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Denklingen

01.08.2018

Wohin mit der Windkraft?

Ein Teil-Flächennutzungsplan soll verhindern, dass überall auf Denklinger Flur Windräder errichtet werden können.
Bild: Matthias Becker (Archiv)

Wie die Gemeinde Denklingen verhindern will, dass überall auf Gemeindeflur Anlagen errichtet werden können. Das Vorgehen gefällt aber nicht allen.

Auf Denklinger Flur soll ein „Wildwuchs von Windkraftanlagen“ vermieden werden. Um das zu erreichen, wird ein sogenannter „sachlicher Teilflächennutzungsplan (sTFNP) zur Steuerung der Windkraft auf dem Gebiet der Gemeinde Denklingen“ aufgestellt (LT berichtete). In der jüngsten Gemeinderatssitzung brachte das Gremium nun noch abschließende redaktionellen Überarbeitungen auf den Weg, nachdem der Entwurf erneut ausgelegt war. Vorher wurde aber noch einmal diskutiert.

Die Billigung und der Feststellungsbeschluss für den Teilflächennutzungsplan zur Steuerung der Windkraft auf dem Gebiet der Gemeinde Denklingen dürfte nach den Sommerferien im September nur mehr eine Formalie sein.

Nichts wirklich Neues hat sich seit der ersten Planung im Frühjahr 2016 ergeben. Nach wie vor sind die meisten Gemeinderäte wie auch Denklingens Bürgermeister Andreas Braunegger davon überzeugt, dass nur mithilfe des Teilflächennutzungsplans einem „Wildwuchs von Windkraftanlagen“ auf Denklinger Flur vorgebeugt werden könne. Immerhin handelt es sich um etwa 5600 Hektar Flächen, die – trotz der geltenden 10-H-Regelung – für solche Windkraftanlagen infrage kommen könnten.

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2014 gab es einen Bürgerentscheid zur Windkraft

Von „Pest oder Cholera“ war von Anfang an im Gemeinderat die Rede, denn grundsätzlich wünscht sich in Denklingen kaum jemand die Errichtung von Windkraftanlagen. Ihre Haltung dazu hatten die Bürger der Gemeinde in einem Bürgerentscheid im Mai 2014 deutlich gemacht.

Genauso vehement, wie bereits der damalige Bürgermeister Michael Kießling, sein Nachfolger und auch der Großteil des Gemeinderats die Meinung vertritt, ein solcher Teil-Flächennutzungsplan sei „logische Konsequenz“ aus dem Bürgerentscheid, genauso vehement versuchte Gemeinderat Martin Steger bis zuletzt, den sTFNP zu verhindern. „Ich bin heute in einer absoluten Minderheit und das Ergebnis der Abstimmung ist ja jetzt schon voraussehbar“, sagte Steger in der jüngsten Sitzung. Er wisse durchaus, dass die wenigen, die dafür stimmen werden, eigentlich keine Windkraftanlagen bauen lassen möchten.

Bis zu acht Windräder könnten im Forst gebaut werden

„Ich weiß auch, dass es die Meinung des Bürgermeisters ist, mit einer Konzentrationsfläche zu verhindern, dass irgendwo anders Windräder gebaut werden können“, so Steger weiter. Allerdings nehme jeder, der für die Konzentrationsfläche stimme, in Kauf, dass im Sachsenrieder Forst bis zu acht Windkrafträder gebaut werden können. „Das ist aber genau das, wogegen ich seit 2012 kämpfe, weil es ein Grundanliegen von mir ist, keine Windkraftanlagen im Wald zuzulassen.“

Windkraft ja, aber nicht im Wald, sei seine feste Überzeugung. Erschwerend komme im Fall des Sachsenrieder Forstes hinzu, dass die ausgewiesene Fläche unmittelbar neben der neuen Quellfassung liege (LT berichtete).

Dass in der dem Gemeinderat vorliegenden Stellungnahme zu seinen Bedenken von „diffusen Befürchtungen hinsichtlich der Beeinträchtigung des Naturhaushaltes im Allgemeinen und des Trinkwassers im Speziellen“ gesprochen werde, empfinde er als Herabwürdigung. Er sei überzeugt, dass in der Gemeinde „immer noch viele gar nicht wissen, was da draußen passiert“, so Steger weiter.

Hilft im Ernstfall die Aussicht auf historische Bauten?

Auch Anita Gropp findet es nicht gut, dass mit der Aufstellung des sTFNP im Windkrafträder im Wald möglich gemacht werden. Sie sehe aber einen leichten Hoffnungsschimmer im Schreiben des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege. In diesem Schreiben wird auf eine mögliche Beeinträchtigung der Wirkungsräume und Sichtbeziehungen zu Denkmälern wie der Wallfahrtskirche Vilgertshofen, dem Schloss Unterdießen, dem Kloster Wessobrunn oder der katholischen Pfarrkirche in Waal verwiesen. Sie hoffe, dass sich dadurch für mögliche Investoren herausstelle, dass das Gebiet doch nicht geeignet ist. Nichtsdestotrotz halte sie, wie die Mehrheit des Gemeinderates, die eingeschlagene Vorgehensweise mit Ausweisung einer Konzentrationsfläche im Sachsenrieder Forst für die bessere Lösung.

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