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Landkreis Landsberg

13.03.2020

Corona: Droht den Amateurfußballern im Landkreis Landsberg ein Saisonabbruch?

Auch am Samstag wird der Fußballplatz im 3C-Sportpark leer bleiben: Der Bayerische Fußballverband hat alle Spiele bis einschließlich 23. März abgesagt.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Der Bayerische Fußballverband hat zunächst zwei Spieltage abgesagt. Doch im Landkreis Landsberg sind die Trainer skeptisch, ob es dabei bleibt. Dann stellt sich die Frage, wann die Partien nachgeholt werden können. Im Volleyball und Floorball wird die Saison vorzeitig beendet.

Am Freitagvormittag gab der Bayerische Fußballverband seine Entscheidung bekannt: Als Vorsorgemaßnahme wird der komplette Spielbetrieb bis einschließlich 23. März ausgesetzt. Es wird geraten, auch den Trainingsbetrieb einzustellen. Weiterhin „ist für den Moment geplant, die jetzt in den Amateurklassen abgesagten Partien nachzuholen“, steht auf der BFV-Homepage. Aber auch die Floorballer der Red Hocks Kaufering können sich die Fahrt nach Hamburg zum letzten Hauptrundenspiel sparen. Eine Pause legt ebenfalls der Bayerische Volleyballverband ein.

So ganz überrascht war Reiner Drüssler, stellvertretender Abteilungsleiter der TSV-Fußballer von der Absage nicht. Aber „ob die zwei Wochen Pause wirklich reichen, das können nur die beurteilen, die sich mit den gesundheitlichen Fragen beschäftigen“. Drüssler ist aber skeptisch: „Ich denke, mit den zwei Wochen hat man sich ein Zeitpolster geschaffen und kann nun in Ruhe weitere Entscheidungen treffen.“

Zwei Wochen reichen wohl nicht

Da es vermutlich nicht bei den zwei Wochen Pause bleiben wird, hält er es nicht für unmöglich, dass die Saison komplett beendet wird. Das Zeitfenster, mit Relegation, Europameisterschaft und Start in die neue Saison sei einfach zu klein. Auch wenn man nicht wisse, wie die Lage in zwei Wochen sei, könne ein Saisonende durchaus die sinnvollste Lösung sein.

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Finanziell würden der TSV Landsberg und die Fußball-Abteilung diese ungewöhnliche Situation überstehen, davon gehe er aus, sagt Drüssler. Der Empfehlung, den Trainingsbetrieb sofort einzustellen, ist der TSV Landsberg nachgekommen.

Neben den Bayernliga-Fußballern ist auch die Kreisliga Zugspitze betroffen, die an diesem Wochenende in den zweiten Teil der Saison gestartet wäre. Und da hegen die Trainer dieselben schlimmen Befürchtungen. „Es kann natürlich sein, dass die Saison vorzeitig beendet wird“, sagt Markus Ansorge, Trainer des VfL Denklingen. Für ihn und sein Team wäre das natürlich ganz bitter, schließlich führen die Denklinger die Tabelle deutlich an und haben beste Chancen, in die Bezirksliga aufzusteigen.

Den Tabellenführer würde es besonders hart treffen

Trotzdem hat Ansorge für die Entscheidung volles Verständnis. „Wenn man die Entwicklung in Deutschland und auf der ganzen Welt sieht, ist es nur vernünftig. Für uns wäre es natürlich schade, aber die Gesundheit geht jetzt erst einmal vor.“ Am Montag wird sich der Vorstand des VfL zusammensetzen, aber Ansorge geht davon aus, dass man auch den Trainingsbetrieb einstellen wird. „Es macht keinen Sinn, wenn alle Schulen schließen und wir weitertrainieren.“

Auch Armin Sanktjohanser, Trainer bei Jahn Landsberg, kann die Absage verstehen. „Es ist natürlich schade, wir haben keinen Kranken bei uns, sind alle fit und werden 24 Stunden vor dem Spiel zurückgepfiffen.“ Er geht davon aus, dass die Saison vorzeitig beendet wird. „Wenn man ein bisschen logisch denkt, ist die Situation in zwei Wochen eher schlimmer als besser. Dann müsste man am Ende in acht Wochen 14 Spiele austragen, das wäre ein Unding.“ So bitter es auch sei: „Auch der Sport muss jetzt seinen Beitrag leisten“, betont Sanktjohanser.

