Die Fahrrad- und Fußgängerbrücke, die zwischen dem Raiffeisenweg und der Mühlbachstraße in Windach den gleichnamigen Fluss überspannt, soll im nächsten Frühjahr neu gebaut werden. In der jüngsten Gemeinderatssitzung lag die Planung hierfür und wurde vom Gremium beschlossen.
Anlass für den Neubau, der voraussichtlich rund eine Viertelmillion Euro kosten wird, ist, dass die derzeitige Brücke nicht mehr hinreichend tragfähig ist. Der planende Ingenieur sprach von fehlerhaftem Korrosionsschutz und von Rissen in den Stahlbetonpfeilern.
Die neue Brücke kommt ohne Stützen in der Windach aus
Anstelle der bisher dreifeldrigen Konstruktion soll der neue Steg so gebaut werden, dass keine Einbauten im Wasser erforderlich sind. Das, so wurde in der Sitzung deutlich, ist im Falle eines Hochwassers und durch heranschwimmende Bäume ausgelöste Verklausungen vorteilhafter als die jetzige Bauweise. Die neue Brücke soll auf einer sogenannten Brunnengründung zu stehen kommen. Dazu werden Schachtringe in den Untergrund eingebracht und mit Magerbeton verfüllt.
Während die Konstruktion im Gemeinderat unstrittig war, wurde über drei Punkte einzeln abgestimmt. Zum einen ging es um die Breite: Eine normgerechte Radfahrbrücke müsste 2,50 Meter breit sein, also einen Meter breiter als der jetzige Steg. Das wurde jedoch abgelehnt, nicht nur wegen der dadurch höheren Baukosten von annähernd 40.000 Euro, sondern auch weil keine Notwendigkeit dafür gesehen wurde. „Ich habe auf der Brücke noch nie einen Gegenverkehr gehabt“, berichtete Dr. Adolf Gebhardt über seine Erfahrungen. Auch das Landratsamt halte eine Breite von 1,60 Meter für „zumutbar“, merkte Mathias Maisterl aus dem gemeindlichen Bauamt an, allerdings müssten Radfahrer dann absteigen.
Gemeinderat lehnt Kunststoffbelag auf der neuen Windachbrücke ab
Beim Belag setzte der Gemeinderat mit 9:6 Stimmen auf den natürlichen Baustoff Holz, den alternativ angebotenen Elastomerbelag aus glasfaserverstärktem Kunststoff, der 80 Jahren halten soll, lehnte das Gremium ab. Ute Pontius warnte vor dem Abrieb von Mikroplastik. Nachteil des Holzes ist jedoch, dass die Planken möglicherweise deutlich früher als der Kunststoffbelag erneuert werden müssen. Ebenfalls aus Holz gefertigt werden soll das Geländer, wurde mit 8:7 Stimmen entschieden, womit die Alternative Stahlgeländer abgelehnt war.
Mit dem Brückenneubau soll im Frühling 2026 begonnen werden, nach drei bis fünf Monaten Bauzeit dürfte dann der neue Flussübergang befahrbar sein, sagte Bürgermeister Richard Michl.
Der Steg über die Windach an dieser Stelle war übrigens eine der ersten Baumaßnahmen der 1939 zu einer Gemeinde zusammengeschlossenen Dörfern Ober- und Unterwindach. Die Erneuerung des zuvor aus Sicherheitsgründen im Januar 1939 abgebrochenen Stegs war zuvor an der Frage der Finanzierung gescheitert, hat dazu Gemeindearchivar Gerhard Heininger herausgefunden.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren