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Dießen

16.11.2018

Zum Spielen viel zu schade

Mit viel Herzblut und noch mehr Leidenschaft hegt und pflegt Ilse Schweizer ihre Ausstellungsstücke im Dießener Spielzeugmuseum.
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Mit viel Herzblut und noch mehr Leidenschaft hegt und pflegt Ilse Schweizer ihre Ausstellungsstücke im Dießener Spielzeugmuseum.
Bild: Peter Stöbich

Ein Besuch im Spielzeugmuseum von Ilse Schweizer in Dießen. Sie präsentiert eine zauberhafte Wunderwelt im Miniaturformat - und hat Sorgen.

Ewas Zeit sollte man sich schon nehmen für einen Besuch im Dießener Spielzeugmuseum. Denn es gibt eine unglaubliche Fülle an historischen und teils wertvollen Ausstellungsstücken zu sehen. Die Einrichtung in Privatbesitz ist für kleine und große Gäste gleichermaßen attraktiv: Krippen und Küchen, Weihnachtsmärkte und Wohnzimmer im Miniaturformat sind so detailgetreu nachgebaut, dass der Betrachter aus dem Staunen kaum herauskommt. Von A wie Apotheke bis Z wie Zirkus gibt es in den Museumsräumen nichts, was es nicht auch im wirklichen Leben gäbe.

Die Schätze an der Johann-Michael-Fischer-Straße sind zwar in privater Hand, aber auf Anfrage führt Ilse Schweizer interessierte Besucher gern durch ihre kleine Wunderwelt auf zwei Etagen. Vor einigen Jahren wollte sie ihre Raritäten schon verkaufen und hatte deshalb verschiedene Museen angeschrieben. Aber weil daraus nichts geworden ist, kann man die einmalige Sammlung am Ammersee weiterhin bewundern.

Die Besucher kommen aus aller Welt

„Ich habe schon mit 18 Jahren in die Dießener Zinngießerei eingeheiratet“, erzählt sie. Durch ihren Ex-Mann lernte sie von Grund auf alle Abläufe kennen, um winzige Spielsachen herzustellen und baute in Handarbeit selbst Puppenhäuser. Später machte sie sich mit einem eigenen Laden selbstständig und gründete 1981 das Münchner Puppenstuben- und Zinnfiguren-Kabinett. „Dadurch hatte ich noch einen viel größeren Fundus“, sagt sie, „aber wo soll ich denn mit all den Sachen hin?“ Die Gemeinde zeige kein Interesse, das Museum zu übernehmen. Deshalb werden die kleinen Kunstwerke langfristig wohl aus Dießen verschwinden.

Zum Spielen sind die teils wertvollen Sammlerstücke viel zu schade, darum sind sie in großen Glasvitrinen ausgestellt. So zum Beispiel ein edles Haus um 1900, das Ilse Schweizer geschenkt bekommen, instandgesetzt und ausgestattet hat. Es besteht aus mehreren Etagen und zeigt die Bediensteten-Ebene mit Küche im Keller, ein Holztreppenhaus im Parterre sowie zahlreiche Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmer und einen romantischen Dachboden. „Jedes Stück hier hat seine eigene Geschichte“, erzählt Ilse Schweizer von ihren weltweiten Verbindungen, dank derer begeisterte Besucher bis aus Japan, den USA und Venezuela nach Dießen kommen.

Die Raritäten sind zum Teil sehr alt

Unter anderem gibt es eine 32 Zentimeter große Porzellanpuppe von 1860 und eine Kopie des Dießener Entenmalers Alexander Koester, außerdem einen detailgetreuen Weihnachtsmarkt mit vielen Ständen und Besuchern sowie eine Nachbildung des Hamburger Fischmarkts oder einen bezaubernden Teddybären-Laden. Beim Rundgang durch die Räume kann man spüren, mit wie viel Herzblut und Leidenschaft die Besitzerin ihre Sammlung hegt und pflegt. Immer wieder gibt es Neues zu entdecken, etwa die fingernagelgroßen Zeitungen in einem komplett eingerichteten Schreibwarenladen, mundgeblasene Parfumfläschchen oder Heißluftballons unter der Decke.

Aber auch andere Materialien wie Ebenholz, Elfenbein, Holz, Keramik oder Papier wurden verwendet, um mit viel Phantasie und noch mehr Geduld diese wunderbare Miniaturwelt entstehen zu lassen – die aber nur auf Anfrage geöffnet ist. Wer etwas Zeit für das Dießener Museum mitbringt, kann sich unter der Telefonnummer 0160/7963039 anmelden.

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