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16.06.2009

Chefin auf dem Fußballplatz

Thaining Schon im Alter von fünf Jahren war Monika Ströbele Fußball begeistert. Von der F- bis zur D-Jugend spielte sie Mädchen beim FC Thaining, bis vor sechs Jahren der Wechsel ins Lager der Unparteiischen folgte. Zu diesem Zeitpunkt war Monika gerade einmal zwölf Jahre alt. Heute ist sie 18 und pfiff Mitte Mai ihr erstes Spiel der Herren. Nervosität kannte sie im Vorfeld nicht, wie sie erzählt. Derzeit ist sie als Assistentin in der Kreisklasse eingesetzt und darf im Juli zum Kreisliga-Lehrgang. Dass sie bei diesen Einsätzen von einem erfahrenen Kollegen aus der eigenen Gruppe beobachtet und gecoacht wird, macht sie schon etwas nervöser. Ihr erstes Assistenten-Spiel absolvierte sie bei den B-Juniorinnen in der Bayernliga um die bayerische Meisterschaft, nachdem sie im Februar mit 23 weiteren bayerischen Schiedsrichterinnen einen Talentförderlehrgang an der Sportschule Oberhaching besucht hatte.

Als Spielerin beim FC Thaining war Monika meist allein unter Jungs. "Ich war von Anfang an das einzige Mädchen", erzählt die Gymnasiastin. Hin und wieder habe sie Verstärkung von Geschlechtsgenossinnen bekommen, die aber alle wieder ausgestiegen seien. Als mit zwölf Jahren der Wechsel zu einem Verein mit eigener Damenmannschaft anstand, sagte Monika Ströbele "Nein". "Meine Mutter hätte mich sonst immer nach Kaufering oder so fahren müssen", sagt sie. In dieser Zeit hörte ihr Vater auf einer Vorstandssitzung des FC Thaining ein Referat über einen Schiedsrichterkurs bei der Schiedsrichtergruppe Schongau. Nach Gesprächen mit den Eltern kam Monika zu dem Entschluss: "Das konnte ich mir vorstellen, weil ich mit Fußball weitermachen wollte."

Anfang 2003 besuchte das zwölfjährige Mädchen einen Kurs und legte als einziges Mädchen die schriftliche Abschlussprüfung ab. Und trotz ihrer langen Spielerfahrung musste sie beim Büffeln feststellen: "Es gibt viel Neues, was man bis dato nicht wusste." Dazu gehören Kleinigkeiten wie angemessenes Schiedsrichterverhalten. "Am Anfang musst du freundlich, dann aber bestimmt sein", erklärt Monika Ströbele. Umdenken verlange beispielsweise die Vorteilsregel. "Es ist optimal, wenn man das Spiel erst einmal weiterlaufen lässt und beobachtet, was passiert, bevor man einen Freistoß gibt", erklärt sie. Oft hat die Schiedsrichterin nur Sekunden, um richtig zu reagieren. "Man braucht ein Auge für das Spiel und muss im richtigen Moment wissen, wie man reagiert."

Dass sie meistens "Männerspiele" pfeift, ist für Monika Ströbele kein Schrecken. Nur selten seien die Spieler unfreundlich, "es gab noch keine wüsten Beleidigungen. Im ersten Moment zweifeln viele vielleicht, dass ich als Schiedsrichterin das überhaupt kann, aber bei den Aufstiegschancen ist es leichter". Ihr Ziel ist es, so hoch wie möglich zu kommen, zunächst die Bayernliga der Herren zu pfeifen, um irgendwann in der Damen-Bundesliga zu landen. "Man muss erstmal bei den Herren beweisen, dass man es kann", sagt die 18-Jährige.

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Einmal im Monat nimmt Monika Ströbele an den Tagungen der Schiedsrichtergruppe Schongau teil. Bei jedem dieser Termine muss sie nach einem Regelreferat einen schriftlichen Test ablegen. Für die Schülerin des IKG, die im Jahr vor dem Abitur steht, ist das kein großes Problem.

Während der Saison stehen wöchentlich zwei Spiele auf dem Terminplan, hinzu kommen freiwillige Einsätze wie bei der Einweihung des Minispielfelds in Thaining. Auch mit musikalischen Terminen sind ihre Wochenenden ausgefüllt: In den Blaskapellen Rott und Thaining spielt Monika Ströbele Trompete. Der Fitness dienen Waldläufe mit dem Familienhund, mit dem sie regelmäßig die Hundeschule besucht.

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