Newsticker

Nach Test-Panne in Bayern: Söder sagt Besuch an der Nordsee ab

Ausstellung

20.02.2020

Zeigen und verbergen

Sybille Rath (links) und Lea Jade stellen gemeinsam in der Landsberger Zederpassage aus.
2 Bilder
Sybille Rath (links) und Lea Jade stellen gemeinsam in der Landsberger Zederpassage aus.

Die Zedergalerie in der Altstadt präsentiert Werke von Lea Jade und Sybille Rath. Was die beiden Künstlerinnen in ihren Arbeiten thematisieren und welche Rolle die Musik spielt

Malerei ist mehr, als in Bildern protokollierte Wirklichkeit. Sie informiert nicht über die Welt, blickt weniger auf als vielmehr hinter die Dinge. Dies tun auf sehr unterschiedliche Art auch Lea Jade und Sybille Rath. „Zeigen und verbergen“, so lautet der Titel ihrer Ausstellung in der Landsberger Zedergalerie, ist das Spannungsfeld, innerhalb dessen sie ihren Wahrnehmungen und Empfindungen Ausdruck verleihen.

Die zwei Künstlerinnen, die nach Einschätzung von Museumsleiterin Sonia Fischer „in ihrer Herangehensweise kaum unterschiedlicher sein könnten“, binden ihre Arbeit tatsächlich in gänzlich verschiedene Zusammenhänge ein: Lea Jade, die auch Komponistin ist, setzt Klangerlebnisse in abstrakte Malerei um. Doch entstehen dabei keine linearen Notenprotokolle, vielmehr greift Jade nach dominanten Eindrücken im Zusammenspiel von Instrument, Harmonie, Rhythmik und Stimmung und überträgt diese in vielen Farbschichten ins Bild. Dabei folgt die Synästhetikerin einer Art innerem Kompass: „Wenn ich Klänge höre, sehe ich Farben“, sagt Lea Jade. Dass umgekehrt Betrachter ihre Malerei in Musik rückübersetzen, erwartet sie nicht. „Jedes meiner Bilder“, erklärt die Künstlerin, „repräsentiert neben einer bestimmten Komposition immer auch die Stimmung, in der ich diese aufgenommen und umgesetzt habe. Am Ende müssen Musik und Bild für sich alleine stehen.“ Nachvollziehen können dies Ausstellungsbesucher, die ein wenig Zeit mitbringen und Gebrauch machen von dem Angebot, sich über Kopfhörer die Musik zu den Bildern anzuhören.

Anders als bei Lea Jade, der es darum geht, Klangfarben in Farbklänge zu übertragen und so etwas zu zeigen, das man nicht sehen kann, beziehen Sybille Raths Arbeiten ihren besonderen Reiz gerade aus dem nicht Gezeigten. Ihre Sujets speisen sich aus unterschiedlichsten Inspirationsquellen, allen voran der Fantasie. Doch auch Figuren aus der Mythologie treten in Erscheinung, die sich dem Betrachter aus einem kaum definierten Bildraum entgegenschrauben, oder wie schwer greifbare Erinnerungs- oder Traumbilder vor dessen Blick zurückweichen und darin abzutauchen scheinen. Zeichnung und Malerei gehen in ihren großformatigen, auf Nepalpapier gearbeiteten Werken frappierend harmonische Verbindungen ein.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Und in souveräner Handhabung selbst dieser Gegensätze muss Sybille Rath sich auch nicht zwischen Figuration und Abstraktion entscheiden. Selektiv ist sie an anderer Stelle: Ähnlich wie Lea Jade, und daraus ergibt sich nun doch eine Übereinstimmung, greift auch sie nach dominanten Eindrücken und setzt ihre Wirklichkeitsexzerpte als übergroße Cut-Outs dramatisch mitten in die sonst oft unbearbeitete Bildfläche. Einzeln oder als Figurengruppe werden sie zum alleinigen, rätselhaften Bildgeschehen. So entschieden die Malerin Motive in ihren Bildkosmos einführt und in der Art ihrer Inszenierung „protegiert“, so wenig unterwirft sie diese andererseits einer scharfen Definition. So eröffnet sie Deutungsräume und fordert den ergänzenden Blick und zusätzlichen Gedanken des Betrachters geradezu heraus.

Der Galerieverein Landsberg präsentiert mit den Arbeiten von Lea Jade und Sybille Rath einmal mehr spannende zeitgenössische Kunst. Und man wünscht der Zedergalerie als attraktivem Ausstellungs- und Aufenthaltsort die Aufmerksamkeit, die dem wenig ansprechenden Durchgang Zederpassage lange nicht zukam.

Die Ausstellung „Zeigen und Verbergen“ in der Landsberger Zedergalerie, Hauptplatz 155, ist bis 25. April zu sehen. Dienstags, donnerstags, und freitags von 15 bis 18 Uhr sowie samstags von 12 bis 15 Uhr und nach Vereinbarung (Telefon 08191/9897987).

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren