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Landsberg

13.01.2020

Wohnen in Landsberg: So geht es heuer am Papierbach weiter

Die Arbeiten für das neue Stadtquartier „Urbanes Leben am Papierbach“ in Landsberg schreiten voran. Schweres Gerät steht derzeit auch an der Spöttinger Straße. Im Hintergrund ist die Baustelle des Baufelds A 1 Süd zu sehen.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Es geht voran im neuen Wohnquartier Landsbergs. Aber auf die autofreie Ost-West-Verbindung müssen Radfahrer und Fußgänger länger warten.

Noch vor Weihnachten hatte die Baustelle für das „Urbane Leben am Papierbach“ (ULP) ihren höchsten Punkt erreicht: Auf dem Baufeld A1 Süd (neben dem ehemaligen Karl-Schrem-Bau) wurde die Decke über dem sechsten Obergeschoss betoniert. Nach der Weihnachtspause herrscht jetzt am Papierbach ebenso an der Baustelle für den Lady-Herkomer-Steg wieder Betrieb. Was tut sich auf Landsbergs größten Baustellen? Und wie sieht es mit dem autofreien Weg unter der Bahnlinie aus, der die Altstadt und den Lady-Herkomer-Steg künftig mit dem Landsberger Westen verbinden soll?

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Während bei ehret+klein der erste Rohbau steht und in diesem Jahr mit drei weiteren Baufeldern begonnen werden soll, wird es noch einige Zeit dauern, bis die Bahnstrecke unterquert und eine Verbindung zur Spöttinger Straße und zum Westen der Stadt geschaffen werden kann. Die autofreie Ost-West-Achse, von welcher der Lady-Herkomer-Steg ein Teil sein wird, wird es voraussichtlich erst in knapp drei Jahren geben, so die Auskunft der Stadt.

Noch immer im Planungsstadium

Dass dieser Weg für längere Zeit an der ULP-Baustelle enden wird, hat jüngst im Stadtrat auch wieder Christoph Jell (UBV) kritisiert. Tatsächlich befindet sich die Weiterführung dieser Verbindung nach Westen noch im Planungsstadium. Die Entwurfsplanung liege vor und sei mit Stadtrat und Gestaltungsbeirat abgestimmt, teilte Stadt-Sprecher Andreas Létang auf Nachfrage mit. Bis spätestens Februar sollen die Planunterlagen beim Eisenbahnbundesamt eingereicht werden.

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Dessen Zustimmung vorausgesetzt, solle dann in zwei Abschnitten gebaut werden. Abschnitt eins müsse in diesem Jahr erledigt werden. Beiderseits der Bahn werde eine Baugrube ausgehoben, um den städtischen Mischwasserkanal zu verlegen, der sich derzeit im Bereich zweier ULP-Baufelder befinde, so Létang. Für diese Verlegung seien in diesem Jahr zwei Millionen Euro im städtischen Haushalt eingeplant.

Viele Firmen sind ausgelastet

Weitergehen wird es dann aber nach momentanem Stand erst 2022. Dann sollen die Bahnüberführung und die Rampen errichtet werden. Sperrungen der Bahnstrecke für die Zeit der Bauarbeiten seien bereits genehmigt. Allerdings gibt es hier laut Létang noch einen Vorbehalt: Die Arbeiten können erst ausgeschrieben werden, wenn das Eisenbahnbundesamt die Ausführungsplanung genehmigt hat. Zudem dürfen beim Bau der Überführung nur Firmen tätig werden, die von der Deutschen Bahn entsprechend zugelassen sind. Angesichts der Absicht der Bahn, in den kommenden Jahren 2000 Eisenbahnbrücken zu erneuern, könnte es auch im Hinblick auf die Ausschreibung der Brückenbauarbeiten zu Verzögerungen kommen, da diese Firmen bereits alle ausgelastet seien.

Nach dem derzeitigen Zeitplan könnten die Überführung und die Rampen bis Ende 2022 fertiggestellt sein. Unabhängig davon habe der Investor laut dem städtebaulichen Vertrag den Europaplatz östlich und den Oberbürgermeister-Hamberger-Platz westlich der Bahnstrecke fertigzustellen. Hierzu lägen aber noch keine konkreten Zeitpläne vor. Somit wird die autofreie Ost-West-Verbindung für mindestens zwei Jahre in Höhe des neuen Stegs am ULP-Gelände enden. Radfahrer und Fußgänger müssen zunächst weiter einen Umweg über den Bahnhaltepunkt Landsberg-Schule nehmen, um in den Westen der Stadt zu gelangen.

Die Kosten liegen bei rund fünf Millionen Euro

Die Gesamtkosten des Projekts werden in den vorliegenden Kostenschätzungen auf rund fünf Millionen Euro beziffert. Wie beim Lady-Herkomer-Steg ist auch eine finanzielle Beteiligung des ULP-Investors vereinbart. Sie beläuft sich nach Angaben der Stadt auf 1,74 Millionen Euro. Daneben beantragt die Stadt staatliche Zuschüsse. Allerdings, so Stadt-Sprecher Létang weiter, können sich die Kosten noch nach oben entwickeln: „Wenn man die derzeitige Auftragslage bei den Stahlbaufirmen betrachtet, können hier noch einmal deutlich höhere Kosten entstehen, wie man auch bei der Ausschreibung des Lady-Herkomer-Stegs gesehen hat.“

Während die Stadt heuer der Tiefbau – die Verlegung des Kanals – beschäftigen wird, ist bei ehret+klein der Blick nach oben gerichtet. Das höchste Gebäude (Baufeld A1 Süd) im ULP-Quartier steht seit Jahresende im Rohbau. Hier werden laut Projektentwickler 14 Wohnungen sowie Gewerbeeinheiten im Parterre entstehen. Daneben wird sich dort die Energiezentrale für das ULP befinden. Sie besteht aus zwei Blockheizkraftwerken, die mit Biomethan befeuert werden, einer mit Ökostrom betriebenen Grundwasserwärmepumpe sowie zwei mit Biomethan betriebenen Spitzenlast-Kesseln. Ebenfalls bereits im Bau ist der Abschnitt B2 direkt an der Von-Kühlmann-Straße mit Wohnungen (darunter drei geförderten Einheiten) und Gewerbe. Beide Baufelder sollen im dritten Quartal 2021 bezugsfertig sein.

Was heuer noch begonnen werden soll

Begonnen werden soll heuer auch noch gleich anschließend im Winkel der Von-Kühlmann-Straße und des künftigen Europaplatzes mit dem Abschnitt B1 mit Veranstaltungssaal und Hotel. Parallel werde es in den Baufeldern A2 und A3 losgehen. Sie liegen westlich der Bahnlinie und südlich des Oberbürgermeister-Hamberger-Platzes und beinhalten unter anderem Einzelhandelsflächen und mit annähernd 70 Einheiten auch eine größere Zahl geförderter Wohnungen. In der zweiten Jahreshälfte werde auch mit dem Ersatzgebäude für den Karl-Schrem-Bau (A1 Nord) begonnen, so ehret+klein-Sprecherin Kerstin Kruppok weiter.

Mehr zum Thema Wohnen in Landsberg: Wo in Landsberg bis 2030 neue Wohnungen gebaut werden

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