Er hatte Rollen in „Der Schuh des Manitu“ und „Der Untergang“ und er spielte in mehreren Krimireihen mit, unter anderem in „München Mord“. Jetzt ist der Film- und Fernsehschauspieler Alexander Held nach kurzer Krankheit im Alter von 67 Jahren gestorben. Vor zehn Jahren drehte er in Landsberg. Für den Film „Maria Mafiosi“ bezog er ein „Polizeibüro“ in den Räumen unserer Redaktion.
„Zieht die Polizei jetzt um?“, hatte ein Passant Anfang Juli 2016 gefragt. Nein, das Polizeischild, das den Schriftzug „Landsberger Tagblatt“ am Redaktionsgebäude in der Von-Kühlmann-Straße damals verdeckte, gehörte zu einer Filmkulisse. Denn vor knapp zehn Jahren drehte die Goldkind Filmproduktion eine Woche lang in Landsberg den Kinofilm „Maria Mafiosi“. Schauspielerin Jule Ronstedt inszenierte ihren ersten Kinospielfilm. Die weibliche Hauptrolle in der Komödie übernahm Lisa Maria Potthoff, bekannt aus den Eberhofer-Krimis. Als Maria Moosandl spielte sie eine Polizistin, Alexander Held ihren Vater und Polizeichef.
Ein Büro des Landsberger Tagblatts wird zum Büro des Polizeichefs
Für die Dreharbeiten wurde ein Redaktionsbüro in das Büro des Polizeichefs umgestaltet. Doch auch vor dem Gebäude lief die Kamera. In einer Drehpause führte die heutige Redaktionsleiterin Alexandra Lutzenberger ein Interview mit Alexander Held. Sympathisch sei der damals 57-Jährige gewesen – und sehr interessiert und offen, erinnert sie sich. So habe er auch über den tragischen Tod seiner Frau Patricia Fugger zwei Jahre zuvor gesprochen. Aber auch darüber, dass er Landsberg und dessen Natur in den 1980er-Jahren kennen und schätzen gelernt habe.
Der Schauspieler Alexander Held hatte viele Talente
Alexander Held hatte viele Talente. Von 1968 bis 1970 war er Solosänger bei den Regensburger Domspatzen und als Jugendlicher stand er für den TSV 1860 München im Tor. Wegen einer Verletzung platzte der Traum von der Profikarriere, Held blieb leidenschaftlicher Sechziger-Fan. Seine wahre Berufung fand er in der Schauspielerei. Nach einer Ausbildung an der renommierten Otto-Falkenberg-Schule startete er 1980 an den Münchner Kammerspielen. Weitere Stationen waren unter anderem die Freie Volksbühne Berlin und die Salzburger Festspiele. Sein Filmdebüt feierte er 1993 in der Kultkrimireihe „Derrick“. Viele weitere Auftritte folgten, auch für internationale Produktionen wie „Schindlers Liste“ von Steven Spielberg.
Für die Dreharbeiten im Juli 2016 blieb Alexander Held allerdings nur einen Tag am Lech. Am Abend hatte der viel beschäftigte Schauspieler einen weiteren Termin. Das Interview mit ihm sei sehr spannend gewesen, erinnert sich Alexandra Lutzenberger. Wie seine Arbeit habe Held auch dieses Gespräch sehr ernst genommen.
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