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Foto: Walter Brugger
Foto: Walter Brugger

David Anzenhofer (links) und Sascha Mölders im Kampf um den Ball.

Fußball
25.11.2022

Eklat in der Bayernliga: Sascha Mölders bestreitet umstrittene Aussage

Von Oliver Wolff

Plus Der Landsberger Spielertrainer Sascha Mölders bestreitet eine verbale Entgleisung im Auswärtsspiel in Gundelfingen. Gegenspieler David Anzenhofer sagt etwas ganz anderes.

Es läuft die 30. Minute im Fußball-Bayernliga-Spiel Gundelfingen gegen Landsberg am Wochenende (Endstand 1:0). TSV-Spielertrainer und Ex-Bundesligastar Sascha Mölders gerät mit dem Gundelfinger und Ex-Landsberger David Anzenhofer aneinander. Anzenhofer ist Mölders dicht auf den Fersen, will ihn abschirmen, dann schreit Mölders ihn im ganzen Stadion hörbar an: "Bist du schwul?". Weil die kleine Rangelei nach einer Ermahnung weitergeht, zeigt der Schiedsrichter beiden die Gelbe Karte. Gundelfingens Trainer ist außer sich. Unsere Redaktion hat mit allen Beteiligten gesprochen.

Diese Szene aus dem vergangenen Auswärtsspiel des TSV Landsberg am Wochenende findet sich kurz angerissen im Spielbericht in der LT-Montagsausgabe wieder. Doch Mölders bestreitet im Nachgang vehement, dass es diese verbale Entgleisung gab. "Ich habe überhaupt nichts von schwul gesagt. Das kann man nicht schreiben, das ist eine Lüge", sagt Mölders gegenüber unserer Redaktion.

Anzenhofer: "Das ganze Stadion hat es gehört"

Auf Anfrage unserer Redaktion will sich der Schiedsrichter, der die Szene am Samstag auf dem Platz bewertet hat, nicht äußern. Doch Gegenspieler Anzenhofer will über die Auseinandersetzung reden: "Diese Aussage ist definitiv gefallen, ich stand direkt daneben und Mölders hat sie so laut gerufen, dass sie das ganze Stadion gehört hat."

Fußball sei ein Kontaktsport, sagt David Anzenhofer weiter, und Sascha Mölders sei einer der besten Spieler der Liga. "Daher war ich beim Einwurf eng am Mann, dann hat er mich lautstark gefragt, ob ich schwul bin." Gestört habe ihn das persönlich nicht, sagt Anzenhofer. "Insgesamt ist die Aktion auch nur unnötig."

Hätte Mölders Rot sehen müssen?

Walter Brugger, Sport-Redakteur bei der Donau Zeitung in Dillingen, hat das Spiel im Stadion für unsere Zeitung mitverfolgt. Er bestätigt, dass Mölders jene Frage gerufen hat. "Ich war ungefähr 60 Meter vom Geschehen entfernt und habe es laut und deutlich gehört." Auch einige Zuschauerinnen und Zuschauer auf der Tribüne haben dies und hätten sich darüber gewundert, warum Mölders so etwas ruft, sagt Brugger. Der gegnerische Trainer habe sich noch darüber lautstark aufgeregt, warum sein Spieler mit der Gelben Karte bestraft wird. 

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Heinz Eckl ist Spielleiter der Fußballherren im Kreis Zugspitze. Er sagt auf Anfrage unserer Redaktion, Sascha Mölders hätte eigentlich vom Platz fliegen müssen. "Wenn die Aussage so gefallen ist, dann muss es Rot geben ohne Diskussion." Wie hoch eine Sperre dann ausfallen würde, das könne er nicht abschätzen, sagt Eckl. Das müssten dann Sportgerichte entscheiden.

Nicht die erste verbale Entgleisung vom Ex-Bundesligastar

Sascha Mölders ist bekannt für sein teils impulsives Verhalten - ein solches braucht ein Torjäger auch in gewisser Weise. "Bist du schwul?" wäre allerdings nicht seine erste verbale Entgleisung, die auch das Fußballportal FuPa in seinem Ticker aufgreift. "Nächstes Jahr seid ihr in der Regionalliga Bayern, Spacko", hatte Mölders, damals noch Spieler beim TSV 1860 München, im Mai 2021 im Vorlauf eines Fernsehinterviews in Richtung seines Gegenspielers Maximilian Welzmüller (FC Bayern II) über die Mikrofone deutlich hörbar gesagt.

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