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Denklingen: Setzt sich die bayerische Regierung über Denklingens Windkraft-Veto hinweg?

Denklingen

Setzt sich die bayerische Regierung über Denklingens Windkraft-Veto hinweg?

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    Grundsätzlich befürwortet Denklingen ein Windkraftprojekt auf seiner Flur. Doch die neuen Pläne würden die Dimensionen für die Gemeindegröße überschreiten.
    Grundsätzlich befürwortet Denklingen ein Windkraftprojekt auf seiner Flur. Doch die neuen Pläne würden die Dimensionen für die Gemeindegröße überschreiten. Foto: Bernd Thissen, dpa (Symbolbild)

    Denklingen war die erste Gemeinde im Landkreis Landsberg, die Windkraftanlagen auf Gemeindeflur stehen hatte. Nun sollen im Staatsforst sechs große Anlagen entstehen, mit Bürger- und Gemeindebeteiligung. 425 Hektar nimmt das Projekt in dem Wald ein. Nun liegt der Gemeinde bereits ein weiterer Plan vor, der einen Windpark mit über doppelt so viel Fläche in Dienhausen vorsieht. Ein solches Großprojekt lehnt

    Hubert Aiwanger will das Vetorecht bei Windkraftprojekten abschaffen

    Denklingens Bürgermeister Andreas Braunegger ärgert sich. Schließlich handle es sich bei dem Gebiet, das vom Regionalen Planungsverband München im Auftrag der Regierung gesucht wurde, um knapp 1200 Hektar, die zusätzlich zu der bisher geplanten Fläche hinzukommen würden. Nicht allein die Denklinger Flur eignet sich allerdings im Landkreis Landsberg für die Windkraftprojekte. Auch Dießen und Egling gelten als Vorranggebiete, um die in Bayern bis zum 31.12.2027 mindestens 1,1 Prozent und bis zum 31.12.2032 mindestens 1,8 Prozent der Fläche als Windenergiegebiete auszuweisen. Denklingen möchte gegen den Bau einer weiteren Windkraftanlage vorgehen, denn mit dem Projekt werde ein Fünftel der Gemeindefläche für Windkraft genutzt. Braunegger schätzt, es gehe hauptsächlich ums Geld, schließlich verdiene man mit Holz nicht so viel und Windräder setze man hin und der Ertrag sei gut. Einen Brief habe er mittlerweile an Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger geschrieben, in dem er ihn zu einer Ortsbesichtigung einlädt.

    Dieser hatte am Dienstag im Kabinett angekündigt, dass die Staatsforsten nicht mehr auf das Vetorecht der Gemeinden angewiesen sein sollen. Windpark-Pläne könnten dann auch nicht mehr von Bürgerentscheiden gestoppt werden. Wenn der Staatsforst die Richtlinien beim Bau einer Windkraftlage ändern und auf ein kommunales Einverständnis verzichtet werden sollte, dann könnte ein solches Projekt trotz Widerstand der Gemeinde durchgesetzt werden. Anlass für Aiwangers Forderung war der Bürgerentscheid in Mehring, durch den ein Projekt von zehn auf vier Windkraftanlagen gekürzt wurde. Der Beschluss gegen das Vetorecht könne schon in den kommenden Wochen feststehen, so Aiwanger am Dienstag. Auch Ministerpräsident Markus Söder stellte sich hinter den Vorschlag. 

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