schichten, sodass es vorstellbar ist, dort Sickerrigolen (kleine Ableitung) einzubauen. Hier müssten aber weitere Probebohrungen gemacht werden.

Zusätzlich könnte das Baugebiet an den Regenwasserkanal der Wabener Straße angeschlossen werden. Dieser muss sowieso überarbeitet werden, spätestens wenn der Landkreis die Ortsdurchfahrt ausbaut. Die Sickerrigolen kommen auf 328000 Euro, die Sanierung des Kanals in der Wabener Straße auf 335000 Euro und zusätzlich müssen noch für 134000 Euro für oben genannte Regenwasserkanäle im Baugebiet und im Außengebiet ausgegeben werden.

Wie Hänle dem LT sagte, gibt es 200 Unterschriften dagegen, dass das Wasser in den Ort geleitet wird. In der Sitzung machte Glatz jedoch deutlich, dass der derzeit existierende Auslauf des Regenwasserkanals in die Paar an der Brücke hinter der Kirche problematisch ist, da er im falschen Winkel angebracht wurde. Der Auslauf müsse hydraulisch günstiger gestaltet werden. Dafür wäre aber Grund von der Kirche notwendig. „Die Paar ist leistungsfähig“, ist sich der Ingenieur sicher. Anton Reiser führte an, dass auch überprüft werden müsse, ob die Brücken im Unterlauf einen ausreichenden Durchlass für größere Wassermengen bieten würden.

Um dem Wasser noch vor dem Dorf Einhalt zu gebieten, sind auch Retentionsflächen im Westen denkbar. Dies lässt sich aber nur verwirklichen, wenn mit einem Landwirt eine Übereinkunft getroffen werden kann. Denn so eine Wiese wäre dann in bestimmten Zeiträumen überstaut. Eine Entscheidung, wie mit dem Oberflächenwasser in Walleshausens umgegangen werden soll, wurde noch nicht getroffen.

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