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Metzgerei

17.04.2015

Woran erkennt man Qualität?

Obermeister kritisiert Werbepolitik beim Discounter

Gutes Fleisch erkennt man am Preis – so lässt sich die aktuelle Werbung beispielsweise des Discounters Lidl vereinfachen. „Mehr bleibt bei einer Überprüfung der aktuellen Werbekampagne nicht übrig“, ärgert sich Obermeister Michael Moser darüber und meldet sich im LT zu Wort. Dass Begriffe wie „Fairness und Nachhaltigkeit“ für Discounter oberste Priorität hätten, sei angesichts der jahrelangen aggressiven Preispolitik, die auf Kosten von Mensch, Tier und Umwelt gehe, nicht nachzuvollziehen.

„Lidl ist billig“ – lange habe der Discounter mit diesem Slogan geworben, sagt Moser. Nun wolle das Unternehmen diesen Maßstab auch zum Qualitätsanspruch machen und den Kunden, zum Beispiel mit der Marketing-Offensive „Woran erkennt man gutes Fleisch“, suggerieren, dass, so Moser, „transparente Produktion zu Ramschpreisen möglich ist und dabei noch das Tierwohl im Vordergrund steht“. Ist es denn möglich, dass bei einem aktuellen Preis von 5,99 Euro pro Kilogramm für Putenbrust die Tiere ein artgerechtes Leben hatten?, frage Slowfood Deutschland. Gelte die Putenlinie, die diese Brustfilets liefere, nicht als Qualzucht, deren Turbo-Schnellmast zu Krankheiten bei den Tieren führe? „Die Frage nach der Qualität sollte man hier gar nicht mehr stellen“, so Moser, der sich als Obermeister der Metzgerinnung äußert.

„Dass hier ein Qualitätsbegriff definiert werden soll, welcher noch dazu das Preis-Dumping in der Lebensmittelkette verschlimmert, kann so nicht hingenommen werden“, so der Obermeister. Der Discounter biete weiterhin Fleisch aus Massentierhaltung an, was sich mit einer vernünftigen, artgerechten Tierhaltung nicht vereinbaren lasse. Die „Initiative Tierwohl“ lasse man sich vom Verbraucher finanzieren, um damit werben zu können. „Das hat mit Fairness und Nachhaltigkeit wenig zu tun“, so Moser.

Besonders ärgert die Metzgerinnung Landsberg, dass der Discounter den Verkauf durch kompetentes Fachpersonal infrage stelle. „Gerade der Discounter, der durch die Überwachung seiner Mitarbeiter aufgefallen ist, sollte nicht über die Wertigkeit kompetenten Fachpersonals entscheiden“, pflichtet stellvertretender Obermeister Georg Lechle jun. bei.

In der neuen Kampagne sieht die Metzgerinnung „eine Diskriminierung der transparent und sauber arbeitenden Handwerksbetriebe vor Ort“.

Deutlich werde auch, dass der Begriff „regional“ in der Werbung so nicht verwendet werden könne. Schließlich sei der zentrale und in Nordrhein-Westfalen ansässige Lieferant von Lidl und anderen Discountern der mit 30000 Schlachtungen am Tag größte Schweinefleischverarbeiter in Deutschland.

Ein Spot des Discounters ende mit den Worten: „Eigentlich wissen wir doch alle ganz genau, was gut für uns ist.“ Das sehen Michael Moser und Georg Lechle jun. auch so und meinen: „Der Einkauf beim Discounter mit seinen Dumpingpreisen ist weder günstig noch nachhaltig.“ Auf die Frage, woran man denn gutes Fleisch erkenne, meinen beide unisono: „Vielleicht daran, dass es nicht von Lidl kommt.“ Die Metzgerinnung Landsberg rät „allen qualitätsbewussten Verbrauchernn“ den Kauf vor Ort beim Metzger. „Denn dort finden Sie bestes, regionales Fleisch und können alles erfragen, was auf einem Etikett nicht zu finden ist.“ (lt)

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