Nie aufhören zu lernen, dran bleiben, vorbereitet sein auf das, was noch kommen und von dem niemand weiß, wie es sein wird – diese und weitere Empfehlungen zogen sich durch alle Grußworte und Ansprachen bei den von Dominic Wimmer moderierten Schulschluss- und Freisprechungsfeierlichkeiten der Beruflichen Schulen Landsberg gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft. Gewürzt wurden die Ratschläge mit viel Lob, nicht nur für Absolventinnen und Absolventen. Mit einbezogen waren bei den beiden Veranstaltungen in der Aula der Mittelschule Landsberg auch Eltern, Pädagogen, Ausbildungsbetriebe und das ganz persönliche Umfeld der jungen Menschen auf der Schwelle zum Berufsleben.
„Niemand geht den Weg allein“, sagte Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl bei der Feier für Auszubildende in IHK-Berufen. Wichtig seien jetzt weitere Ziele, denn „Erfolg will man immer wieder erleben“. Bei der Freisprechungsfeier der Azubis in Handwerkskammer-Berufen erklärte sie, dass oft später erst deutlich werde, wie brauchbar das erlernte Schulwissen ist. Dass sich immer weniger junge Menschen für Handwerksberufe entscheiden und auch die Zahl der Ausbildungsbetriebe zurückgehe, sei fatal, denn Handwerk werde immer gebraucht. „Handwerk hat Zukunft“, betonte auch Landrat Thomas Eichinger. Eine KI könne vielleicht Berechnungen für Dachstühle oder anderes übernehmen, „ausführen muss die Arbeiten jedoch immer noch der Mensch, der Handwerker“.
Die Schulleiterin fordert auf, gegen demokratiefeindliche Strömungen zu kämpfen
BSL-Schulleiterin Marion Rüller lobte die Absolventinnen und Absolventen für ihre Entscheidung zu einer grundlegenden Ausbildung. „Im Betrieb habt ihr Berufsspezifisches geübt und habt gelernt, mit allen und allem klarzukommen. In der Schule wurden euch Fachtheorie und Allgemeinbildung vermittelt.“ Die Anforderungen seien etwas anders gewesen, Eigenverantwortung, Miteinander in Projekten, offene Diskussionen hätten an Wichtigkeit gewonnen. „Ihr habt gelernt, auf anderem Niveau an Dinge heranzugehen und neue Impulse zu setzen. Jetzt geht mit wachsamen Augen durchs Leben“, forderte die Schulleiterin. „Kämpft gegen demokratiefeindliche Strömungen an, verfolgt eure Ziele, behaltet aber euer Umfeld im Blick.“
Bei der Freisprechungsfeier stellte Dietmar Eisenschmid, Geschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern, die drei Begriffe Stolz, Dankbarkeit und Zuversicht in den Mittelpunkt seiner Rede. Zuversicht sei angebracht, weil „Handwerk nicht ersetzbar ist“. Weiterbildung beispielsweise zum Meister sei wichtig, denn wie der HWK-Geschäftsführer weiß, stehen in den kommenden fünf Jahren 125.000 Betriebe allein in Bayern zur Übernahme an. Kreishandwerksmeister Markus Wasserle bezeichnete die duale Ausbildung als „weltweit einzigartig“. Sie sei teuer, aber rechne sich. Ihr Stellenwert müsse jedoch ein besserer werden, damit sich wieder mehr junge Menschen für diesen Weg entscheiden. Er lobte die Betriebe, die in einem immer stressiger werdenden Alltag ihre Kraft für Azubis zur Verfügung stellen.
Stellvertretender BSL-Schulleiter Thomas Klinger servierte vor der Auszeichnung der besten Absolventinnen und Absolventen jeweils ein paar Zahlen. So haben bei den IHK-Berufen 116 Schülerinnen und Schüler erfolgreich abgeschlossen. Die größte Berufsgruppe ist mit 25 Azubis die Fachkraft für Lagerlogistik, gefolgt von jeweils 20 Fachlageristen und Kaufleuten im Einzelhandel. Weiter haben abgeschlossen: 19 Verkäufer, zwölf Mechatroniker, acht Bürokaufleute, fünf Industriemechaniker, vier Elektroniker und drei Bankkaufleute. Einen mit einer Geldspritze verbundenen Staatspreis erhält laut Klinger wer neben der Spitzennote 1,0 auch noch Engagement in anderen Bereichen nachweisen kann. Staatspreise ohne Geld gibt es für Notendurchschnitte bis 1,5. Die Banken zeichnen die jeweils Klassenbesten aus.
Staats- und Bestenpreise erhielten: Valentin Pollok (Einzelhandelskaufmann) Besten-, Staats- und Geldpreis. Besten- und Staatspreise erhielten Vladislav Rudoj (Bürokaufmann), Josef Barnsteiner (Mechatroniker), Sebastian Greinwald, Simon Hörhager (beide Industriemechaniker) und Simon Neugebauer (Elektroniker). Staatspreise gab es für Valentin Platzer, Marwin Dietrich, Florian Fellner-Feldegg, Vincent Vogl, Laurin Buchwald, Felix Ritzl und Sebastian Spatz. Bestenpreise gingen an Charlotte Bastian (Verkäufer), Laura Brenner (Fachlagerist) und Hannah Göhring (Lagerlogistik).
52 Schülerinnen und Schüler haben HWK-Berufe erlernt. Laut Thomas Klinger waren die größte Berufsgruppe die Schreiner mit 25 Absolventinnen und Absolventen, gefolgt von zwölf Maurern. Ebenfalls erfolgreich waren jeweils sieben Kfz-Mechatroniker (Pkw und NFZ) sowie ein Hochbaufacharbeiter. Weiter gibt es im Landkreis elf neue Zimmerergesellen, sie haben ihre fachtheoretische Ausbildung an der Berufsschule Weilheim genossen.
Staats- und Bestenpreise erhielten: Verena Häuserer (Schreiner) Staats-, Besten- und Geldpreis. Staats- und Bestenpreise gab es für Matthis Aschenbrenner und Konrad Probst (Kfz). Staatspreise gingen an Paula Heilrath, Ben Josephs, Enya Heldt, Michael Holl, Tabea Knöpfle (alle Schreiner), Yazdan Mozafari. Leon Kunzmann, Verena Daubmeier (alle Kfz). Bestenpreise erhielten Joel Goßner, Felix Ehrl und Elia Wohlfahrt (alle Bau).
Innungssieger 2025 wurden: Bei der Bau-Innung siegte Felix Ehrl, ausgebildet bei Fichtel+Sohn in Hurlach. Die Schreinerinnung kürte 2025 mit den beiden punktgleichen Verena Häuserer und Paula Heilrath gleich zwei neue Gesellinnen zu Innungssiegern. Bei den Zimmerern hat Valentin Müllner, ausgebildet bei der Zimmerei Koller in Weil, den begehrten Titel erpunktet.
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