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Politik

22.03.2015

Zum Josefitag kam die Ministerin

Sie war der hochkarätige Gast beim Politischen Josefitag in Denklingen: Wirtschaftsministerin Ilse Aigner. Unser Bild zeigt sie mit Denklingens Bürgermeister Michael Kießling (links) und dem ehemaligen Denklinger Gemeinderat Werner Dacher.
Bild: Thorsten Jordan

Ilse Aigner spricht beim Politischen Josefitag über die Herausforderungen für die heimische Wirtschaft.

Neulich erst, erzählt Ilse Aigner, habe sie eine Probefahrt im neuen BMW gemacht. Plötzlich, sie waren gerade mitten auf der A9, habe ihr Fahrer die Hände vom Lenkrad genommen. Aigner hebt die Hände und kehrt die Handflächen nach außen, um die Bewegung nachzumachen. „Ein selbstfahrendes Auto“, ruft sie. „Aber wie Sie sehen: Ich habe es überlebt.“ Sie lächelt, der Saal lacht.

Die Wirtschaftsministerin ist zu Besuch beim Politischen Josefitag in Denklingen. Der neu gegründete CSU-Ortsverband Denklingen-Fuchstal-Unterdießen will diese Tradition wieder aufleben lassen. Als „Zugpferd der CSU“ moderiert Denklingens Bürgermeister Michael Kießling die Ministerin an. Und gibt ihr gleich noch etwas mit auf den Weg: „Viele Ministerpräsidenten waren schon hier. Jetzt bist du hier – damit hast du gute Karten vorm Söder."

Sie habe sich nicht lange bitten lassen müssen, nach Denklingen zu kommen, sagt Aigner, als sie dann auf der Bühne steht - und fragt mit einem Lächeln: „Denn wer kann schon unserem Thomas Goppel widerstehen?“

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Ilse Aigner spricht viele verschiedene Themen an an diesem Abend, „ein paar Punkte, die mir wirklich wichtig sind“. Sie lobt das Unternehmertum in Bayern, die „fleißigen Leute, die arbeiten und Ideen haben“. Aigner ist selbst in einem Betrieb groß geworden, sie sagt von sich, sie kenne die Nöte und Sorgen der Handwerker und Mittelständler. Sie wisse, dass man auch einmal zurückstecken müsse, gerade bei der Familie, bei den Kindern. Erst mit 14 Jahren habe sie ihre erste eigene Hose bekommen, erzählt sie. Vorher habe sie alles von den Schwestern aufgetragen.

Aigner redet über Unternehmensgründungen, das „Gründerland Bayern“, über Bildung und Ausbildung, den schlechten Ruf der Mittelschule und die Unsitte, Abitur und Studium als einzig wahren Weg in den Beruf zu sehen.

Ganz wichtig, sagt sie dann – und da ist sie wieder bei ihrer Anekdote mit dem selbstfahrenden Auto – seien ihr Digitalisierung und damit auch das Thema Datensicherheit. „Stellen Sie sich vor, jemand könnte das Computersystem des Autos hacken“, sagt sie. Oder von außen auf die Maschinen an einem Operationstisch zugreifen. Die Digitalisierung berge Gefahren, auf die sich die Wirtschaft im Freistaat vorbereiten müsse.

Deshalb sei es wichtig, dass Bayern und bayerische Unternehmen die Zukunftstrends erkennen würden. Genauso wie der Freistaat sich vom Agrarland in ein Industrie- und später High-Tech-Land entwickelt habe, müsse er jetzt auch der Digitalisierung begegnen.

Auch die Energiewende streift Aigner kurz. Die sei „wahrscheinlich etwas komplizierter als viele denken“, sagt sie. Bayern sei aber beim Strom ihrer Meinung nach „ganz gut aufgestellt“. Über ein Drittel der Energie käme im Freistaat bereits aus den Erneuerbaren Energien. Auf Streitthemen wie die Windenergie oder die geplanten Stromtrassen geht die Ministerin nicht weiter ein.

Generell nutzt Aigner den Abend eher, um über die angenehmeren Dinge zu sprechen. Lobende Worte für für die bayerische Tatkraft, für die „wunderschöne Kulturlandschaft“ und für die Musikkapelle, „die unserem Land mit Musik ein Gesicht gibt“. Am Ende erinnert sie die Zuhörer noch einmal: „Sie sind an der Spitze von Bayern und Bayern ist an der Spitze von Deutschland. Das ist alles Ihr Verdienst.“

Sie sagt Dinge, die die Menschen im Publikum naturgemäß gerne hören, zu denen es sich leicht applaudieren lässt. Wenn die Ministerin mal lauter wird, dann geht es vor allem um die anderen: die anderen Bundesländer, die anderen Parteien. Um die SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi zum Beispiel, die kürzlich mit einer Aussage zum Mindestlohn für Irritationen unter vielen Selbstständigen sorgte. „Unheimlich aufgeregt“ habe sie sich darüber, sagt Aigner und verleiht ihrer Stimme Nachdruck. Der Saal applaudiert. Von Ilse Aigner, so scheint es, fühlen sich die Denklinger verstanden.

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