02.04.2008

Zurück zum Realen

Der Dießener Maler und Kunstlehrer Martin Gensbaur zeigt ab 25. April im Kulturforum im Blauen Haus in Dießen Arbeiten der letzten Jahre. Sein Medium ist klassische Ölmalerei auf Leinwand. Ihn faszinieren in seinen Bildern Ansichten, an denen man achtlos vorbeigehen könnte.

Anlässlich eines Atelierbesuchs erwähnte der Künstler, dass er manche seiner aktuellen Bildmotive schon vor 30 Jahren gemalt habe. "Das geht bei mir nicht anders. Wenn ich die Türe aufmache, stehen immer die gleichen Häuser da, und wenn ich in die Landschaft rausgehe, die gleichen Bäume."

Er nimmt die Dinge, wie sie sind, er ist Realist. "Wer, außer die Maler selbst, interessiert sich heute noch ernsthaft für Malerei? ", fragte er bei einem Vortrag über seine künstlerische Arbeit in der Akademie der Bildenden Künste München. Auf den ersten Blick haben die Arbeiten Martin Gensbaurs etwas Konservatives - in dem Sinne, etwas Flüchtiges dauerhaft festhalten zu wollen, in Malerei zu verwandeln und somit zeitlos zu machen.

Gensbaur beherrscht sein Handwerk, er ist ein Könner. Er malt, was er sieht, nicht, was andere sehen oder empfinden könnten. Diese Art zu malen ist nicht rückwärtsgewandt, zumal Gensbaur nichts verschönert. Er bildet die italienischen Palazzi der 70er Jahre, Wassertanks, aufgeblasene Sporthallen aus Plastikfolie so ab, wie sie dastehen, in unserer Zeit. In den letzten Jahren machen sich verstärkt neue realistische Tendenzen in der deutschen Malerei bemerkbar und da befindet sich Martin Gensbaur mittendrin.

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Auch wenn er das nicht vordergründig beabsichtigt, liegt seinen Bildern ein aktueller Tenor zugrunde: Er bildet nach allen Regeln der klassischen Malkunst das ab, was er sieht, auch wenn es etwas völlig Unspektakuläres ist und eröffnet dem Betrachter so ungewohnte Perspektiven im Alltag. "Ansichtssache".

Zu der Ausstellung findet eine Begleitveranstaltung in Kooperation mit Sebastian Goy (Goys letzte Montage) am Montag, 28. April, 20 Uhr, im kult.café in Dießen statt - eine Kunstgesprächsrunde mit Martin Gensbaur (ausstellender Maler), Florian Trampler (Galerist aus Dießen), Emila Scharfe und Angelika Högerl, (Künstlerinnen), Hartfrid Neunzert (Leiter der Museen der Stadt Landsberg) und Dr. Thomas Raff (Kunsthistoriker).

Martin Gensbaur "Ansichtssache", 25. April bis 10. Mai, geöffnet jeweils Donnerstag mit Sonntag von 15 bis 18 Uhr. Vernissage am Freitag, 25. April, 20 Uhr.

Im Internet:

www.gensbaur.de

www.kulturforum-diessen.de

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