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Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks ist zu Gast beim Ignaz-Kögler-Gymnasium in Landsberg

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Fragenstellen und andächtig lauschen beim Erklär-Konzert in Landsberg

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    Das Foto zeigt die BRSO-Miglieder (von links) Daniel Nodel, Anne Schoenholtz, Elisabeth Buchner und Hanno Simons bei ihrem Auftritt in Landsberg.
    Das Foto zeigt die BRSO-Miglieder (von links) Daniel Nodel, Anne Schoenholtz, Elisabeth Buchner und Hanno Simons bei ihrem Auftritt in Landsberg. Foto: Romi Löbhard

    Ein Streichquartett – klassisch-modern – und rund 180 Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen an einem Gymnasium lauschen gebannt, lassen nicht eine Spur von Unruhe aufkommen. Das konnte erleben, wer beim Besuch der Schultour des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks (BRSO) am Ignaz-Kögler-Gymnasium (IKG) in Landsberg dabei war.

    Die Schultour ist Teil eines kostenlosen Musikvermittlungsprogramms. Jedes Jahr gehen verschiedene Ensembles auf Tour zu Schulen in ländlichen Regionen, weil von dort aus Besuche des Angebots in München meist sehr schwierig sind. Schulen können sich bewerben, das IKG, das neben naturwissenschaftlich-technologisch und sprachlich auch die Ausbildungsrichtung musisches Gymnasium anbietet, war erfolgreich. Zu Gast war ein Streichquartett, das Erklär-Konzert im Veranstaltungssaal der städtischen Turnhalle war für alle Klassen des Musischen Zweigs.

    Der Vater von Daniel Nodel kannte Dimitrij Schostakowitsch noch persönlich

    Daniel Nodel (Violine), Anne Schoenholtz (Violine), Elisabeth Buchner (Viola) und Hanno Simons (Cello) stellten sich und das zur Aufführung kommende 8. Streichquartett von Dimitrij Schostakowitsch vor. Der aus Belarus stammende Nodel, dessen Vater den Komponisten noch persönlich gekannt hat, sagte über das Werk, der oft depressive, von Suizid-Gedanken geplagte Verfasser habe es als Requiem für sich selbst geschrieben. Es sei eine Art musikalisches, autobiografisches Vermächtnis. „Die Verwendung seiner Initialen D-S-C-H ziehen sich als roter Faden durch die Komposition.“ Etliche Tonfolgen aus anderen seiner Kompositionen zitiere der Russe Schostakowitsch genauso, wie er auch die staatlichen Drangsalierungen des totalitären Regimes der Sowjetunion und das Stiefelgepolter des KGB hörbar mache.

    Beim Gesamtvortrag des 8. Streichquartetts, dessen vier Sätze ohne Unterbrechung gespielt werden, wurde deutlich, wie es sich schon aufgrund seines Aufbaus hervorragend für die Schultour eignet. Schostakowitsch hat sein Werk klar strukturiert. Es ist jederzeit erkennbar und hörbar, worum es ihm geht, was er mit der Musik beschreibt. Zusätzlich können die beteiligten Instrumente und ihre Möglichkeiten vorgestellt werden. Dass beispielsweise auch Streichinstrumente Dämpfer haben, war kaum jemand unter den Schülerinnen und Schülern bekannt.

    „Alle zwei Jahre machen wir mit dem Orchester eine größere Tournee“

    Abschließend durfte gefragt werden. „Wie lange üben Sie am Tag?“. Einfache Antwort: „Orchesterproben sind von 10 bis 16 Uhr, danach übt kaum mehr jemand. Früher aber, während des Studiums, haben wir natürlich schon täglich vier bis acht Stunden lang geübt.“ Warum und welches Orchester? Das BRSO sei eines der besten Orchester auf der Welt und entsprechend gefragt. „Alle wollen dahin.“ Wichtig seien aber auch der Dirigent, die Dirigentin. Am BRSO lobt das Quartett die schöne, angenehme Arbeitsatmosphäre und die Reisen. „Alle zwei Jahre machen wir mit dem Orchester eine größere Tournee. Die weiteste Reise ging nach Buenos Aires in Argentinien.“ Der Auftritt mit den meisten Zuhörern? Nach kurzem Nachdenken, ob es vielleicht das jährliche Open Air am Odeonsplatz in München mit jeweils bis zu 8000 Besuchern ist, wurde schnell ein anderes Event gefunden. „Unser größtes Publikum hatten wir während der Fußball-WM 2006 im Münchner Olympiastadion.“

    Ob jemand aus dem Quartett schon Sir Simon Rattle gesehen und beim Dirigieren erlebt hat? „Na klar“, meint Anne Schoenholtz, „elf Wochen im Jahr ist er in München und arbeitet mit uns. Außerdem haben wir schon viele Konzerte mit ihm gespielt.“ Hörbar andächtiges Raunen unter den Schülerinnen und Schülern. Was macht ein Streicher, wenn bei einem Konzert eine Saite reißt? Das komme natürlich immer mal wieder vor und es werde ganz unterschiedlich darauf reagiert. So berichtet Cellist Hanno Simons, dass dem Solisten bei einem Cellokonzert eine Saite riss. „Er hat sein Instrument getauscht und weiter gespielt. Ich habe mitten im Konzert auf der Bühne eine neue Saite in das Solocello eingezogen.“ Daniel Nodel, das verrät Anne Schoenholtz, ist bei so einem Malheur aufgestanden und mit seiner Geige hinter der Bühne verschwunden. Dort hat er in aller Ruhe eine neue Saite aufgezogen und ist zurückgekommen.

    Ein Konzert ging schon voll daneben

    „Wir erleben viele schönste Momente“, betonen alle vier auf eine entsprechende Frage, „wenn wir auf der Bühne und im Flow sind, das ist einfach schön.“ Ob ein Konzert schon einmal so richtig daneben ging? „Oh ja“, meint Hanno Simons. „Das war bei Variationen über Mozart-Themen von Max Reger. Wir hatten einen jungen Dirigenten, der unbedingt wollte, dass wir ohne Noten spielen. Allerdings war vorher nicht geklärt worden, ob die Variationen mit oder ohne Wiederholung gespielt werden. Eine Hälfte hat sich dann für, und die andere ohne Wiederholung entschieden.“

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