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Landkreis Landsberg
04.01.2022

Kartei der Not hilft im Kreis Landsberg: Spenden helfen in der Region

Viele Spenden kamen auch 2021 in Landsberg für die Kartei der Not zusammen: Das „Stufe 15“-Team verteilte im Dezember Suppe und Eintopf.
Foto: Thorsten Jordan

Das Leserhilfswerk Kartei der Not unterstützt 2021 in 37 Fällen Menschen im Verbreitungsgebiet des LT. Viel Geld spendet ein Flaschensammler aus Landsberg.

Das Jahr 2021 steckte wohl für jeden Menschen voller großer Herausforderungen. Dennoch spendeten wieder viele Menschen aus dem Landsberger Raum an die Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung. So auch Gastronomiebetriebe, die, selbst gebeutelt von den Beschränkungen der Pandemie, trotzdem an die Ärmsten in der Region denken. So hat das Team der Bar „Stufe 15“ im vergangenen Dezember mit einem Essensstand in der Landsberger Altstadt 370 Euro an Spenden sammeln können und somit dazu beigetragen, dass auch 2022 vielen Menschen in Not geholfen werden kann.

Allein im Landkreis Landsberg konnten im Jahr 2021 insgesamt 37 Hilfeanfragen mit einer Summe von fast 31.000 Euro unterstützt werden. Dabei setzten sich 440 Spender und Spenderinnen für die Kartei der Not ein. Die größten Spenden kamen von zwei Privatpersonen und das unter anderem durch das Sammeln von Pfandflaschen. Dabei handelt es sich um einen Landsberger Frührentner, der, meist unterwegs mit großen Taschen, Pfandflaschen in der Altstadt sammelt. Der anonyme Landsberger hatte allein im ersten Quartal 2021 durch seine Flaschensammlungen und dank ein paar Spenden 1200 Euro zusammengebracht, die er der Kartei der Not spendete. Seinen Namen will er zwar nicht im Landsberger Tagblatt lesen, aber es ist ihm ein Anliegen, dass er etwas Gutes tut. Wenige Wochen später spendete er noch einmal 1900 Euro.

Die Kartei der Not hilft seit 1965 unverschuldet in Not geratenen Menschen

Seit 1965 hilft die Kartei der Not unverschuldet in Not geratenen Menschen in der Region. Unverschuldet in Not – das kann schnell passieren und jeden treffen. Krankheit, Unfall oder der Verlust der Arbeit sind einige Beispiele dafür. Die Kartei der Not steht als Hilfswerk der Mediengruppe Pressedruck und des Allgäuer Zeitungsverlages den Menschen in der Region in ausweglosen Situationen zur Seite und leistet Hilfe – rasch, unbürokratisch und nachhaltig. Denn durch die Zusammenarbeit mit sozialen Beratungsstellen vor Ort ist gewährleistet, dass ihre Unterstützung auch tatsächlich bei den Bedürftigen ankommt und für den benötigten Zweck verwendet wird. Dabei kommt jede Spende zu 100 Prozent bei den Betroffenen an, weil alle Verwaltungskosten von der Mediengruppe Pressedruck getragen werden.

Ein Hobby-Flaschensammler spendete fleißig für das Leserhilfswerk.
Foto: Dominic Wimmer

Die Corona-Pandemie hatte auch in diesem Jahr wieder große Auswirkungen auf bedürftige Menschen und damit die Arbeit vieler sozialer Organisationen. Deswegen verlängerte die Kartei der Not das Angebot der sogenannten Corona Notfallhilfen und konnte dadurch 233 Beratungsstellen im gesamten Verbreitungsgebiet mit einer Art Handgeld für schnelle unbürokratische Hilfen unterstützen – davon allein sechs im Landkreis Landsberg. Diese kommen besonders dann zum Tragen, wenn den Bedürftigen das Geld für das Nötigste zum Überleben im Alltag fehlt, wie zum Beispiel Lebensmittel, Windeln für die Kinder, Unterwäsche oder Hygieneartikel. So konnte alleine damit in rund 4500 Fällen akute schnelle Hilfen geleistet werden. Die Corona-Pandemie hat solche Situationen noch schneller hervorgerufen, denn durch Kurzarbeit, den verlorenen Job, Krankheit oder psychische Beeinträchtigung hat sich das Leben vieler Menschen schlagartig verändert. Diese unverschuldeten Notlagen stellen nach wie vor viele Bedürftige vor große Herausforderungen.

Zahlreiche Benefizaktionen fallen erneut wegen Corona aus

Beim Spendenaufkommen war auch in diesem Jahr wieder der Ausfall zahlreicher Benefizaktionen, die von Besucherinnen und Teilnehmern leben, spürbar. Viele Turniere, Konzerte, Märkte und Aufführungen zugunsten der Kartei der Not mussten abgesagt werden. Dennoch wurden kreative und tolle Spendenaktionen entwickelt, sobald es die Corona-Entwicklung zuließ.

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Die Hilfeanfragen aus dem Landsberger Verbreitungsgebiet kamen in 14 Fällen aus Familien mit insgesamt 46 betroffenen Kindern. In 25 Fällen war oder ist eine chronische Krankheit und/oder eine Behinderung zu bewältigen. In zehn Fällen ging eine Beihilfe an von Behinderung betroffene Familien, um zum Beispiel gemeinsam einen Ausflug zu erleben oder zusammen Geburtstag feiern zu können. Auch die Kosten eines Assistenzhundes wurden durch die Hilfsmittel unterstützt. In einem Fall verhalf das Spendengeld einem behinderten Mann zu einem Elektro-Dreirad. Einigen sozialen Einrichtungen wurden zudem Tagesausflüge finanziert.

Ein tragischer Todesfall wirft eine kleine Familie aus der Bahn

Oft ging es auch um das Thema Wohnen. So wurden für zehn Haushalte die Energie- und Nebenkosten sowie die Miete übernommen. Corona hat diese Notlagen oftmals befeuert, da durch Kurzarbeit oder einen verlorenen Job beispielsweise die Miete oder der Strom nicht mehr bezahlt werden konnte. Manchmal war auch Hilfe bei der Einrichtung, wie einer Kochmöglichkeit, Kühlschrank, Herd oder ein Bett mit Matratze, nötig. In mehreren Fällen unterstützte die Kartei der Not akut den Lebensunterhalt, mit Lebensmitteln, Kleidung, Hygieneartikeln und Babybedarf.

Das zeigt auch eines der vielen Beispiele aus der Einzelfallhilfe aus dem gesamten Verbreitungsgebiet der Kartei der Not. Es war ein Todesfall, der die kleine Familie völlig aus der Bahn geworfen hat: Der 17-jährige Sohn der alleinerziehenden Martina R. ist vor einem Jahr an Leukämie gestorben. Seitdem fällt es der 44-Jährigen schwer, ihren Alltag zu gestalten. Auch die sechsjährige Tochter leidet extrem unter dem Verlust. Die Mutter ist geringfügig in einer Pflegeeinrichtung beschäftigt. Eine Vollzeitstelle kann sie nicht ausüben, da dann zu wenig Zeit für die Betreuung ihrer Tochter bliebe.

Zur psychischen Belastung kommt die mangelhafte Möblierung der kleinen Wohnung der beiden: Der Gasherd ist defekt, Tisch, Stühle und Betten gehören dringend erneuert. Da Rücklagen fehlen, hat die Kartei der Not den Kauf günstiger Ausstattung sowie kleine, aber unaufschiebbare Renovierungsarbeiten unterstützt. (lt)

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