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Landsberg

28.09.2019

Das „TSV“ fehlt bereits auf den neuen Trikots der Handballer

Christoph Stöcker (links Fynn Meier) präsentiert das neue Trikot der Handballer: Auf das „TSV“ wurde bereits verzichtet.
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Christoph Stöcker (links Fynn Meier) präsentiert das neue Trikot der Handballer: Auf das „TSV“ wurde bereits verzichtet.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Dass die Handballabteilung den TSV Landsberg verlassen wird, gilt als sicher. Ein Urgestein des Vereins kann diesen Schritt nicht nachvollziehen.

„Die Nachricht hat mich wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen.“ Der Landsberger Stadtrat Harry Reitmeir weilt derzeit in der Partnerstadt Hudson und hat über die Homepage des Landsberger Tagblatts davon erfahren, dass die Handballer den TSV Landsberg verlassen wollen. Wie berichtet, will die Abteilung spätestens nach Saisonende zu Jahn Landsberg wechseln. Warum Reitmeir gegen diesen Schritt ist und darüber mitentscheiden wird, und was Torwart Michael Juchem dazu sagt.

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Während Reitmeir, der sowohl dem TSV-Verwaltungsrat angehört als auch eingefleischter Handballer ist, von der Nachricht entsetzt war, gibt es auch Zustimmungen. Bis Dienstag ist Harry Reitmeir noch in Hudson, „aber sobald ich zurückkomme, werde ich Gespräche führen“, sagte er am Telefon. Sich selbst bezeichnet er als „alten TSVler“, schließlich sei er schon 47 Jahre Mitglied, war 13 Jahre Zweiter Vorsitzender – und kommt aus der Handball-Fraktion. Sein Vater hatte nach dem Krieg die Partnerschaft mit den Handballern aus Gänserndorf (Österreich) ins Leben gerufen, heute hält Reitmeir diese Partnerschaft am Leben. „Aber ich bin auch so mit den Handballern verbandelt“, sagt Reitmeir.

Als Mitglied des Verwaltungsrats, in dem neben dem Vorstand auch die Abteilungsleiter sitzen, habe er immer Kontakt auch zu Handball-Abteilungsleiter Roland Neumeyer. „Von einer Abwanderung habe ich aber nichts mitbekommen.“ Er habe keine Ressentiments gegen Jahn, betont Reitmeir, aber: „Ich persönlich kann mir das nicht vorstellen. Wenn ich eine 70 Jahre alte Geschichte habe, werfe ich das nicht in die Tonne. Ich möchte, dass die Handballer bleiben.“

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Torwart Juchem steht hinter der Entscheidung

Doch hier scheint die Entscheidung schon gefallen zu sein – jedenfalls zeigt das die Entschlossenheit von Torhüter Michael Juchem. „Sollte der schlimmste Fall eintreten, würde wir als Mannschaft wieder in der untersten Liga beginnen“, sagt er gegenüber dem LT. Wie berichtet, hat der Verband sogar einem Wechsel zum Jahresende zugestimmt, bei dem die Mannschaften ihre jeweilige Liga halten könnten. Die Damen und Herren I spielen jeweils in der Bezirksoberliga. Nur wenn der TSV Landsberg eine eigene Mannschaft stellen würde, könnte es passieren, dass die „Neu-Jahnler“ wieder von unten beginnen müssten. Doch die Mannschaften würden das in Kauf nehmen, sagt Juchem.

Der Torhüter ist seit 27 Jahren Mitglied beim TSV Landsberg, aber „meine Verbundenheit besteht gegenüber der Handball-Abteilung“. Er habe von der Entwicklung schon länger gewusst. „Ich verstehe die Entscheidung. Es geht um den Handball in Landsberg und innerhalb der Abteilung ändert sich ja nichts.“ Bei Jahn sieht er „sehr, sehr gute Voraussetzungen“, da sich die Verantwortlichen sehr engagiert gezeigt hätten. „Ich glaube, es ist der richtige Schritt“, sagt Juchem. Diese Haltung sei auch im Team zu spüren.

Ein Jugendtrainer stellt sich demonstrativ hinter den Abteilungsleiter

Ebenfalls schon seit weit über zehn Jahren ist Franz Kiss als Nachwuchs-Trainer bei den Handballern im Einsatz. „Ich habe gar nichts mitbekommen, ich wohne in München“, sagt er auf die Nachricht hin. „Ich habe gehört, dass es Unstimmigkeiten gibt. Aber der Wechsel ist mir eigentlich egal. Hauptsache, die Jungs bleiben zusammen.“ Derzeit trainiert Kiss die B-Jugend und er vermutet, „dass es auch den Jungs egal sein wird, wenn sie weiter Handball spielen können und ein gutes Training haben“. Wenn Roland Neumeyer so etwas in die Wege leite, habe er seine Gründe, sagt Kiss. „Und wenn er sagt, dass wir gehen, sehe ich da keine Probleme.“

Wie berichtet, wollen die Handballer den TSV Landsberg möglichst zum Jahreswechsel in Richtung FT Jahn verlassen, damit keine doppelten Mitgliedsbeiträge bezahlt werden müssen. Allerdings muss man sich mit dem Hauptverein, also Vorstand und Verwaltungsrat über die Finanzen einigen: Die Einnahmen durch Sponsoren und Saisonheft sowie Bälle und Trikots sind nämlich Eigentum des Gesamtvereins.

Den neuen Trikots ist dabei anzusehen, dass sie mit Weitblick gestaltet wurden: Dort steht nur mehr „Landsberg“ auf dem Rücken.

Lesen Sie auch den Kommentar:Wechsel der Handballer: Ein radikaler Schritt

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