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Wohnraum

14.10.2017

Wohin sollen sozial Schwache ziehen?

In Geltendorf sind aktuell drei Familien von Obdachlosigkeit bedroht. Die Gemeinderäte können sich noch nicht auf einen Standort einigen und vertagen das Thema

Es ging heiß her im Gemeinderat Geltendorf, als in der jüngsten Sitzung die „Bereitstellung einer Wohnraumreserve für sozial Schwache“ diskutiert wurde. Zweiter Bürgermeister Robert Sedlmayr hatte den Punkt aus aktuellem Anlass – drei Familien im Gemeindegebiet sind von Obdachlosigkeit bedroht, für eine davon hatte Sedlmayr am Sitzungstag bereits eine Bleibe gesucht – in die Tagesordnung aufgenommen.

Sein Vorschlag war, im Baugebiet Walleshausen-Grübelanger Fläche für ein Mehrfamilienhaus vorzuhalten (LT berichtete). Das Ansinnen sei ja aller Ehren wert und Pflichtaufgabe, erklärte Claudius Mastaller, erinnerte aber an die angespannte finanzielle Lage der Gemeinde und die vielen Bauplatz-Anfragen von jungen Leuten aus dem Gemeindegebiet.

In Walleshausen gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten

Josef Weiß stört der Begriff „sozial Schwache“. Sozialen Wohnungsbau findet Weiß machbar, weil es viele Zuschüsse und zinsverbilligte Darlehen gibt, aber nicht in Walleshausen, einem Ort ohne Einkaufsmöglichkeiten. Er schlug ein Grundstück beim Alten Wirt vor, das bereits Eigentum der Gemeinde ist. Wolfgang Albertshofer begrüßte den Vorstoß, sprach sich aber, wie auch Weiß, gegen eine Freihaltung von Wohnraum für akute Fälle von Obdachlosigkeit aus. „Wir sollten einen größeren Plan aufstellen“, forderte Wilfried Pinther. Dabei seien mögliche Standorte und deren jeweilige Wirtschaftlichkeit zu klären.

Thomas Stoklossa geht es zu schnell, der Punkt sei längst nicht beschlussreif. Im Übrigen sei das Thema für ihn nicht so dringend. Die fehlende Beschlussreife erkannte auch Zweiter Bürgermeister Robert Sedlmayr. Denkbar knapp, mit 9:8 Stimmen, beschloss der Gemeinderat nach längerer Diskussion schließlich, den Tagesordnungspunkt zurückzustellen.

Die Verwaltung wurde beauftragt, je nach Bedarf mit einem Planer die Bebaubarkeit von verschiedenen Gemeindegrundstücken sowie Finanzierungsmöglichkeiten zu prüfen und die wirtschaftlichste Variante darzustellen. Das Ergebnis soll in einer der nächsten Sitzungen vorgestellt werden.

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