Als ältestes Kreistagsmitglied übernahm Peter Fastl die Vereidigung der neuen Landrätin Daniela Groß.Foto: Thorsten Jordan
Daniela Groß, die erste grüne Landrätin Bayerns, hat ihren Amtseid abgelegt. In der konstituierenden Sitzung des Kreistags im Sitzungssaal des Landratsamts in Landsberg wurden zudem 25 neue Kreisrätinnen und Kreisräte vereidigt. Daniela Groß nutzte den Anlass, um erneut das fraktionsübergreifende Miteinander in den Vordergrund zu stellen, was sich auch in der Wahl ihrer Stellvertreter widerspiegelte. Und dann hatte die neue Landrätin auch noch eine gute Nachricht mitzuteilen.
Ende März hatte die Regierung von Oberbayern mitgeteilt, dass sie über die Genehmigung des Haushalts 2026 des Landkreises Landsberg noch nicht abschließend entscheiden kann. Nachdem daraufhin der Kreistag und die Verwaltung Einsparungen, Verschiebungen und Streichungen in Millionenhöhe vorgenommen hatten, wurde die Haushaltssatzung jetzt genehmigt, wie Daniela Groß zu Beginn der Sitzung sagte. Dennoch müsse der Landkreis dauerhaft in der Lage sein, seine Verpflichtungen zu erfüllen und notwendige Investitionen auch künftig finanzieren zu können. Die Regierung erwartet deshalb, dass der eingeschlagene Konsolidierungskurs konsequent fortgeführt wird. Das habe Regierungspräsident Dr. Konrad Schober in einem persönlichen Gespräch unterstrichen, wie die Landrätin sagte. Und so müsse die künftige Arbeit im Kreistag auch von einem gewissen Maß am Sparwillen ausgerichtet sein.
Vertrauensvoll, fair, konstruktiv, respektvoll und offen soll der Umgang miteinander sein
Auch wenn die Bedingungen zum Start in finanzieller Hinsicht nicht optimal seien, strahlte Daniela Groß in der konstituierenden Sitzung Optimismus aus. Wichtig ist ihr eine fraktionsübergreifende Zusammenarbeit. Vertrauensvoll, fair, konstruktiv, respektvoll und offen solle der Umgang miteinander künftig sein. Ähnlich bezeichnete sie ihr Verhältnis zu Christian Bolz (CSU). Er habe Erfahrung als Kommunalpolitiker und Bürgermeistersprecher. Deswegen schlug sie den Bürgermeister von Weil als Vertreter der stärksten Fraktion (CSU) als ihren Stellvertreter vor. Von 58 möglichen Stimmen erhielt Bolz 54.
Christian Bolz (CSU) wurde als Stellvertreter von Landrätin Daniela Groß (Grüne) gewählt.Foto: Thorsten Jordan
Zweiter Stellvertreter ist künftig Markus Wasserle (SPD). Auch die Zusammenarbeit mit dem Unternehmer, Kreishandwerksmeister und erfahrenen Kreisrat aus Kaufering sei bislang konstruktiv, sachlich und immer auf die beste Lösung für den Landkreis ausgerichtet gewesen. Wasserle – unter Landrat Thomas Eichinger (CSU) bereits einer von vier Stellvertretern – wurde einstimmig (59:0) gewählt.
Die CSU stellte im Landkreis Landsberg seit 1945 ununterbrochen den Landrat
Die CSU stellte im Landkreis Landsberg seit 1945 ununterbrochen den Landrat. Auf Dr. Otto Gerbl (1945–1958) folgten Bernhard Müller-Hahl (1958–1984), Erwin Filser (1984–2002), Walter Eichner (2002–2014) und schließlich Thomas Eichinger (2014–2026). Mit Daniela Groß steht nun erstmals eine Frau und eine Vertreterin der Grünen an der Spitze des Landkreises. Die 37-Jährige hatte in der Stichwahl am 22. März 61,5 Prozent der Stimmen geholt und setzte sich damit deutlich gegen Amtsinhaber Thomas Eichinger (CSU) durch. In der konstituierenden Sitzung des Kreistags nahm ihr als ältestes Kreistagsmitglied Peter Fastl (FW) aus Dießen den Amtseid ab. Danach folgte die Vereidigung der neuen Kreisrätinnen und Kreisräte. Thomas Eichinger sitzt in den kommenden sechs Jahren ebenfalls im Kreistag und war in der Sitzung anwesend.
In der konstituierenden Sitzung im Landratsamt stellten sich die Kreisrätinnen und Kreisräte mit Landrätin Daniela Groß zu einem Foto zusammen.Foto: Thorsten Jordan
Bereits vergangene Woche trafen sich die neu gewählten und amtierenden Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Landkreises im Sitzungssaal des Landratsamts zur ersten Dienstbesprechung der Amtsperiode. Dabei wählten sie Wilfried Lechler (Bürgermeister Pürgen) zum neuen Bürgermeistersprecher und Nachfolger von Christian Bolz, dem neuen stellvertretenden Landrat. Günter Först (Bürgermeister Igling) wurde als Lechlers Stellvertreter gewählt.
Wie hat sich der Kreistag ansonsten personell verändert? Die Partei ist nicht mehr dabei, neu hinzugekommen sind AfD und Linke. Zuletzt konnte Landrat Thomas Eichinger (CSU) bei wichtigen Entscheidungen auf eine Mehrheit aus CSU, SPD, Freien Wählern und UBV bauen. Die Fraktionen stellten auch jeweils einen Stellvertreter des Landrats (Margit Horner-Spindler, Markus Wasserle, Günter Först, Erich Püttner). Jetzt haben sich die Stimmenverhältnisse verändert und es wird schwieriger, Mehrheiten zu finden: CSU (21), Grüne (13), SPD (6), Freie Wähler (5), AfD (4), UBV (3), Die Linke (3), ÖDP (2), Bayernpartei (2), FDP (1). Zuletzt saßen 17 Frauen in dem 60-köpfigen Gremium, seit Mai sind es 20. Von 2020 bis 2026 gehörten zwölf Bürgermeisterinnen und Bürgermeister dem Gremium an, nun sind es 14.
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