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Landsberg

07.08.2020

Wohnen in der Stadt: Wie attraktiv ist der Landsberger Westen?

Der Boule-Platz am Pater-Rupert-Mayer-Platz im Landsberger Westen ist verwaist.
Bild: Christian Rudnik

Plus Für die über 10.000 Bewohner im Westen Landsbergs gibt es seit Mai eine Quartiersmanagerin. Jetzt zieht Stefanie Auer eine erste Bilanz und nennt mögliche künftige Projekte.

Über die Boule-Anlage am Pater-Rupert-Mayer-Platz im Landsberger Westen ist jede Menge Gras gewachsen. Auch die Tische, auf denen Mühle und andere Brettspiele gespielt werden können, werden nur selten genutzt. Vereinzelt sitzen Anwohner auf den Bänken. Nur am Brunnen in der Mitte des Platzes ist ab und zu was los, wenn Kinder dort spielen. Warum nutzen die Anwohner den Platz nicht, der vor einigen Jahren umgestaltet wurde? Diese Frage zu beantworten und Lösungen zu finden, das ist unter anderem die Aufgabe von Stefanie Auer. Die 42-Jährige aus München ist seit Anfang Mai Quartiersmanagerin für den Westen der Stadt und hat auch schon erste Ideen, wie einzelne Quartiere belebt werden können.

Das Gebiet, das Stefanie Auer betreut, reicht vom Gewerbegebiet im Norden bis zum Schongauer Dreieck im Süden sowie im Westen vom Klinikum bis zur Schwaighofsiedlung im Osten. „Eigentlich sind es drei Quartiere“, sagt Projektleiter Gunter Schramm vom Büro Planwerk aus Nürnberg, das von der Stadt den Auftrag für das Quartiersmanagement erhalten hat. Über 10.000 Menschen lebten in diesem Gebiet, das unter anderem einen erhöhten Anteil an Personen mit Migrationshintergrund (28 Prozent) habe und vor allem südlich der Iglinger Straße von vielen älteren Personen bewohnt werde.

Das Büro ist im ehemaligen "Ulrichs-Stüberl"

Seit Mitte Juli ist Stefanie Auer in ihrem Büro am Ulrichsplatz. Früher trafen sich dort die Anwohner im „Ulrichs-Stüberl“, heute soll der große Raum wieder zum Treffpunkt werden. Der eine oder andere habe auch schon vorbeigeschaut. „Die Leute sind sehr interessiert und fragen, was wir machen“, sagt die Diplom-Geografin. Dass das Büro durchaus ein Ort der Kommunikation sein kann, habe sich bei der Suche nach einer Assistenzkraft gezeigt. Denn Stefanie Wäspy, die letztendlich den Zuschlag bekommen hat, hatte sich auf einen Zettel im Fenster hin beworben.

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Doch wie gelingt so ein Projekt, das vor allem auf persönlichen Kontakten beruht, in Corona-Zeiten? Stefanie Auer und Stefanie Wäspy sind zu Fuß oder mit dem Fahrrad im Quartier unterwegs, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Die Vernetzung der verschiedenen Akteure aus den Bereichen Bildung, Soziales, Kultur, Kirche, Wirtschaft, Sport und Umwelt erfolge vorrangig via Telefon und Internet. Anlaufstelle und Schnittstelle zwischen Bürgern und Verwaltung sei jedoch das Büro am Ulrichsplatz. „Wir gehen aus der Verwaltung raus und gehen ins Quartier hinein“, sagt Mathias Rothdach vom Referat Stadtplanung der Stadtverwaltung über das Projekt.

Ein Sport- und Freizeitpark als mögliches Projekt

Um Bewohner zu aktivieren und bekannt zu werden, haben Auer und Wäspy jetzt eine Postkartenaktion gestartet. Die Postkarten, die an alle Haushalte verteilt wurden, sollen die Bewohner zudem dazu inspirieren, die eine oder andere Ecke im Quartier neu zu entdecken. So sollen die Bewohner Fotos von ihren Lieblingsplätzen schicken. In der Sitzung des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses ging Stefanie Auer auch auf mögliche weitere Projekte wie einen Markt auf dem Pater-Rupert-Mayer-Platz, einen Sport- und Freizeitpark im Quartier oder Lesungen und Ausstellungen im Büro am Ulrichsplatz ein.

Ortstermin im neuen Quartiersbüro im Westen Landsbergs: (von links) Elisabeth von Mücke (Städtebauförderung Oberbayern), Moritz Hartmann, Stefanie Auer, Gunter Schramm und Doris Baumgartl.
Bild: Christian Rudnik

Doch Stefanie Auer ist sich auch bewusst, dass es schwer wird, alle Menschen im Landsberger Westen zu erreichen. Vor allem bei Frauen mit Migrationshintergrund und allein lebenden Senioren werde es schwer. Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) sagte bei einem Pressetermin im Quartiersbüro, dass es in Corona-Zeiten wichtiger denn je sei, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Dafür stehe das Projekt.

Ein Markt oder ein Konzert im Landsberger Westen?

Zweiter Bürgermeister Moritz Hartmann (Grüne) hatte die Plätze im Quartier im Blick. „Es ist eine Herausforderung, diese Plätze zu bespielen.“ Wichtig sei, dass die Menschen formulieren, was ihnen auf einem Platz wichtig ist, und danach städteplanerische Lösungen gefunden werden. Am Pater-Rupert-Mayer-Platz, der bereits vor einigen Jahren umgestaltet wurde, sei das noch nicht gelungen. „Viele müssen den Platz erst kennenlernen“, meint Mathias Rothdach. Dabei könne ein Markt oder ein Konzert helfen.

Das Projekt Quartiersmanagement in Landsberg wird von der Regierung von Oberbayern über die Städtebauförderung bezuschusst und durch Fachberater begleitet. Heuer sind für das Projekt 120.000 Euro veranschlagt, die Hälfte der Kosten übernimmt die Städtebauförderung. Mögliche bauliche Maßnahmen können mit bis zu 60 Prozent gefördert werden.

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier: Quartiersmanager in Landsberg: Eine schwierige Aufgabe

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