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Landkreis Landsberg: Psychische Gesundheit von Kindern: Wie lässt sich die Versorgung verbessern?

Landkreis Landsberg

Psychische Gesundheit von Kindern: Wie lässt sich die Versorgung verbessern?

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    Seit der Corona-Pandemie haben mehr Kinder mit psychischen Problemen zu kämpfen
    Seit der Corona-Pandemie haben mehr Kinder mit psychischen Problemen zu kämpfen Foto: Alexander Kaya (Symbolbild)

    Seit der Corona-Pandemie haben mehr Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen zu kämpfen. Doch im Landkreis Landsberg gibt es in dem Bereich ein erhebliches Versorgungsdefizit. Aus dem Bericht einer Expertenrunde gingen eindeutige Forderungen hervor, die jetzt auch dem Inklusionsbeirat vorgestellt wurden. Doch wie geht es nun weiter?

    Den ausführlichen Bericht der Fachleute hatte Julia Birkhold, Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregion plus, bereits in einer Sitzung des Jugendhilfeausschusses im April vorgestellt. Eine bundesweite Studie hat demnach ergeben, dass Kinder und Jugendliche durch die Pandemie starken psychischen Belastungen ausgesetzt waren und immer noch sind. Im Landkreis gebe es bereits eine ganze Reihe an Hilfesystemen in den verschiedenen Bildungseinrichtungen. Durch die erhöhte Nachfrage sei allerdings die Belastungsgrenze erreicht. Gleiches gilt für andere Anlaufstellen.

    Im Kreis Landsberg fehlt eine Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie

    Für die verschiedenen Krankheitsbilder seien meist umfassende Diagnostikverfahren notwendig, die oftmals nur auf Kinder und Jugendliche spezialisierte Psychotherapeutinnen oder Psychiater leisten könnten. Im gesamten Landkreis gebe es momentan keine einzige niedergelassene Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Die nächsten Praxen seien etwa in Starnberg, dem Kreis Weilheim-Schongau, Buchloe oder Augsburg. Einen Termin zu bekommen, dauere sechs bis zwölf Monate.

    Vor diesem Hintergrund hat die Expertengruppe konkrete Forderungen erarbeitet. So müssten die Bedarfsplanung für Kinder- und Jugendpsychiater kleinräumiger auf Kreisebene erfolgen und innerhalb des Landkreises eine Niederlassung ermöglicht werden. Für Kinder- und Jugendpsychotherapeuten sollte es eine eigene Planung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) geben. Außerdem wird dafür plädiert, je eine psychiatrische und psychologische Stelle im öffentlichen Gesundheitsdienst zu schaffen.

    Die Schließung der Schulen wirkt immer noch nach

    Im Inklusionsbeirat stellte die Diplom-Psychologin Susanne Stegmaier, die inzwischen als kommunale Gleichstellungsbeauftragte des Landratsamts bestellt ist, den Bericht vor. Wie aus ihren Ausführungen hervorging, wirkten etwa die in Deutschland verhältnismäßig langen Schulschließungen während der Corona-Pandemie immer noch nach. Außerdem rückten andere Krisen nach.

    Für Beiratsmitglied und Kreisrätin Monika Groner (Grüne) sind die Forderungen absolut nachvollziehbar. „Aber was soll mit denen passieren, an wen sind sie gerichtet?“, fragte sie. Barbara Klaus, Geschäftsführerin im Psychosozialen Netzwerk, berichtete von weiterführenden Gesprächen mit Landrat Thomas Eichinger (CSU), in denen etwa die Forderung im Fokus stand, je eine auf Kinder und Jugendliche spezialisierte psychiatrische und psychologische Stelle im öffentlichen Gesundheitsdienst zu schaffen. Eichinger wolle das Thema mit in den bayerischen Landkreistag nehmen. Einstimmig sprachen sich die Mitglieder des Inklusionsbeirats dafür aus, die Forderungen der Expertenrunde zu unterstützen.

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