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Fußball

16.09.2020

Anpfiff im Landkreis Landsberg: Fußballfans müssen Geduld mitbringen

Auf Warteschlangen an der Kasse wird man sich wohl am Wochenende bei einigen Fußballspielen einstellen müssen. Dieses Bild entstand bei einem Relegationsspiel zwischen Walleshausen und Peißenberg.
Bild: Thorsten Jordan (Archiv)

Plus Am Wochenende geht die Saison für die Fußballvereine im Landkreis Landsberg weiter - mit Fans. Für die Vereine gelten strenge Hygienevorschriften. Worauf sich die Fans einstellen müssen.

Ab dem Wochenende geht es auch für die Amateurfußballer im Landkreis Landsberg wieder um Punkte – und das vor Zuschauern. Was für die Spieler eine Riesenfreude ist, bedeutet für die Funktionäre eine Menge Arbeit. Wie lassen sich die Hygienekonzepte umsetzen und welche Einschränkungen kommen auf die Fans zu? Das LT hat nachgefragt. Beim Bayernligisten TSV Landsberg sollten die Fans einiges wissen.

Maximal 400 Zuschauer dürfen ein Fußballspiel besuchen. Im Landkreis gibt es aktuell nur ein Spiel, bei dem diese Obergrenze überschritten werden könnte. Die Bayernligapartie des TSV Landsberg gegen den Tabellenachten SV Kirchanschöring. „Wir haben die Auflagen so gestaltet, dass wir den Anforderungen der Regierung und des Verbands gerecht werden“, sagt Reiner Drüssler, Zweiter Abteilungsleiter beim TSV Landsberg. Und das bedeute, dass streng kontrolliert werde, dass auch wirklich nur 400 Zuschauer das Gelände betreten. „Wir müssen auch mit Auslassbändchen arbeiten“, sagt Drüssler. „Sonst kommt einer rein, reicht seine Karte nach draußen, und wir haben ganz schnell 410 oder 420 Zuschauer im Stadion.“

Beim TSV Landsberg sind 400 Zuschauer erlaubt - und keiner mehr

Um die Zahl auch genau im Blick zu haben, wird es nur eine Kasse geben. „Wir öffnen diese um 12.30, spätestens um 12.45 Uhr“, kündigt Reiner Drüssler an. Denn um diese Zeit werden auch die Gäste erwartet, die vermutlich auch Zuschauer mitbringen werden. Auch für die Landsberger gilt, möglichst früh zum Spiel zu kommen. „Wir gehen davon aus, dass es zu Wartezeiten kommt.“ Schließlich müssten auch Daten aufgenommen werden. Früh kommen gilt auch für die Besitzer von Dauerkarten. „Wenn die 400 Besucher drin sind, müssen wir auch die Dauerkartenbesitzer abweisen“, so Drüssler, der durchaus damit rechnet, dass einige Zuschauer, die später dran sind, nicht mehr aufs Gelände gelassen werden können.

Anpfiff im Landkreis Landsberg: Fußballfans müssen Geduld mitbringen

Aufhalten dürfen sich die Zuschauer ausschließlich auf der Tribünenseite – und dort herrscht während des gesamten Besuchs Maskenpflicht. „Bei schönem Wetter kann man natürlich auch auf den Stufen sitzen“, so Drüssler. Jedenfalls im ersten Spiel soll diese Regelung gelten, später könne man immer noch entscheiden, auch die gegenüberliegende Spielfeldseite für die Zuschauer frei zu geben.

In der Praxis wird die Umsetzung für manche Vereine schwierig

Gar nicht die Möglichkeiten, den Spielbereich derart einzuteilen, haben andere Landkreisvereine, wie zum Beispiel der FC Dettenschwang. „Theoretisch können wir eine Seite absperren, da dort ein Bach ist“, sagt Fußball-Abteilungsleiter Christoph Schaal. Ansonsten sei die Aufnahme der Personalien für den A-Klassisten etwas schwierig. „Wir können auch nur bei den Personen kassieren, und die Daten aufnehmen, die auf unserem Gelände sind.“ Schon der Parkplatz sei Gemeindegrund, „da haben wir gar kein Recht, nach Personalien zu fragen.“ Trotzdem ist er sehr zuversichtlich. Das Spiel gegen Erpfting sei auch kein Derby, mit mehr als gut 50 Zuschauern rechnet er nicht, und die könne man rund um den Platz gut verteilen.

Ähnlich sind die Bedingungen auch beim SV Fuchstal. Auch der Platz des Kreisklassisten ist von mehreren Seiten zu erreichen. „Wir haben sechs bis acht Ordner im Einsatz“, sagt Abteilungsleiter Holger Sauter. Diese würden die Zuschauer auch darauf hinweisen, dass sie an einem Platz stehen bleiben müssten, so ließe sich feststellen, wer wo gestanden ist. Außerdem achte man extrem darauf, dass die Mindestabstände eingehalten würden.

Holger Sauter ist Abteilungsleiter beim SV Fuchstal.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Mit Ordnern wird auch beim SV Lengenfeld (A-Klasse) gearbeitet, zudem würde der Sportheimwirt die Personalien erfassen, sagt SVL-Vorsitzender Christian Biberger. „Allerdings glaube ich nicht, dass viele kommen. Gerade die älteren Zuschauer haben schon gesagt, dass sie lieber zu Hause bleiben würden.“

In Penzing blickt man dem Neustart mit gemischten Gefühlen entgegen

Ebenfalls über ein abgesperrtes Gelände verfügt der Kreisligist FC Penzing. „Wir haben uns schon bei den Testspielen mit diesem Thema beschäftigt“, sagt Abteilungsleiter Peter Rief, der der Entscheidung, vor Zuschauern zu spielen, skeptisch gegenübersteht. „Natürlich freuen wir uns alle, wieder spielen zu können“, sagt er, aber „es ist auch nur Fußball.“ Was, wenn ein gegnerischer Spieler positiv auf Corona getestet würde? „Dann müssen beide Mannschaften in Quarantäne, die Spieler fehlen ihren Arbeitgebern. Da stehen dann Existenzen auf dem Spiel wegen Fußball.“

Die Hygieneregeln komplett einzuhalten, stelle eine große Herausforderung dar. „Aber bei der Erfassung der Namen tun wir uns mit dem abgesperrten Gelände leichter“, sagt Peter Rief. Und während des Spiels – Penzing trifft am Sonntag auf Peiting – hofft er „auf die Vernunft der Spieler und Zuschauer“. Das würde dann auch die Arbeit der Ordner erleichtern, die ebenfalls genaue Anweisungen hätten.

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