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Rott

05.04.2019

Andy Görlitz: Vom Profi-Fußballer zum Profi-Musiker

Andreas Görlitz hat sich Singen und Gitarrespielen selbst beigebracht.
Bild: Whale City

Andreas Görlitz hat vor einem Jahr eine neue Band gegründet. Im Herbst will der 37-Jährige aus Rott sein neues Album vorstellen. Was ihn noch mit seiner früheren Sportkarriere verbindet.

Ein kurzer Blick auf die YouTube-App muss vorm Treffen mit dem LT-Reporter, der ihn vor über 15 Jahren als Fußball-Profi bei 1860 München kennengelernt hat, noch schnell sein. „Man tut sich im Schlagergeschäft doch leichter. Der Aufwand ist geringer, es geht viel schneller, eine Single herauszubringen“, sagt Andy Görlitz mit Blick auf die „Klickzahlen“ von „Weiterziehn“, dem Aprilscherz-Song von Ex-Ski-Ass Felix Neureuther. Rund 190.000 Aufrufe an zwei Tagen – da sehen die 80.000 von „Daylight“, der zweiten Single von „Whale City“, der neuen Band des 37-Jährigen, fast ein wenig bescheiden aus. Doch Görlitz ist hochzufrieden: „Wir haben noch nicht die Medienpräsenz wie der Felix. Aber 80.000 in drei Wochen ist super für uns.“

Geprobt wird in einer Scheune auf dem elterlichen Grundstück

Andy Görlitz: Vom Fußball-Profi (unter anderem 1860 und Bayern) mit zwei Länderspielen zum „Vollzeitmusiker“, wie er sich selbst bezeichnet. Mit Ehefrau Melanie und der neun Monate alten Tochter Mila lebt Görlitz in Rott, die Eltern und Bruder Markus mit Familie direkt daneben. Auf dem gleichen Grundstück ist der Probenraum der Band in einer alten Scheune. „Wir treffen uns hier vier- bis fünfmal die Woche um 10.30 Uhr, dann geht’s durch bis zehn Uhr abends, oft auch bis spät in die Nacht.“ „Wir“, das sind neben Sänger und Gitarrist Görlitz Bassist Michael Eichele (Dießen) und Drummer Juri Jangl (Landsberg).

Der ehemalige Profi-Fußballer spielte unter anderem für Bayern, 1860 München oder Ingolstadt.
Bild: Walter Brugger

Sie sind nach der Auflösung von Room77 seit 2018 die neue Pop-Rock-Band des ehemaligen Sport-Profis, der mit dem Fußball zugunsten der Musik abgeschlossen hat: „Das eine oder andere Bayern-Spiel im Fernsehen und ein paar Charity-Spiele, bei denen ich noch selbst mitmache, zum Beispiel für die ’Sternstunden’, ’Global United’ oder das ’Team Bananenflanke’, das ist das Einzige, was mich noch mit dem Fußball verbindet.“

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So entstand der Bandname

Volle Konzentration auf „Whale City“ – auf Deutsch „Stadt der Wale“. Wie kommt man in Rott auf so einen Namen? Er ist eine Reminiszenz an das Jahr, in dem Görlitz in Kalifornien lebte. Nach einem Kreuzbandriss im Trikot der San José Earthquakes beendete er 2014 seine Karriere. „Ich habe damals in Santa Cruz gewohnt und immer wieder auf der Sonnenterrasse einer Bäckerei direkt am Highway One gefrühstückt – es war die ,Whale City Bakery’. Daraus ist unser Band-Name entstanden. Er klingt nach Californian-Style, Meer, Sonne, Wellen, positivem Spirit – und Freiheit. Unendlich schön und unbeschwert.“

Mit seiner neuen Band Whale City macht er mit Juri Jangl (rechts) und Michael Eichele (links) Pop-Rock.
Bild: Whale City

Mit dieser Band und dieser Einstellung will Andy Görlitz durchstarten – ganz bewusst nicht mehr als Ex-Fußballer, der jetzt Musik macht, sondern nur noch als Profi-Musiker: „Das Feedback ist anders und die Fans sind unbefangener, wenn sie nicht wissen, dass der Sänger da auf der Bühne ein guter Fußballer war.“

Der erste Song wird schon im Radio gespielt

Zwei Singles („Echo of Joy“ und „Daylight“) hat Whale City bereits herausgebracht, die dritte und das komplette Album (Görlitz: „Daran arbeiten wir seit einem Jahr“) sollen im Herbst folgen. In München gab’s gerade ein ausverkauftes Club-Konzert. Dazu kommt, „dass jetzt viele Münchner Radiosender unseren Song spielen. Dafür, dass es uns erst ein Jahr gibt, sind wir mega-happy“, sagt der Frontmann der Band, der sich das Singen selbst beigebracht hat: „Da bin ich genauso wie mit der Gitarre Autodidakt, habe mir alles bei YouTube abgeschaut.“

Die nächsten Stufen: Das sollen neben der Fertigstellung des Albums auch Auftritte in größeren Clubs, bei Festivals oder gar als Vorgruppe einer größeren Band sein. Görlitz: „Es ist alles schwer zu planen. Das Wichtigste ist, für Leute zu spielen, die die Musik cool finden. Da sind wir zu 100 Prozent auf dem richtigen Weg.“

Abschlussfrage: Fußball oder Musik – was ist anstrengender? Da muss Andy Görlitz nicht lange nachdenken: „Körperlich der Fußball. Aber der Zeitaufwand ist bei der Musik deutlich höher. Sie beschäftigt dich bis in den Schlaf...“

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