Jugendfußball

24.09.2014

1:0 für die Fairness

Bei den ganz Kleinen gibt es keinen Schiedsrichter mehr – und bislang machte man im Landkreis mit der neuen Regelung keine schlechten Erfahrungen.

FairPlay Liga wird grundsätzlich gut aufgenommen

Zwei Spieler kämpfen um den Ball. Der eine begeht ein klares Foul, doch der Pfiff des Schiedsrichters bleibt aus. Das liegt allerdings daran, dass es gar keinen Schiedsrichter gibt. Die Spieler im F-Jugendbereich sollen selber Verantwortung übernehmen. Das ist nicht die einzige Besonderheit, die die FairPlay Liga bietet.

Mit knapp einer Dreiviertel- Mehrheit wurde die FairPlay Liga offiziell beschlossen und ist nun in der Satzung des Bayerischen Fußball Verbandes (BFV) festgehalten. „Das ist jetzt kein Probelauf mehr“, sagt Walter Huppmann, BFV-Jugendgruppenspielleiter Nord aus Penzing. Er ist von dieser Neuerung „mehr als begeistert.“ Nun startet die FairPlay Liga der U9 in Bayern in die zweite Saison. „Anfangs gab es noch einige Beschwerdebriefe“, erzählt er, aber mittlerweile habe sich das gelegt.

Huppmann sieht das so wie mit dem verkleinerten D-Jugendfeld mit nur neun Feldspielern, welches nach Startschwierigkeiten nun auch akzeptiert werde. Nach einer Testphase der FairPlay Liga in der Rückrunde der Saison 2012/13 wurden auch Tabellen komplett abgeschafft und das Ergebnis ist sekundär. Es geht lediglich darum, „Kindern im spielerischen Miteinander den Spaß am Fußball und der Bewegung zu vermitteln“, wie es einer Infobroschüre des BFV zu entnehmen ist.

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Das Motto lautet: „Anfeuern ja – Steuern nein!“

Auch Stefan Drischberger, Jugendleiter und Trainer der F-Junioren beim TSV Landsberg sieht die FairPlay Liga „generell positiv.“ Er habe in der vergangenen Saison einige tolle Erlebnisse gehabt, bei denen der FairPlay-Gedanke perfekt umgesetzt wurde und auch der äußere Rahmen gestimmt habe.

Geplant ist nämlich, dass die Kinder vor dem Spiel gemeinsam in eine „Fanzone“ einlaufen, die einige Meter vom Spielfeldrand entfernt sein soll. Hier können sich während des Spiels die Eltern und Fans aufhalten. Das Motto des BFV lautet: „Anfeuern ja – Steuern nein!“ Danach geht es gemeinsam zur Platzmitte.

Auch die Trainer haben abgegrenzte Coachingzonen. Von dort tätigen sie Auswechslungen und greifen gegebenenfalls ins Spiel ein. Zum Beispiel bei ganz strittigen Entscheidungen oder wenn der Ball die Spielfeldbegrenzung überschritten hat. „Für die Kinder ist das besser“, sagt Huppmann, „als das Spiel von einem Vater pfeifen zu lassen.“ Der bevorzuge einfach sein eigenes Kind.

Doch dieser Rahmen wird nicht immer eingehalten. Drischberger kann sich an Spiele erinnern, bei denen von solchen Zonen weit und breit nichts zu sehen war. Teilweise wussten es Vereine nicht besser. Andere jedoch unterstützten die FairPlay Liga von vornherein nicht. Der Jugendtrainer spricht sich deshalb für eine bessere Kommunikation insgesamt aus: „Infoveranstaltungen müssen her.“ Sowohl vom BFV für die Vereine und Trainer als auch interne Elternabende. Denn die Kinder sind für ihn das geringste Problem und auch die Eltern machen nur wenig Sorgen.

Das sieht auch Huppmann so. „95 Prozent der Eltern haben super mitgespielt“, sagt er. Doch vor allem bei manchen Trainern ist der Ehrgeiz größer als das FairPlay. „Emotionen gehören dazu“, sagt Drischberger, aber es gebe schon ein paar Härtefälle.

Huppmann ist dennoch „guten Mutes“, dass sich die FairPlay Liga etablieren wird. Doch welchen Erfolg sie wirklich bringt, könne man erst in ein paar Jahren erkennen, wenn die Spieler aus der F-Jugend im Großfeldbereich spielen. „Wenn es dann zum Beispiel in der C-Jugend weniger Verwarnungen gibt“, sagt der Spielgruppenleiter, „dann haben wir gewonnen.“

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