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Utting

10.08.2019

Zwei Uttingerinnen beim Stand-up-Paddeln im Loch Ness

Loch Ness bei Sonnenschein: Von Mystik keine Spur. Dagmar Taylor und Erna Stangl aus Utting haben Schottland und seine Menschen.
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Loch Ness bei Sonnenschein: Von Mystik keine Spur. Dagmar Taylor und Erna Stangl aus Utting haben Schottland und seine Menschen.
Bild: Frank Marc Frei

Erna Stangl und Dagmar Taylor aus Utting waren auf Schottlands Seen unterwegs. Was das dortige Nationalgericht Haggis mit Leberwurst zu tun hat.

Nach fast zwei Wochen, in denen Erna Stangl und Dagmar Taylor auf ihren Stand-Up-Paddleboards Schottland erkundeten, sind sich die beiden Frauen sicher: Dieses Abenteuer möchten sie noch einmal erleben - dann aber mit viel mehr Zeit.

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Auf tolle Weise ein Land erkunden

„Ich kann mir kaum etwas Schöneres vorstellen als auf diese Weise ein Land zu erkunden“, gerät Erna Stangl ins Schwärmen. Alleine zu spüren, in welcher einsamen, rauen und gleichzeitig unendlich schönen Heimat ihre Paddel-Partnerin Dagmar aufgewachsen ist, sei sehr bewegend gewesen.

Die Boards jeden Tag aufpunpen

Wie das Landsberger Tagblatt im Vorfeld berichtete, waren Dagmar Taylor (49) und Erna Stangl 53) in Taylors Heimat unterwegs, um paddelnder Weise Land und Leute zu erkunden. Rund 1400 Kilometer legten die beiden Frauen zurück. Eine große Herausforderung auf der Tour war es, dass fast täglich das gesamte Equipment zusammen- und auch wieder ausgepackt werden musste. Denn der Plan, die einmal aufgeblasenen Stand-Up-Bretter mit dem Wagen zu transportieren, ging nicht auf. „Wir mussten die Größe unseres Autos den schmalen Straßen in den abgelegenen Orten anpassen“, erzählt Taylor. Die beiden nahmen es sportlich, täglich sogar bis zu drei Mal die Boards von Hand aufpumpen zu müssen. „Da ist der Körper dann schon mal aufgewärmt“, schmunzelt Taylor und erinnert sich auch gleich an einen der emotionalsten Momente der ganzen Tour. „Als ich mit Erna unterhalb meines Heimatdorfes zu einer Höhle gepaddelt sind, das war ein unglaubliches Gefühl.“

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Viele glückliche Momente auf der Tour

Viele glückliche Momente hätten sie erlebt auf der Tour, und sie haben viele Seen gesehen. Darunter auch Loch Ness. Von Mystik aber sei an diesem Tag nicht viel zu spüren gewesen. Im Gegenteil: „Wir hatten an diesem Tag Temperaturen um 24 Grad und einen strahlend blauen Himmel.“

Nessie war aber auch mit dabei

Von Nebelschwaden oder düsterer Stimmung also keine Spur. Und auch Nessie tauchte nicht aus den Tiefen des Lochs auf. Allerdings hatten die beiden Sportlerinnen „Kuschel-Nessies“ am Bug ihrer Bretter. „Nessie war also irgendwie doch dabei“, lachen sie. Und Erna Stangl ergänzt: „Loch Ness ist nicht mystischer als die anderen Seen, aber touristischer.“ Große Begeisterung löste bei ihr ein ganz anderes Tier aus. An einem der Seen tauchte plötzlich ein kleiner Kopf mit Kulleraugen vor ihrem Brett auf. „Ich dachte zuerst, das sei ein Otter. Mit einem Seehund aber hätte ich ja nie gerechnet.“ Genauso wenig gerechnet haben die beiden Frauen mit dem Wetter, das ihnen auf der Tour beschert wurde.

Das Essen war eine Herausforderung

„Fast wäre sogar mein Bikini zum Einsatz gekommen“, erzählt Stangl. Vor der Reise haben die beiden dem Landsberger Tagblatt erzählt, dass Dagmar Taylor ihrer Paddel-Partnerin unbedingt das typisch schottische Essen näher bringen möchte. Erna Stangl war schon vor Reisebeginn recht skeptisch ob der Gerichte, die da wohl auf sie warten. „Ich habe mich erst nach acht Tagen in Schottland an Haggis herangewagt“, gibt Stangl zu. „Das war schon eine Herausforderung für mich.“ Haggis ist ein schottisches Nationalgericht aus gehackten Schafsinnereien mit Rindernierenfett, Zwiebeln, Haferflocken und Kräutern. Geschmeckt habe es letztlich ähnlich wie Leberwurst, also gar nicht schlimm. Fish and Chips habe sie sogar jeden zweiten Tag gegessen, so gut sei das gewesen. „Und Sticky Toffee Pudding, das war mein absoluter Favorit.“

Echtes Interesse und Begeisterung bei den Schotten

Glücklich, beeindruckt von den Menschen, die echtes Interesse und Begeisterung für das Stand-up-Paddeln gezeigt hätten und gleichzeitig völlig erschöpft kehrten die zwei wieder an den Ammersee zurück. Erna Stangl, die Schottland auf dieser Tour zum ersten Mal kennenlernen durfte, sagt rückblickend: „So vielseitig habe ich mir das Land nicht vorgestellt. Karge, wettergegerbte Landschaften, wechseln sich ab mit Wiesen mit unendlich vielen Schafen und Wäldern mit einem Teppich voller blauer Glockenblumen.“

Und dann sei da noch auf der Insel Harris dieses karibische Feeling, das sie so niemals erwartet hätte. „Ich habe mich überall willkommen und zuhause gefühlt“, sagt sie angesichts der Offenheit, Herzlichkeit und Freundlichkeit, die ihr die schottische Bevölkerung entgegengebracht habe.

Jetzt hat der Alltag erst einmal wieder Einzug gehalten, Dagmar Taylor steht vor dem Umzug samt Familie zurück nach Schottland und Erna Stangl wird am Ammersee ihrem geliebten Sport, dem Stand-up-Paddeln weiter nachgehen. Und wer weiß, vielleicht machen sich die beiden Frauen schon bald auf zum nächsten Abenteuer, auf einem Brett, mit einem Paddel in der Hand über unbekannte Gewässer gleitend.

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