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Podiumsdiskussion in Kaufering: Beim Feuerwehrhaus gehen die Meinungen weit auseinander

Kaufering

Beim Feuerwehrhaus gehen die Meinungen weit auseinander

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    Vor der Kommunalwahl am 8. März debattierten Kauferings Bürgermeister Thomas Salzberger und Herausforderer Nikolas Löwenthal in der Lechauhalle. Das Landsberger Tagblatt hatte zu der Podiumsdiskussion eingeladen.
    Vor der Kommunalwahl am 8. März debattierten Kauferings Bürgermeister Thomas Salzberger und Herausforderer Nikolas Löwenthal in der Lechauhalle. Das Landsberger Tagblatt hatte zu der Podiumsdiskussion eingeladen. Foto: Thorsten Jordan

    Droht Kaufering der finanzielle Kollaps? Findet auch heuer kein Volksfest statt? Und wie will man verhindern, dass weitere Unternehmen der Marktgemeinde den Rücken kehren? Mit diesen Fragen, die in Kaufering viele Menschen beschäftigen, leiteten Thomas Wunder, stellvertretender Redaktionsleiter des LT, und LT-Redakteurin Vanessa Polednia die Podiumsdiskussion in der Lechauhalle ein. Rund 500 Besucherinnen und Besucher waren gekommen. Zwischen dem amtierenden Bürgermeister Thomas Salzberger (SPD) und Herausforderer Nikolas Löwenthal (CSU) entwickelte sich eine intensive Debatte.

    Eine lockere Frage zum Einstieg: In welcher Sportart bei den Winterspielen würden sich die beiden Kandidaten am ehesten sehen? Der Jäger Nikolas Löwenthal nannte Biathlon und Thomas Salzberger den „Teamsport“ Eishockey. Dann ging es ans Eingemachte. Als Thomas Wunder den möglichen Neubau des Feuerwehrhauses am Containerplatz ansprach, ging ein Raunen durch den Saal. Vom Bürgermeister wollte er wissen, ob die Pläne wirklich in Stein gemeißelt sind? Salzberger verwies auf den einstimmigen Beschluss des Marktgemeinderats, ein Feuerwehrhaus am Containerplatz zu bauen – dieser sei die „geeignetste Fläche“. Im Nachgang der Podiumsdiskussion korrigierte Salzberger diese Aussage gegenüber unserer Redaktion. Demnach fiel der damalige Beschluss nicht einstimmig, sondern mehrheitlich aus. Salzberger schloss nicht aus, dass in einem Neubau Räumlichkeiten des Rathauses untergebracht werden könnten.

    Wo könnte ein neues Gewerbegebiet entstehen?

    Nikolas Löwenthal hat dagegen seine Zweifel, dass 2029 tatsächlich die Bagger anrollen. Für einen Neubau würden dann bestimmt 20 Millionen Euro fällig. Nach 20 Jahren sei es an der Zeit, die Scheuklappen abzulegen: „Wenn ich ein totes Pferd reite, dann sollte ich halt irgendwann absteigen“, sagte der CSU-Kandidat. Wenn mit Sachverstand an das jetzige Feuerwehrhaus herangegangen werden, „werden wir auch an dieser Stelle ein wunderbares, perfektes Feuerwehrhaus realisieren können“.

    Angesichts der schwierigen finanziellen Situation verwies Bürgermeister Salzberger auf wichtige Projekte, die in den vergangenen Jahren geleistet wurden. Die Kommunen hätten jedoch immer mehr Aufgaben, zudem fehlten aufgrund des Einbruchs bei der Gewerbesteuer pro Jahr 6,6 Millionen Euro. Trotz ungünstiger Rahmenbedingungen komme der Haushalt ohne Neuverschuldung aus.

