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Freizeit

31.10.2020

Zelten ohne Profiküche

Am Windachspeicher soll wieder ein Zeltplatz entstehen. Die Chancen für die Pläne des Kreisjugendrings stehen gut.

Am Windachspeicher bei Finning soll wieder ein Zeltplatz entstehen. Wie die Pläne des Kreisjugendrings aussehen

Der Kreisjugendring Landsberg will den Jugendzeltplatz am Windachspeicher betreiben. Geschäftsführer Stefan Ehle stellte ein erstes Konzept im Naherholungs- und Bäderausschuss vor und bekam wohlwollende Resonanz. Wie es jetzt weitergeht.

Der Jugendzeltplatz am Windachspeicher wurde seit den 1980er-Jahren bis 2014 vom Landkreis geführt. Doch die Anlage war in die Jahre gekommen, die Toiletten befanden sich 200 Meter entfernt bei der Windachseealm, es gab keine Freizeitangebote, wie Ehle ausführte. 2017 gab es eine Planung für neue Räumlichkeiten, Kostenschätzung: 500000 Euro. „Da kann man schon noch etwas abspecken“, meinte der KJR-Geschäftsführer. Beispielsweise brauche es keine Profiküche, sondern nur Kühlschrank, Lagerung und Spülplatz, möglicherweise sogar als Außenküche. „Auf dem Zeltplatz in St. Ottilien gibt es auch keine eigene Küche“, verwies Ehle darauf, dass die meisten Jugendgruppen ihr eigenes Küchenzelt mitnehmen würden.

Nach Ehles Meinung sind auch keine sieben Toiletten pro Geschlecht nötig, es reichten drei oder vier mit einer zusätzlichen Behindertentoilette, ebenso drei Wasch- und Duschplätze. Ein Unterstand für schlechtes Wetter sei nötig, er könne möglicherweise an das Sani-tärgebäude angebaut werden.

Der KJR würde den Jugendzeltplatz gerne betreiben und verweist auf die eigene Erfahrung mit dem Jugendübernachtungshaus in Utting. Vorgeschlagen wird, dass man Jugendliche einbindet bei den Arbeiten, etwa wenn ein Beachvolleyball-Platz gebaut oder eine Feuerstelle hergerichtet werden sollte. Bei dem Projekt „Drei Tage Zeit für Helden“, hätten Jugendliche gezeigt, was sie könnten.

Der KJR schlägt in seinem Konzept eine Belegung mit maximal 60 Personen vor. Als Freizeitmöglichkeiten könnte man sich beim KJR unter anderem feste Tischtennisplatten oder feste Fußballtore vorstellen. Kalkuliert wird mit sechs Wochenstunden Hausmeistertätigkeit und vier Stunden Verwaltung. Da davon auszugehen sei, dass sich der Jugendzeltplatz anfangs nicht rechne, sollte in den ersten Jahren noch ein Zuschuss des Landkreises von 5000 Euro einkalkuliert werden, so Ehle.

Die Ausschussmitglieder waren einstimmig für den Antrag des KJRs. Entsprechend soll das dem Kreisausschuss empfohlen werden. Eine Anmerkung gab es von Christoph Raab (Die Partei), der kritisierte, dass der Platz „weit ab vom Schuss“ und nur mit dem Auto zu erreichen sei. Vielleicht wollen Jugendliche ja auch mal ins Kino.

Sollten Jugendgruppen mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommen und somit kein eigenes Fahrzeug dabei haben, werde man Lösungen finden, so Stefan Ehle im Ausschuss. „Wir haben selbst einen Bus.“ Außerdem stünden beim Jugendübernachtungshaus an die 30 Fahrräder zur Verfügung. Tobias Linke (Bayernpartei) befand, „ein Zelturlaub ist keine Vollpension“. Es brauche keine große Küche. „Manche sagen, es ist weit ab vom Schuss, wir sagen: Es sind Natur und Wald außenrum.“

Dem Kreisausschuss soll nun gemäß des Antrags des KJRs vorgeschlagen werden, dass für 2021 Planungskosten und für 2022 Baukosten in den jeweiligen Haushalt eingestellt werden, damit der Jugendzeltplatz spätestens 2023 wiedereröffnet werden kann. Die Vollversammlung des Jugendverbands hatte schon einmal 2016 ihr Okay dazugegeben, heuer wird der Jugendzeltplatz erneut thematisiert. (lt)

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