Martin Geier, Trainer in Weil, pflichtet seinen Kollegen bei. „Wir müssen jetzt auch unseren Beitrag leisten, aber ob die zwei Wochen reichen, das ist die Frage.“ Sollten noch mehr Spiele ausfallen, was seiner Meinung nach wahrscheinlich ist, werde es mit den Nachholterminen extrem eng. „Dann hätten wir nur mehr englische Wochen“, befürchtet Geier.

Abgesagt hat der BFV auch sämtliche Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen. Dem haben sich auch die Schiedsrichter der Gruppe Schongau angeschlossen. „In Absprache mit dem gesamten Ausschuss haben wir uns entschieden, sowohl den Lehrgang in Leeder (13./14. März) als auch die Pflichttagung am Montag, 16. März, ausfallen zu lassen“, teilte Obmann Michael Kögel mit.

Trainingsbetrieb ist eingestellt

Während die Fußballer bislang erst gut die Hälfte der Saison absolviert haben, steht in anderen Sportarten das Saisonfinale an. Wie berichtet, müssen die Landsberg Riverkings in der Eishockey-Bayernliga auf die Play-offs verzichten, die Saison war vorzeitig beendet worden. Die Handballer und Basketballer befinden sich in der Schlussphase der Saison, ob und wann es bei ihnen weitergeht, ist unklar, jedenfalls haben sowohl die Abteilung des TSV Landsberg als auch die DJK Landsberg den Spiel- auch Trainingsbetrieb komplett eingestellt. Kein Training mehr gibt es auch bei den Footballern des Landsberg X-Press.

Ihr letztes Saisonspiel hätten die Floorballer der Red Hocks Kaufering und die DamenI der Lechrain Volleys zu absolvieren – für beide Mannschaften stünden wichtige Entscheidungen an.

Unabhängig vom letzten Saisonspiel, das abgesagt wurde, müssen die DamenI der Lechrain Volleys in der Relegation um den Verbleib in der Landesliga kämpfen. Nur wann diese durchgeführt wird, steht nicht fest. Der ursprüngliche Termin 25. April wird wohl nicht gehalten. „Jetzt kann es sein, dass die Relegation erst vor dem Start der nächsten Saison stattfindet“, sagt Mannschaftsführerin Barbara Reisacher.

Vielleicht finden später noch Meisterschaften statt

Die Kauferinger Bundesliga-Floorballer können sich die Fahrt zum letzten Spiel nach Hamburg sparen – der Verband hat die Saison beendet. Dabei haben die Kauferinger zuletzt eine sensationelle Aufholjagd im Kampf um einen Play-off-Platz hingelegt. „Das ist natürlich ärgerlicht“, sagt Tobias Hutter. Aber auch bei den Floorballern gilt: Die Gesundheit geht vor. Jetzt wartet man ab, wie der Abstieg aus der Bundesliga geregelt wird. Auch die Red Hocks haben den Trainingsbetrieb ab sofort eingestellt. Beendet ist die Saison zwar auch in den bayerischen Floorball-Ligen, ab 19. April stehen aber – wenn möglich – noch Meisterturniere mit Nachwuchsteams der Red Hocks an.

Beim Ammersee Sportverein in Dießen wollte man eigentlich in der eigenen Halle weiterhin die Kurse anbieten, inzwischen hat man sich aber auch entschlossen, den Betrieb einzustellen, teilte Conny Schneider mit.

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