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Landsberg: Landsberg: Das sagen Weggefährten zum Tod von Altlandrat Walter Eichner

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Landsberg: Das sagen Weggefährten zum Tod von Altlandrat Walter Eichner

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    Das Foto zeigt Walter Eichner 2016 vor seinem Porträt von Klaus Straubinger.
    Das Foto zeigt Walter Eichner 2016 vor seinem Porträt von Klaus Straubinger. Foto: Thorsten Jordan

    Am Freitagmorgen ist der frühere Landrat Walter Eichner im Alter von 70 Jahren im Landsberger Klinikum gestorben. Die Nachricht von seinem Tod löste im Landkreis tiefe Bestürzung und Trauer aus. Unsere Zeitung hat mit langjährigen politischen Weggefährten gesprochen und fasst die wichtigsten Stationen seines Lebens zusammen.

    Altlandrat Walter Eichner war zuletzt schwer krank. Wegen einer Lungenerkrankung musste er die vergangenen drei Jahre rund um die Uhr beatmet werden, ein mobiles Sauerstoffgerät war sein ständiger Begleiter. Zuletzt setzte ihm eine Krebserkrankung und die folgende Chemotherapie zu, vor wenigen Wochen kam noch eine Lungenentzündung hinzu.

    Walter Eichner bei der symbolischen Schlüsselübergabe an Landrat Thomas Eichinger im Mai 2014.
    Walter Eichner bei der symbolischen Schlüsselübergabe an Landrat Thomas Eichinger im Mai 2014. Foto: Thorsten Jordan (Archivfoto)

    Sein Nachfolger im Amt des Landrats, Thomas Eichinger, empfindet es als tröstliches Zeichen, dass Walter Eichner „in seinem Krankenhaus“ gestorben ist. Eichner leitete die Einrichtung zweimal. Von seiner Zeit als Landrat werde vor allem sein Einsatz für den Neubau und die Sanierung von Schulen bleiben. Eichner habe seine Aufgaben immer mit viel Energie und Durchhaltevermögen erledigt. Auch seine schwere Krankheit habe er als Aufgabe angenommen, dabei kein Mitleid haben wollen und keine Schwäche gezeigt.

    Bewunderung für Eichners Politik in Gesundheitsfragen

    Der frühere CSU-Landtagsabgeordnete und CSU-Kreisvorsitzende Dr. Thomas Goppelbezeichnet den verstorbenen Altlandrat als „einen Menschen, der mit viel Gründlichkeit viele Treppenstufen im Laufe seines Lebens genommen hat“. Und weiter: „Er war unermüdlich unterwegs und hat sehr darauf geachtet, dass Präzision und Genauigkeit in allem eingehalten wird“. Man habe lange Jahre in unterschiedlichen Gremien zusammengearbeitet.

    Das Verhältnis des Landrats und Landtagsabgeordneten war nicht unbelastet. Denn Goppel hatte sich bei der Landratsfrage, die sich am Ende der Amtszeit von Erwin Filser stellte, für eine Kandidatur des damaligen Eresinger Bürgermeisters Josef Loy ausgesprochen, den er als „ganz nah bei den Leuten“ wahrgenommen habe, während Eichner für ihn für das „bürokratische Einhalten von rechtlichen Grundsätzen“ gestanden habe, blickt Goppel zurück. Bewundert habe er Eichner für seine Politik in Gesundheitsfragen und seine Arbeit im Krankenhaus.

    Der frühere Oberbürgermeister Ingo Lehmann und Walter Eichner im Jahr 2012.
    Der frühere Oberbürgermeister Ingo Lehmann und Walter Eichner im Jahr 2012. Foto: Thorsten Jordan (Archivfoto)

    Der frühere OberbürgermeisterIngo Lehmann kannte Walter Eichner nicht nur aus der Politik. Lehmann, im gleichen Jahr wie Eichner geboren, spielte mit diesem in der Jugendzeit gemeinsam Handball. Jahrzehnte später waren beide für genau zehn Jahre gleichzeitig Landrat und Oberbürgermeister. „Ich habe ihn sehr geschätzt“, sagt Lehmann über Eichner, „er war ein Macher, der für den Landkreis viel bewegt hat und wir haben mit großer Kraft am gleichen Strang gezogen.“ Man habe immer auf Eichners Zuverlässigkeit bauen können.