    Das Bild zeigt (von links) Moderator Thomas Wunder (stellvertretender Redaktionsleiter LT), Bürgermeister Thomas Salzberger (SPD), Nikolas Löwenthal (CSU) und Moderatorin Vanessa Polednia (LT-Redakteurin).
    Das Bild zeigt (von links) Moderator Thomas Wunder (stellvertretender Redaktionsleiter LT), Bürgermeister Thomas Salzberger (SPD), Nikolas Löwenthal (CSU) und Moderatorin Vanessa Polednia (LT-Redakteurin). Foto: Thorsten Jordan

    Der Einbruch der Gewerbesteuer hängt mit dem Wegzug der Firma Corpuls zusammen. Laut Nikolas Löwenthal sei allerdings „viel Gewerbe“ in den vergangenen Jahren verloren gegangen. Es müssten zeitnah neue Gewerbegebiete entwickelt werden. Im Auge hat er dabei Grundstücke südlich der Viktor-Frankl-Straße, die noch zur Verfügung stehen. Die Zufahrten seien bereits vorhanden: „Es würde relativ schnell gehen.“ Salzberger verwies auf eine Standortbeurteilung. Für ein neues Gewerbegebiet würde sich eine Fläche ein Stück südlich vom Biomasseheizkraftwerk anbieten.

    CSU-Kandidat möchte neues Baugebiet auf der „Hundewiese“

    Ein Parkraummanagement rund um den Bahnhof würde ebenfalls Geld in die Kassen spülen. Salzberger sprach sich für kostenpflichtige Parkplätze aus. „Relativ zeitnah“ soll ein Konzept kommen. Löwenthal schwebt ein Parkhaus am Bahnhof vor – es seien hohe Förderungen möglich.

    Rund 500 Besucherinnen und Besucher verfolgten die Podiumsdiskussion in der Lechauhalle.
    Rund 500 Besucherinnen und Besucher verfolgten die Podiumsdiskussion in der Lechauhalle. Foto: Thorsten Jordan

    Mit Blick auf die Einwohnerzahl (10.000) ist Kaufering zwar eine große Gemeinde, gemessen an der Fläche zählt sie aber zu den kleineren im Landkreis. Das spielt auch beim Wohnen eine Rolle. Löwenthal möchte den Fokus auf Baugrund für Einfamilienhäuser legen und fordert ein Einheimischenmodell. Junge Familien im Ort müssten eine Perspektive haben. Als mögliche Fläche für ein Wohngebiet ins Spiel brachte er die „Hundewiese“ zwischen Ahornring und Donaustraße. Salzberger möchte das Augenmerk sowohl auf Einfamilienhäuser als auch auf den sozialen Wohnungsbau legen. „Vor sechs Jahren wollten alle Parteien bezahlbaren Wohnraum schaffen. Und genau das haben wir geschafft.“ Für die Zukunft seien Grundstücke für ein nächstes Projekt gesichert.

    Eine Badestelle am Stausee hat keine Priorität

    Ebenfalls aufgegriffen wurde das Geruchsproblem im Wörnitzweg. Grundsätzlich findet Löwenthal gut, dass Igling über Kaufering entwässert. In Zusammenarbeit mit den Kommunalwerken sollte schnellstmöglich eine Lösung herbeigeführt werden. Salzberger machte den betroffenen Anwohnern Hoffnung: Es werde in Kürze eine neue Zweckvereinbarung kommen – „wesentlich straffer und strenger“. .

    Kauferinger Bürgermeisterwahl: Unsere Bildergalerie zur LT-Podiumsdiskussion

    - Lechauhalle: von. links Bürgermeister Thomas Salzberger (SPD), Nikolas Löwenthal (CSU)
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    56 Bilder
    Ein paar Bilder der LT-Podiumsdiskussion mit den Bürgermeisterkandidaten Thomas Salzberger (SPD) und Nikolas Löwenthal (CSU) in der Lechauhalle in Kaufering.

    Bei manchen Themen zeigten sich Bürgermeister Salzberger und Herausforderer Löwenthal weitgehend einig. Beide schlossen den Verkauf des Seniorenstifts an einen privaten Träger aus. Am ehemaligen Schmitterbauer-Anwesen soll eine Art Marktplatz entstehen. Wohl nicht heuer, aber in Zukunft wird wieder ein Volksfest gewünscht – die Organisation könnte bei den Vereinen liegen (Salzberger) oder es könnten Synergien genutzt werden (Löwenthal). Eine Badestelle am Stausee steht bei Löwenthal auf der „Wünsche- und Visionenliste“. Salzberger möchte erst einmal den Stausee-Rundweg verschönern.

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