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Geltendorf

02.10.2019

Zwei Geltendorfer Ehepaare und eine Freundschaft für die Ewigkeit

Am Donnerstag genau vor 60 Jahren haben sich Bernhard und Emma Brandner und Magdalena und Benno Kurz (von links) das Ja-Wort gegeben. Die beiden Ehepaare sind auch seit Jahrzehnten eng befreundet. Am 3. Oktober Heute können sie also Diamantene Hochzeit feiern.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Die Geltendorfer Ehepaare Kurz und Brandner haben vor 60 Jahren am selben Tag geheiratet. Daraus ist eine Freundschaft entstanden, die bis heute hält. Was sie bislang Kurioses erlebt haben.

Wenn am morgigen Feiertag vormittags gegen 10.30 Uhr die Glocken von Sankt Stephan in Geltendorf läuten, dann künden sie von einem besonderen Tag im Leben von zwei im Ort fest verwurzelten Ehepaaren. Magdalena (81) und Benno (85) Kurz sowie Emma (80) und Bernhard (84) Brandner haben vor 60 Jahren am selben Tag geheiratet und feiern nun auch die Diamantene Hochzeit gemeinsam mit einem Dankgottesdienst im Kreis von Verwandten und Freunden.

Dass sie am gleichen Tag getraut wurden, war reiner Zufall

Dabei war damals alles ein großer Zufall, wie die Vier übereinstimmend berichten. „Wir haben nichts voneinander gewusst, es gab keine Absprachen. Wir wurden halt am 2. Oktober 1959 im Abstand von einer halben Stunde in Geltendorf standesamtlich getraut.“ Ihr sei nur wichtig gewesen, meint Magdalena Kurz schmunzelnd, dass sie bei der Hochzeit 21 ist, was 1959 die Volljährigkeit bedeutete, und somit selbst unterschreiben durfte. Also wurde der Hochzeitstermin nach ihrem Anfang September gefeierten Geburtstag terminiert.

Das kirchliche Eheversprechen gaben sich die beiden Paare am Tag darauf in der jeweiligen Heimat der Braut. Emma stammt aus Türkenfeld, Magdalena ist Geltendorferin. Erste Kontakte hatten aber die Männer. Bernhard Brandner spielte bereits Theater in Geltendorf, Benno Kurz stieg nach der Eheschließung mit ein. Das war der Beginn einer bis heute andauernden Freundschaft.

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Mit dem Goggomobil auf Ausflug - zu viert...

„Wir haben viele weitere Daten gemeinsam“, erzählt Emma Brandner und berichtet von ähnlichen Lebensdaten innerhalb der beiden Familien. Vor allem aber wurde viel zusammen unternommen. Lachend erzählen sie vom wöchentlichen „Mensch-ärgere-dich-nicht“-Spielen. „45 Jahre lang um Geld, um 2,50 Mark pro Spiel.“ Darüber wurde genau Buch geführt, das erspielte Geld in einer Blechdose gesammelt. „Davon haben wir dann Ausflüge gemacht.“ Mal wurde das Geld für eine Donauschifffahrt bis Wien, beim zweiten Mal bis Budapest ausgegeben, mal fuhren die Paare nach Österreich. Besonders waren auch Trips zum Staudenwirt in Finning, der für seine Hendl und seine Pommes weit bekannt war.

Sehr lustig muss 1962 ein Ausflug nach Bad Hindelang gewesen sein. Die Erinnerung an die Fahrt zu viert im Goggomobil löst heute noch großes Gelächter aus. Die Kinder, das Ehepaar Kurz hat zwei Söhne groß gezogen, bei Brandners war es „ein Pärchen“, blieben derweil bei Oma Kurz. Aber auch mit dem Nachwuchs wurde viel unternommen. „Die Ausflüge waren einfacher, aber unsere Kinder schwärmen heute noch davon.“ Zum Skifahren beispielsweise ging’s nach Seefeld, gemeint ist damit aber nicht das Seefeld in Tirol, sondern das beim nahen Pilsensee.

Früher stellte Familie das Landsberger Tagblatt im Ort zu

Die Mittel für all die Unternehmungen mussten natürlich erst einmal verdient werden. Bernhard Brandner ist gelernter „Herrenwäsche-Zuschneider“, hat aber viele Jahre in der Kartonfabrik – erst in Kaltenberg, später in Landsberg – gearbeitet. Ehefrau Emma betrieb 45 Jahre lang einen Tante-Emma-Laden in der Bahnhofstraße.

Benno Kurz war Sattler bei der Bahn und als er dort nicht mehr gebraucht wurde, machte er sich nach einem kurzen, berufsfremden Intermezzo als Polsterer und Bodenleger selbstständig. Zusätzlich war das Ehepaar Kurz 35 Jahre lang Zusteller der beiden in Geltendorf verbreiteten Heimat-Tageszeitungen, darunter das Landsberger Tagblatt. Sein großes Hobby waren die Bienen. „Die waren zur Ausschwärmzeit auch sonntags wichtig“, sagt Magdalena Kurz über die Leidenschaft ihres Ehemanns.

Ihr Ehejubiläum feiern die beiden Ehepaare getrennt

Das Geheimnis einer solch lang andauernden Ehe? „Mei, zamraufen“, meint Bernhard Brandner lapidar, „jeder gibt amal nach.“ „So haben wir immer viel Vergnügen gehabt“, sagt Emma Brandner, „sind viel miteinander fortgegangen.“ Ein Wunsch für die Zukunft? „Gesundheit“ steht für das Quartett an erster Stelle. „Und das mindestens die nächsten 15 Jahre“, sagt Ehemann Bernhard feixend.

Die Dankfeier am Freitagvormittag in Sankt Stephan begehen die beiden Paare gemeinsam, danach wird aber dann doch getrennt gefeiert. Das Ehepaar Kurz geht mit Kindern, fünf Enkeln und acht Urenkeln zum Alten Wirt nach Eresing. Die Brandners genießen den Tag mit Kindern, drei Enkeln und drei Urenkeln im örtlichen Vereinsheim.

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