    Auch im Ruhestand habe er regelmäßig Kontakt mit Eichner gehabt. „Wir haben erst vor vier Wochen noch gemeinsam Kässpatzen gegessen“, erzählt Lehmann, und auch davon, dass er vor Kurzem auch noch einen Teil von Eichners Autobiografie vorab lesen konnte. Geplant sei auch noch gewesen, die offizielle Feier der 70. Geburtstage von ihm und Eichner gemeinsam abzuhalten. Doch das sei aufgrund der Corona-Pandemie und des sich verschlechternden Gesundheitszustands von Walter Eichner nicht mehr möglich gewesen.

    Quirin Krötz hat Walter Eichners Ehrlichkeit beeindruckt

    Der frühere Rotter Bürgermeister Quirin Krötz war nicht nur ein politischer Weggefährte von Walter Eichner, gerne verwies er auch auf die Verwandtschaft mit dem verstorbenen Altlandrat, denn dessen Großmutter war eine Schwester von Krötz’ Urgroßmutter. Als er am Freitagmorgen von Eichners Tod erfuhr, ging er in seinen Wald, um dort allein zu arbeiten, berichtet Krötz. „Ich bin in Gedanken bei Walter und Gaby und bei ihren Kindern“, sagte er dem LT.

    Auch Krötz traf sich regelmäßig alle paar Wochen mit Eichner, zuletzt im September, als er ihm ein Foto für dessen Autobiografie nach Landsberg brachte. Den Verstorbenen charakterisiert Krötz als „einen unwahrscheinlich fleißigen Menschen in allem, was er gearbeitet und gemacht hat und der dabei Privates und Gesundheit hinter die Aufgabe zurückgestellt hat“. Beeindruckt habe ihn auch Eichners Ehrlichkeit.

    Walter Eichner im Sommer 2018: Der langjährige Landrat des Landkreises Landsberg ist am Freitag im Alter von 70 Jahren im Landsberger Klinikum gestorben.
    Walter Eichner im Sommer 2018: Der langjährige Landrat des Landkreises Landsberg ist am Freitag im Alter von 70 Jahren im Landsberger Klinikum gestorben. Foto: Thorsten Jordan

    Wichtige Stationen in Walter Eichners Leben:

    • Walter Eichner wird am 6. Mai 1950 in Entraching geboren. Nur wenig später zieht die Familie nach Landsberg. Dort besucht Eichner die katholische Knabenschule, später die Realschule in Schongau.
    • Bis 1972 Ausbildung für den gehobenen Dienst bei der Stadt. Nach der Gebietsreform war Walter Eichner unter Oberbürgermeister Hanns Hamberger (CSU) unter anderem zuständig für Schule, Jugend, Sport mit Sportzentrum, Volkshochschule, Fremdenverkehr, Bücherei, Sozialwesen, Verwaltung, Heilig-Geist-Spital und Pressearbeit.
    • Ab Herbst 1983 – offiziell ab 1984 – Verwaltungsleiter am Städtischen Krankenhaus als einer der jüngsten Verwaltungsleiter an Bayerischen Krankenhäusern.
    • Von Januar 1989 bis Dezember 1993 Leiter der Haupt- und Personalverwaltung am Landratsamt.
    • Von Januar 1994 bis April 2002 Geschäftsführer am Eigenbetrieb Krankenhaus Landsberg.
    • Mai 2002 bis Ende April 2014 Landrat des Landkreises.
    • Der Landkreis zeichnet Eichner 2014 mit dem Ehrenring in Gold, der höchsten Ehrung, die der Landkreis vergeben kann, aus. Zudem wird ihm der Ehrentitel Altlandrat verliehen.
    • 2018 wird er Vorsitzender des VdK Kreisverbands Landsberg.

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