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Wohnungsbau: Aus Fehlern lernen

Wohnungsbau: Aus Fehlern lernen
Kommentar Von Gerald Modlinger
16.07.2019

LT-Redakteur Gerald Modlinger stellt dem staatlichen und kommunalen Wohnungsbau der vergangenen Jahrzehnte kein gutes Zeugnis aus. Was künftig besser gemacht werden könnte.

Die staatliche und kommunale Wohnungswirtschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten ein ziemlich verheerendes Bild abgegeben. Lange Zeit wurde praktisch nichts mehr gebaut und kaum etwas in den Erhalt des öffentlichen Wohnungsbestands investiert. Viele Wohnungen fielen aus der Sozialbindung oder wurden verkauft, um die Löcher in den öffentlichen Kassen zu stopfen – und das zu Zeiten, als die Immobilienpreise am Boden waren. Jetzt wird versucht, das Ruder herumzureißen und neu zu bauen – ausgerechnet jetzt, wo die Bauwirtschaft heiß läuft. Schlechter kann kaum gewirtschaftet werden.

Ein langer Atem ist erforderlich

Insofern ist die Warnung von Mathias Neuner vor den wirtschaftlichen Risiken der Branche, die er selbst aus seiner Zeit, bevor er Landsberger Oberbürgermeister wurde, gut kennt, nicht unbegründet. Allerdings kann das konjunkturelle Risiko gestreut werden, indem nicht nur jetzt hektisch unter dem Eindruck davongaloppierender Wohnungspreise gebaut wird, sondern in Maßen und auf lange Sicht immer wieder. Wenn dann so kalkuliert wird, dass die Investitionen durch Mieteinnahmen in angemessener Zeit wieder erwirtschaftet werden, kann auf Dauer bezahlbarer Wohnraum vorgehalten werden – und nicht nur wie bei SoBoN bis zum Wegfall der Sozialbindung, der schneller kommt, als man denkt.

Somit gilt beim Wohnungsbau: Ein „Sowohl als auch“ von öffentlichem Engagement und privatem Unternehmertum ist besser als ein System, das entweder allein auf Staatswirtschaft oder auf den Markt setzt. Beides kann zu Auswüchsen führen. Eine solche Zuspitzung ist derzeit in unserer Region deutlich zu spüren: Gering- und Normalverdiener müssen immer mehr Geld für ihre Wohnungen bezahlen – sofern sie überhaupt noch eine finden.

Lesen Sie den Artikel zum Thema: Soziales Wohnen in Landsberg: Sache der Stadt oder von Investoren?

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